Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600741
44  Filippo dlngeli  Giuseppe Angeli. 
 
4] Reitergefecht. Radirt von S. R. Graf Bau- 
douin. qu. Fol. 
Heineken führt noch an : 
Franc. Ximenes, Kardinal. P. Angelus Pinx. 
1604.  Dies ist sicher ein Irrthum. Der Stich 
kann nicht nach unserem Meister sein, der erst 
gegen Ende des 16. Jahrh. geboren wurde. Sollte 
vielleicht mit jener Bezeichnung der spanische 
Stecher P. Angelus gemeint sein ? Derselbe stach 
im J. 1604 das Bildniss des Kardinals Ximenez 
de Cisneros. 
s. Heineken, Dict. 
W. Schmidt. 
Angeli. Giulio Cesarc Angeli (de Ange- 
lis), Maler, geb. zu Perugia um 1570, i- daselbst 
1630. Mit" zwölf Jahren etwa verlicss er Perugia 
ohne die Zustimmung seines Vaters, in Geselly 
schaft anderer Knaben, um zu Bologna in die 
Schule des Lodovico Caracci einzutreten. In 
seine Heimat zurückgekehrt, wurde er daselbst 
mit öifentlichen Arbeiten betraut, die Anerken- 
nung fanden und ihn in Perugia festhielten. Von 
den Kirchengemälden, welche Dal Pozzo auf- 
zählt, ist die Madonna mit Heiligen (darunter 
der hl. Ivo) in der Kathedrale (S. Lorenzo) 
noch erhalten und bemerkenswerth; zwei Altar- 
bilder in S. Agnese sind ganz übermalt. Er- 
halten sind auch noch seineFresken, Szenen aus 
der Geschichte Christi und der Apostel Philipp 
und Jakob vorstellend, im Oratorio di S. 
Agostino.  In seinen Malereien ist der Ein- 
fiuss der Caracci nicht sehr ersichtlich. Die 
Zeichnung, insbesondere des Nackten, ist ver- 
nachlässigt, während sich in Komposition und 
Färbung, die an die Manieristen erinnern, Talent 
zeigt.  Stefano Amadei und Cesare Franchi 
waren seine Schüler. 
s. Pascoli, Vite de' Pittori etc. Perugini. pp. 173 
-1T5.  Gambini, Guida di Perugia. pp. 17. 
23. 69.  Lanzi, Storia Pittorica. II. 153. 
a? 
Angeli. Niccolo Angeli, vDiSCiplG de Re- 
migio Canta-Gallina a grave conjointement avec 
son Maitre en 1635 les Fätes publiees a Florence, 
d'apres les dessins de Giulio Parigiri. S0 sagt 
Heineken, Dict. I. 256; der dann noch III. 5H9 
eine von Nie. Angeli nach Canta Gallina gest. 
Landschaft anführt. Genaueres über diesen an- 
geblichen Künstler ist noch beizubringen; Hei- 
neken's erste Angabe ist allem Anschein nach 
ganz unrichtig; über die zweite vermögen wir 
nichts anzugeben. 
W. Schmidt. 
Angeli. Giuseppe Angeli, Maler von Ve- 
nedig, geb. um 1709, da er im J. 1798 in seinem 
89. Jahre gest. ist. Er war Schüler und Nach- 
folger des Gio. Batt. Piazetta und malte in der 
leichten und gefalligen Manier des 18. Jahrh., 
mit der fiüchtigen Geschicklichkeit, aber auch 
mit allen Schwächen dieser Zeit; von der Er- 
neuerung der Kunst, die noch zu seinen Leb- 
zeiten begann, ist er unberührt geblieben. Von 
seinem Meister hatte er die schwärzlichen Schat- 
ten und ein unangenehm gelbliches Kolorit 
doch sind seine Köpfe oft recht anmuthig, sein 
Zeichnung gewandt und seine Kompositione 
lebendig, auch wird seine Färbung in spätere 
Zeit heller und ansprechender, ermangelt abg 
der Kraft. Er hat viel für die Kirchen Venedig 
und der benachbarten Städte in Oel und Fresk 
gemalt, wovon Manches an Ort und Stelle noc 
erhalten ist. Eines seiner Hauptwerke ist di 
Malerei in der Kuppel von S. R0 cco zu Ven c 
dig, die früher von Pordenone geschmüch 
gewesen; dargestellt ist Gott-Vater mit de 
Evangelisten und Kirchenlehrern in zahlreiche; 
Engelehor. In der Tribune derselben Kirche V() 
seiner Hand die Transiiguration. Auch in de 
Scuola S. Rocco sind Deckengemälde von ihm 
dann noch Altartafeln in S. Francesco dell 
Vigna (Maria Empfängniss vom J. 1756), in .5 
Stefano, S. Canziano, SS. Pietro ePaol 
etc., sowie in einigen Kirchen zu Padua. Mit 
unter malte er auch in Palästen mythologiseh 
Darstellungen, so in Rovigo. 
iIn derlei grösseren Gemälden für Kirchen un 
Waudflächen ist er wie sein Meister stillos un 
in den Charakteren ziemlich gemein. Besse 
gelangen ihm Bildnisse, Kabinetsstüeke un 
Genrebilder, deren einzelne in zahlreichen Wie 
derholungen vorkommen, z. B. ein Mann m5 
einem trommelschlagenden Jungen u. dergl. Ei 
solches Figurenbild im Louvre zu Paris.  
 Ein ihm zugeschriebenes Bild in jener geringerer 
Art ist im Museum zu Mainz; Lot mit seine: 
Töchtern, lebensgrosses Kniestiick. 
Sein Bild nis s, Brustb. Alexan. L o n gh i pinx 
et scul. In; Longhi, Compendio etc. (s. Liter; 
tur). Fol. 
s, L0 nghi, Compendio delle Vite de' Pittori Ve 
neziani etc. N0. 13.  Zanetti , Della Pittul- 
Venezialla. pp. 614  618.  Brandolese 
Pitture di Padova. pp. 80. 166. 261.  Ros 
setti, Descrizione etc. di Padova. pp. 96. 121 
 Moschini, Guida di Venezia. I. 25. 43 
575. 639.11. 206.  Barto1i,Pitture di R0 
vigo. pp. 252. 257.  Zanotto, Storia den; 
Pittura. Veneziana. p. 102. 
'11? 
Nach ihm gestochen: 
1) St. Vierge avec PEnfant Jesus. Halbhg. Gast 
von L. Z ncchi. Nach dem Original eheden 
 im Kabinet Brühl. Fol. 
2) Hl. Joseph, Halbilg, das Christkind haltend 
Gest. von dems. Ebenso. F01. 
3)  Dass. Gest. von Thouvenin. F01. 
4) H1. Rochus im Gebet. Gest. von M. Pitteri 
F01. 
5-- 8) Die vier Kirchenlehrer Ambrosius, Augu. 
stinus, Gregorius und Hieronymus. 4 Bll. i; 
Halbflg. Gest. von M. Pitteri. F01. 
9] Der hl. Petrus Acotantus von Venedig gibt A1. 
mosen. Gest. von Fr. Bartolozzi. gr. 8. 
10') Le petit Tambour. Gruppe zweier Halbflguren 
J. Fr. Kauke so. Dresdse 1756. kl. F01. 
11) Ein schlafender Mann, mit einem Hund, Halb. 
iigur. C. G. Schnitze. del. et inc. Dresda 
1766. 4.
        

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