Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1605432
Charles-Claude Bachelier  Augusts Bachelin. 513 
 
2) 29 Bll. für; Italic monumentale et artistique. Garibaldi, um von dem Gefechtsfeldern Skizzen 
Nach Zeinnnnnäen von Pnn- Ifenoisi- P3145. und Korrespondenzen in französischer Sprache 
"bei Bunzh 184n_1852' qn- NL an Illustrirte Journale zu schicken. Hier ent- 
3) LvßäesgtflcolesdeFrance. 251211. 1866-1867. schied sich seine Vorliebe für militärische 
gr" qm 0.3    Szenen; in die Heimat zurückgekehrt, wurde 
40251113?  lgäälptigäl decomtlvei Fang er bald zum beliebten Darsteller dennationalen 
5) Veroäedeng P0 zu  1 d F l Tagesgcschichte. Er hat seitdem viele Theile 
L l SP e" 0  uu qm '0' Frankreichs, auch die Inseln der Normandie, 
a) Aßßhen. Domkirche. besucht und den Winter 1864-1865 in den klas- 
n) Cnambofd. Schloss. sischen Kunststädten Italiens, bis Neapel hinab, 
n) Dresden) Zwingen die Meister der Renaissance studirt. Gelegent- 
d) Ileidenierg, Snnosshof- lich riif e  h  r- a v lk u mlinüber- 
e) Mainz, Ostseite des Doms.  g  raue m lem .68 O S m. 1  
f) München, Maria Hufin der Au. im Pariser Salon von 18m sah manche Vedette 
9118,15, 25 Ansichten (einen französischen Garde-Kürassier auf Vor- 
h) petersburgy lsaakskirche_  posten) und die Erstürmung des Kirchhofs in 
i) Rom, 4 Ansichten. der Schlacht bei Magenta; vorwiegend blieben 
k) Speier, Vorderseite des Doms. aber die heimischen Steife. Ein rüstiges, rasch 
Ü Trolßdv, Kathedrale. schaiiendesfalent, das dieLandschaftbeherrscht, 
m) wnrsnnnni 5 Annlnnten- für das Genre entschieden begabt, aber auch für 
n) Wleni StePha"Sk"che' die wirkliche Historie gebildet, pathetisch und 
E 1mm)?"  schwungvoll genug, hat B. aus dem Marsch- 
Bachclin. Augusts Bachelin, Schweizer und Lagerleben der Schweizer Armee eine so 
Maler von Historien, Genre und Landschaft, geb. große Zahl Oelbilder gemalt, dass wir nur ein- 
27. Sept. 1830 in Neuenburg. Die klassischen Stu- zelne hervorheben können. Von lustigen Szenen 
dien, denen er sichanfänglichwidmete,gaberaus der Verproviantirung, der Feldpost u. s. w., 
Kunstliebe auf, um unter dem älternJ. W. Moritz, steigt er zu sehr ernsten und tragischen Darstel- 
einem geachteten Aqnarellisten, das Zeichnen, lungen auf. Ein großes Hauptbild war auf der 
und unter dem GenremalerW.Moritz, dem jünge- Neucnburger Ausstellung von 1860 Der Marsch 
ren, dasMalen zu lernen. 1852 ging er nachParis eines Schweizer Infanteriebataillons zur Grenz- 
und trat auf einige Monate bei Charles Gleyre besetzung von 1857, wirksam besonders durch 
ins Atelier, der so viele Künstler der französi- die düstre Stimmung der winterlichen Land- 
schen Schweiz ausgebildet hat. Aber dielebhafte schaft. Aus dem großen Krieg von 1870-1871, 
Farbe von Couturds römischer Orgie im Luxem- bei dem er die Schweizer Armee an die franzö- 
bourg lockte ihn mehr, und unter diesem Mei- sische Grenze im Jura begleitete, hat er das 
ster vollendete er seine Ausbildung. Mehrere Hauptereigniss an dieser Grenze, den Uebertritt 
Jahre arbeitete er in Paris und beschickte auch von Bourbakis flüchtiger Armee auf Schweizer 
späterhin, neben Ausstellungen seiner Heimat, Boden, in einem großen, sehr wirkungsvollen 
fortwährend den Pariser Salon. Seine Neigung Gemälde dargestellt. Eine Episode des furcht- 
ging auf das historische Fach, aber weil dafür baren Ereignisses hat auch A. Anker (was ich 
besonders in der Schweiz wenig Aussicht ist, zu dem Art. über ihn nachtrage) in einem rüh- 
musste er sich Anfangs auf Genre und Land- renden Bilde geschildert: französische Soldaten 
schaft beschränken. Auf der Neuenburger Aus- in einem Schafstall auf Stroh einquartiert, von 
stellung von 1855 trat er zum ersten Mal, und zwar einem alten Bauer, seiner Frau und Tochter ge- 
sofort mit G Bildern sehr verschiedener Art auf. pflegt. Bachclin brachte, seiner Grundrichtung 
Neben mehreren, im Charakter bestimmter Jah- gemäss , den großen geschichtlichen Moment 
reszeiten gehaltenen Landschaften stellten die selbst zur Anschauung; er zeigt die Ost-Armee, 
"Primaveres et lllargueritesr zwei Damen in wie sie in völliger Auflösung und Verwirrung, 
städtischer Toilette auf einer Blumenwiese dar; unter dem eisigen Glanz des Wintcrhimmels, in 
"Mais eine ziemlich freie Gesellschaft von Damen tiefem Schnee die Grenze überschreitet. Nament- 
und Herren im Grünen. Das Urtheil über diese lieh ist, bei dem sehr glücklich gewählten Hoch- 
ersten Talentprobcn lautete sehr verschieden; bildformat, der weite Hintergrund mit den öden 
doch erkannte man sogleich den originellen Schlachtfeldern und den kalten nebligcn Bergen 
Künstler, der sich der Natur mit einem strengen, von bedeutender Wirkung. Zuweilen hat der 
aber noch ziemlich kühlen Realismus anschloss. patriotische Künstler auch auf nationale Erinne- 
Amehesten erinnerteAuffassungundBehandlung rungen zurückgegriffen. So brachte die Neuen- 
an Courbet, der seit dem Salon von 1850 so rasch burger Ausstellung von 1866 eine Szene aus der 
zu großem Ansehen gekommen war. Mit solchen Vertheidigung der innern Schweiz gegen die ein- 
Stotfen befand sich B. noch nicht auf dem eigent- dringenden Truppen der französischen Republik 
liehen Felde seines Talents. Im J. 1856 war er und Den Tod des Fähnriclrs von Montmollin, 
bei den eidgenössischen Truppen, welche die eines Neuenburgers in der Schweizergarde von 
Rheingrenze besetzten, und 1859 begleitete er Ludwig XVI., der am 10. Aug. 1792 bei der 
in Italien die Freischaar der Alpenjäger unter Verthcidigung der Tuilerien mit seiner Truppe 
Meyer, Künstler-Lexikon. II. 65
        

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