Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1605812
William Baillie. 
551 
geübter Dilettant dieselben auf den ersten Blick 
unterscheidet. Auf den schlechtesten Abdrücken 
von Rembrandts gänzlich abgenutzten, aber un- 
aufgestochenen Kapitalplatten, z. B. bei dem 
Porträt des Bürgermeisters Six, erkennt man 
noch Ueberreste der ursprünglichen Nadelarbeit, 
die in dem Wiederaufstich der Hundertgulden- 
platte ganz verwischt und verunstaltet ist: der 
mannigfaltige, tiefe und innige Seelenausdruck 
verschwand ebenso spurlos, wie die feine und 
zarte Abstufung des Helldunkels, hinsichtlich  
welcher dieses Blatt bekanntlich ein Wunderwerk  
ist, {und anstatt des zauberischen Totaledekts; 
der ältesten Abdrücke haben die jüngsten nur: 
noch die widerliche Wirkung eines harten, kleck-  
sigen Ganzen. Demungeachtet bezahltman solche  
Abdrücke immer noch mit 25 bis 30 Thaler, einzig  
und allein, weil sie selten sind. Um den Ab-l 
drücken seiner wiederaufgcstochenen Platte den  
vielbegehrten Vorzug der Seltenheit zu bewah- 
ren, machte B. davon nur eine geringe Anzahl, 
und beging nachher die von Seiten eines Kessel- 
fiiekers erklärliche, aber von Seiten eines Kupfer- 
stechers unbegreifliche Grausamkeit, dass er die 
Platte in vier Stücke verschiedener Größe zer- 
schnitt, die er einzeln abdruckte und ebenfalls 
unter seine gesammelten Werke aufnahm. 
S e I b stp 0 r t r ät des Künstlers, in Hut, Harnisch 
und Pelzrock. Oval, gehalten von zwei Figuren, 
die einen Vorhang lüften. Von ihm selbst radirt. 
qu. F01. 
I. Vor alle: Schrift. 
II. Se ipsum so. 
Anderes Bildniss des Künstlers. Nach N. Hon e. 
In Bordure. Oval. Fol. (In BoydelPs Katalog.) 
Von ihm gestochen: l 
a) Bibel, Legende, Mythologie und Allegorie. 
l) Abraham und Isaak. Nach eigener Erfindung, 
in Rembrandts Geschmack. Oben liest man: 
band Isaac said z Behold the Fire and the W ood : But 
where is the Lamb for a Burnt-oiferirlg im Da- 
runter ein dicker Strich, und unter diesem, links : 
W. Baillie invt 8a sculp. 1765. Radirt. 4. 
2) Jakobs Beerdigung im Lande Kanaan, gewöhn- 
lieh als Grablegung Christi angegeben, die un-, 
möglich gemeint sein kann. Vor einer Grotte; 
liegt ein in weisses Leinen eingehiillter todterl 
Mann auf einem Gestell, um welches mehr als 
zwanzig Personen, Männer, Frauen und Kinder, 
gruppirt sind (vermutlich Joseph und seine 
Brüder mit Kindern und Gesinde). Nach einer 
Kapitalzeichnung von Rembrandt. Farben- 
stich. qu. F01. 
3) Daniel überführt die beiden Alten des falschen 
Zeugnisses wider Susanne. Nach G. von den 
Eeokhout. gr. qu. Fol. 
l. Die Platte ist bloß radirt. Im Unterrande, 
 links: E ekhout pinxä; rechts W. Baillie 
sculpt. 1764; in derMitte: (lonvieerat enirn 
eos  dixisse Testimonium, und darunter 
die englische Dedikation des Stechers an  
den Grafen Bute.  
II. Die Platte ist mit dem Schabeisen über- 
gangen, so dass die Radirung nun wie ein 
Schabkunstblatt aussieht. Unter dem Na- 
men des Stechers ist hinzugefügt: Re- 
sculpt. 1774, und bei der Dedikation ist 
der Name des Malers nicht mehr Eckhout 
geschrieben, sondern: ennnT. VAN Eeck- 
hout (das letzte Wort in gothischer Schrift). 
4] Maria, sitzend, hält auf ihrem Schooße das steh- 
ende J esuskind, das einen Vogel in der rechten 
Hand hat. Kniestück. Nach Parmegianino. 
Im Unterrande rechts: W. Baillie sculp. 1769. 
Geschabt. F01. 
5) Maria mit dem Jesuskinde, das sich in die Arme 
der Mutter schwingt. Das Kind hält der hl. Jung- 
frau ein kleines Kreuz entgegen. Nach B. L u ti. 
Oval. Bez. mit Monogramm und der Jahresz. 
1767. Tuschmanier. Fol. 
(S) Maria hält mit der Rechten das vor ihr stehende 
Jesuskind, und reicht ihm mit der Linken einen 
Apfel. Halbflg. Nach Sabbatin i. Published 
SepY. 1. 1773. Kreidemanier. 4. 
7) Maria mit dem Jesuskinde, das nach einer Traube 
greift, welche seine Mutter in der Hand hält. 
Nach Rottenharner und Breughel. Oval. 
Kreidemaniet. Fcl. 
I. Vor der Schrift. 
II. Ueber dem Oval: Published  March 
1774; unten zu beiden Seiten die Namen 
der Künstler. 
S) Hl. Familie. Maria. umarmt das auf einem 
Kissen sitzende Kind; im Hintergrunde, links, 
Joseph. Halbilg. Nach Parmegianino. Pu- 
blislfd 23. Decf. 1771. Krayonmanier. 4. (Auch 
in Farben gedruckt.) 
9) H1. Familie, mit dem kleinen Johannes, der mit 
dem Zeigefinger der linken Hand auf Etwas hin- 
weist. Halbilg. Nach B. Schidone. Geschabt. 
F01. 
I. Vor der Schrift. 
II. Im Unterrande, die Angabe der Sammlung, 
aus welcher das Originalgemälde herstammt 
(englisch), und rechts Monogramm. 
9a) Die Fusswaschung. Nach dem Gemälde von 
Rubens in der Kathedrale St. Rombout in 
Mecheln. Drawn by Mr. Tassaert in the Ycar. 
Engrawd by Capt. Wm. Baillie in the Year 1787. 
qu. Roy. Fcl. 
10) Christus und die zwei Jünger zu Emmaus. Nach 
eigener Erfindung, in Rembrandfscher Manier. 
Im Unterrande das Monogr. des Künstlers, und 
eine lateinische Inschrift: Adaperti sunt     
eorum conspectu. Radirung. Fol. -LeBlanc, 14, 
erwähnt noch eine Darstellung desselben Gegen- 
standes nach Rembrandt, vom J. 1760, führt 
aber dabei weder Stichmanier noch Dimensio- 
nen an, die auch bei einer nGr-ablegung Christia 
(N0. 12), angeblich nach Rembrandt und vom 
J. 1777, nicht erwähnt sind. 
11) Fliegende Engel. Nach Rafael. Kreidemaxiier. 
Erwähnt bei Heineken und Le Bl. 18. 
12) Der Apostel Petrus, die Schlüssel in der Hand 
haltend. Ganze Fig. Nach eigner Errlndung in 
Rembrandfscher Art. Unbezeichnete Itadi- 
rung. kl. F01. 
12a] Der Apostel Petrus mit der Tiam. Rubens 
del. W. Baillie sculp. 18. Jan. 1785. -Hei- 
nekcn (Dict. II. 32] und Le Blanc (Man. 15) 
erwähnen einen Ap. Petrus mit der Tiara vom. 
4. Mai 1761, ohne weitere Angabe. (Grunewz)
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.