Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1605283
498 Giovanni. Bernardo Azzolini  Jacomo Azzolini. kg 
Aufträge; so brachte er für ihn in vier Halbfigu- Mariette macht darauf aufmerksam, dass F]; 
ren vdie vier letzten Dingen, d. h. vier Zustände Pacheco 1649 in seinem Buche Arte de la Pin- 
der Seele nach dem Tode, in farbigem Wachs zur tura etc. wiederholt des Juan Bernardino ge- 
Darstellung (die Seele in der Gestalt eines Kin- denkt: er wird hier wegen seiner Arbeiten in 
des innerhalb eines Skelets, im Fegefeuer, im farbigem Wachsigepriesen, welche er auf einem 
Paradiese, in der Hölle)  Man rühmte hier die Raum von der Größe der kleinsten Münzen zu 
unsagbare Genauigkeit und Feinheit der Aus- verfertigten wusste. Mariette sah bei M, de 
führung und die Wahrheit des Ausdrucks. Letz- Julienne ein kleines Porträt modellirt in farbigem 
teren bewunderte man auch in einem lachenden Wachs in Form einer Medaille und hielt es für 
und einem weinenden Kind, die Freude und ein Werk des G. Bernardino. Der neue Heraus- 
Schmerz des Erdenlebens versinnlichen sollten. geber des genannten Buches führt dabei aus 
Auch in großen Oelgemälden oifenbarte Azzolini einemVerkaufskatalog von 1767 an: ZweiBiisten 
ein nicht gewöhnliches Talent. Für den Haupt- von Jesuiten, Pendants, in kolorirtem italieni- 
altar der Monache Turchine in Genua verfer- schem Wachs etc., 20 lire 10 sous, und hält diese 
tigte er eine Verkündigung und für die Kirche mit den von Mariette gesehenen für identisch. 
S. Giuseppe eine hl. Apollouia (mit besonders s. Soprani, Vite de'pitt01'i etc. Genovesi. I, 417 
realistischer Darstellung der Henker, die dieser  Orlandi, Abecedario, ahnte den Fehler 151d 
Märtyl-in die Zähne augbfechen)_ statt 1610 bei Soprani, fand Asoleni im Veb 
Im patriotischen Eifer, für seine HeimatNeapel Zeichniss der Akademikel von S; Lima ill Rom 
mit Einem Male anstatt Eines berühmten Künst- "m" "de? Jahdeszahi 1618 lind man diese" Nä- 
lers deren zwei zu gewinnen ließ sich Dominici man Ü" identlsih um Azfohm"  M ariette 1 
   '   Abecedario, theilt Qrlandi s Ansicht und bewe" t 
verleiten, Azzolini und Asoleni als zwei ver- sie bemerkt aber dassin M15 Sirini M8 I? 
schiedenePersonenaufzustellen. Dass beiSoprani P6; Servm am, 510m di S_ Luca, kefn Agfmi 
die Jahreszahl 1510 nur ein Druckfehler für 1610 oder Azzolini erwähnt wird.  B ottari,  
war, wollte er durchaus nicht bemerken, und so colta VI. 2, nndet, dass unter Giov. Bernaydo 
war es ihm dann allerdings nicht schwer, beide (Y51-V335) Azzolini gemeint ist- Mit Bottari 
Namen durch ein volles Jahrhundert auseinander Stumm überein F? Fach e C0 i Alte (18 1a Pin- 
zu halten. Allein jener Druckfehler ist ganz gläzfugtc'_sävind 15192 {P2255 "fdhi? (Vgl; M1- 
unzweifelhaft, und die Namen Azzolini und Identigät Asoläxliis Jiiligzkzsnän i gden f"? die 
Asoleni sind nichts weiter als verschiedene Pmm etc Napomani n 4'437 tomml "w 
       S ellte um 
Schreibweisen. Daher sind die Werke, welche Orlandi zwei verschiedene Künstler auf: Gio 
Dominici dem Asoleni zuweist, für Azzolini an- Bernardo Asoleni und Giov. Bernardo Allgäu:- 
zusprechen: eine Magdalena und eine Ursula Seinlrrthumbreitete sichweiter aus. Ilixnfolgrq; 
im Hause der Herren Valletta in Genua, bei 910551, P6 118119 am in NßPolill- 76 und 110 
dem Neapolitaner Camillo Barbarese vier Ge- und BMW Blogrdüzl"  Iianzii Storia Pittßri 
mälde mit Heiligengeschichten, an denen ausser ääßgäoriülcläfbnääläl vdstori?) iiäläa 9mm  39, 
den Figuren die Landschaften, die Blumen und ein Druckfehlgr i; ' ASS 81 Sopran m" 
Früchte als artig und schön hervorgehoben  Jans 
werden. Eine Madonna mit vielen Heiligen, das Azzolini Antoni 0 Mari a Am l.  "L 
Bild des Hauptaltars von s. Filippo Neri in chitekt unä In amen, Generalba d?  Ar- 
Neapel, ist von Giovan Bernardino Siciliano. Herzo thums lugant ' b 1687 lä m3 tor des 
Vielleicht ist dieser Meister mit dem unseri en g w" ge  ' ip- 7.54' galt für 
ein und dieselbe P rson g den erfahrensten Mann seiner Zeit in Wasser- 
Dominici lässt sZinen Asoleni erst in verschie- bauten. Man- sah Fhedenä m d? Jet-m aufgeho" 
denen Orten Italiens und sogar Deutschland's bedlen Kapudlnerklmhe Sam Ep-ltaphlum. Unter 
verweilen dann nach Neapel zurückkehren und selgen Winke? '11 enPt man Insbesondere die 
 1    Brucke de Mulini, die er 1752 neu erbaute, als 
hieätsterbeiä Aber stäinä: Quellen dafur gibt er tl-efflichen 33m 
giäheräslübei Asdzzdllini bekldbliilt isitässSeaslgr zghiä S. ijigägfahfugflgflf. bäfflüfflile gäoväigfi am 
scheinlich ist er derselbe Giovanni Bernardo, della. pittura. etc. di Mantcva. 11830. p. 105Petto 
mit welchem Giulio Cesare Capaccio in Brief- Alex. Pinchaßii 
weehsel stand. Der vSegretariou dieses Schrift- Azzolini. J aeomo Azzolini, Baumeister 
stellers wurde 1589 in Rom gedruckt, und aus und Dekorationsmaler, Italiener von Geburt 
ihm hat Bottari ein Schreiben an Giovanni Ber- war in der zweiten Hälfte des 18. Jahrh, m; 
nardo mitgetheilt. Daraus erfahren wir, dass Lissabon beschäftigt, wohin ihn Bibiena be- 
Giovanni Bernardo in wahrhaft feindseliger Ri- rufen hatte, um bei dem Bau des königlichen 
valität mit Marco da. Siena stand. Marco, Schüler Theaters zu helfen. Nach dem Erdbeben von 
des PerindelVaga undNachahmerMichelaugelds, 1755 ging er nach C oimbra, und war dort bei 
gefiel sich in der Darstellung gewaltiger Körper- dem Bau des Seminars thätig, aber 1767 oder 
formen und verstand sich nicht auf harmonische 1768 berief man ihn nach Lissabon, um die De- 
Farbenverschmelzung; dagegen strebte G. Ber- korationen am königlichen Theater von Ajuda 
nardo nach Anmut und Feinheit. zu leiten; dieses Amt verwaltete er bis an Seinen
        

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