Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1605510
Backert 
 Ludolf Backhuijzen. 521 
nius von Padua mit dem Ohristuskind.  Sand- des angemeinßtell Beifa-ÜS- Ii" Zll Amsterdam am 
rart erwähnt noch mehrere Künstler dieses Na- 17- NOV- 1703- 
lnens, von deren Werken und Lebensumständen Diese Angaben HOIÜJTakGIYS dürfen Wirin ihren 
nichts bekannt ist, Hauptzügen wol als richtig annehmen, da derselbe 
s. Sandrart. tentsche Ak. I.  Biogr. natio- ein jüngerer Zeitgenosse von Backhuizcn war. 
nale be Belgique. 1866. Nach einer Notiz der Eheregister zu Haarlem, 
i a i" welche A. v. a. Willigen publizirt hat, verlobte 
Backert (oder Backers), Bildhauer in der sich LudolfB., Wittwer aus Emden, zu Amster- 
Mitte des 17. J ahrh. zu Hamburg, wo sich im Dom (13111 Wühflhßft. mit Anna 5911092119 Von Amster" 
ein von ihm gearbeitetes Grabmal befand. dam, der Enkelin des Malers Romeyn de Hooghe, 
welche vor der Groote Houtpoort (Holzthor) 
Peter Backert, Sohn des Vorigen und wohnte, und vermälte sich mit ihr zu Sloten am 
Schüler Schlütens, nach dessen Modellen er meh- 31. Mai 1680 (nicht 1650, wie durch einen Druck- 
rere Statuen ausführte. An den Sklavenfiguren fehler bei v. d. Willigen angegeben ist). 
am Denkmal des großen Kurfürsten in Berlin war L. Backhuijzen ist lange Zeit neben Willem 
er gemeinschaftlich mit Henri H e r fo r t und van de Velde als der größte unter den Scemalern 
Nahl beschäftigt. bewundert worden, und ihre Gemälde wurden 
s. Hamburgisches Künstlerlex.  Nicolai, etwa mit gleichen Preisen bezahlt. Wenn jetzt 
Berliner Künstler- auf dem Kunstmarkte der Preis für einen v. de 
Sei? Velde bis zum Zehnfachen die Summe für ein 
Baekhuijzen. Ludo lf Backh uij zen oder Bild von L. B. übersteigt, so ist dies der Beweis, 
Bakhuiz en, holländischerSeemaler, für dessen dass eine richtigere Werthschätzung der künst- 
Biographie wir ausser wenigen urkundlichen lerischen Bedeutung beider Meister eingetreten 
Daten nur Houbrakens Erzählung als Quelle be- ist. Schon Waagen erkennt Bfs wesentliche 
sitzen. Nach dieser wurde er 1631 (am 18. Dez.) Schwächen: er hebt den öfters etwas bunten 
zu Embden geboren, wo sein Vater Gerard B. Eindruck seiner Bilder hervor, den namentlich 
das Amt des Stadtsekretärs bekleidete. Nach- der Gegensatz eines kalten Roth mit dem grauen 
dem er demselben längere Zeit als Schreiber be- Ton der Wolken bewirkt, das Undurchsichtige 
hilflich gewesen, wobei er sich zu einem sehr und Schwere, das seiner Farbe nicht selten eigen 
geschickten, damals bekanntlich als Künstler ist; doch stimmt auch er noch ein in die herge- 
geachteten Schreiblneistcr ausbildete, kam er im brachte Bewunderung seiner Stürme und rühmt 
J. 1650 nach Amsterdam in das Haus des Kauf- nden großen, poetischen Reiz, sowol in den wü- 
manns Bartelet, um sich dem Handelsstande zu thenden Wellen, wie in den vom Winde zerris- 
widmen. Hier fesselte ihn das malerische Trei- senen Wolken der Lüften (W. Handbuch. II. 234). 
hell im Hafen und der Reiz der See allmählich so Gerade in solchen Darstellungen, welche größten- 
sehr, dass er versuchte, manche der Strand- und theils der späteren Zeit des Künstlers angehören, 
Hafenszenen in Federzeichnungen wiederzuge- erscheint mir derselbe in den meisten Fällen, 
ben. Die Anerkennung, die diese Versuche fan- zumal bei großem Umfange der Gemälde, beson- 
den, brachte ihn zu dem Entschlüsse, sich zum ders schwach: schon die Auffassung pflegt ge- 
Künstler auszubilden. Er nahm daher eine Zeit sucht und theatralisch zu sein, und der erstrebte 
lang Unterricht bei Aldert van Everdingen, Effekt nimmt sich um so unwahrer aus, als in 
der in seinen seltenen Seestücken als ein vorzüg- Folge einer mangelhaften Technik die Schatten 
licher Meister dieses Faches erscheint, und jetzt schwarz und undurchsichtig, die Lichter 
studirte gleichzeitig die Werke anderer aber grell erscheinen. Das Beste hat B. offenbar 
Künstler, namentlich die Marinen von H. Dub- in seiner frühesten Zeit geleistet und zwar in 
bels. Doch blieb seine Hauptlehrerin die Natur. kleineren Darstellungen der leichtbewcgten See. 
Um die See in allen ihren Bewegungen, bei allen Diese sind durch die wahre und geschmackvolle 
Beleuchtungen und Wettern beobachten zu kön- Bewegung des Wassers und der Wolken ebenso 
nen, soll er sich oft unbekümmert in Lebensge- ausgezeichnet, wie durch die fleissige Durchfüh- 
fahr begeben haben. Allmählich verbreitete sich l-ung und den klaren, kühlen Ton der eigenthüm- 
der Ruf des Künstlers: er bekam Aufträge von lich hellen Lokalfarben. Leider besitzen öifent- 
den Städten seiner Heimat, wie von fremden liche Galerien nur wenige Werke dieser Art. 
kunstliebenden Fürsten; der Czar Peter besuchte Das schönste mi1' bekannte befindet sich in der 
sein Atelier während seines Aufenthaltes in Galerie zu Berlin (datirt 1664); dieselbe Samm- 
Amsterdam und liess sich von ihm Zeichnungen lung besitzt auch in einem kleineren und einem 
von Schiifen anfertigen. Gleichzeitig versam- sehr umfangreichen Seesturme die interessanten 
mclte sich um ihn eine Anzahl von Schülern und Belege, wie lebendig und selbst großartig B. in 
Nachahmern, unter denen Jan Klaesz Riet- glücklichen Momenten die Natur wiederzugeben 
schoof, Hendrik Rietschoof, Micchiel Madder- verstand und bis zh welcher kalten, auch in der 
steg, Jan Dubbels und Pieter Ooopse die be- Färbung unerfreulichen Dckorationsmalerei er 
kanntesten sind. Seine Kunst brachte ihm reichen sich auf der anderen Seite verirren konnte. Von 
Erwerb und bis in sein hohes Alter genoss er ähnlicher Klarheit und Frische wie jenes frühe 
M e yer. Künstler-Lexikon. II. 66
        

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