Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1605197
_Awdej ew 
Awram  
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in Form einer Pyramide erbaut. Der Grundriss 
bildet ein Quadrat, dessen Seiten 84 Fuss lang 
sind. Wände und Gewölbe sind reich mit Male- 
reien geschmückt, innen und außen sind Gedächt- 
nißtafeln, bezüglich auf die Vertheidigung der 
Festung, angebracht. 2) Die Kapelle über dem 
Grabe des Fürsten Gortschakow, ebenfalls auf 
dem Militärfriedhofe , 1861-1863. 3) Die Ka- 
pelle auf der Höhe von Inkerman, zur Erinne- 
rung an die Truppenschau, die Kaiser Alexan- 
der II. nach dem Falle von Sewastopol abhielt, 
1862. 4) Im J. 1863 wurde der Bau der noch 
unvollendeten Wladimir-Kathedrale zu Sewa- 
stopol auf altem Fundamente in Angriff genom- 
men. Sie ist im byzantinischen Stil aus Kalk- 
stein aufgeführt. Die Kuppel ruht auf vier weis- 
sen Marmorsäulen; auch die Ikonostasis und 
der Chor für die Sänger sind aus Marmor. An 
der Aussenseite ist die Kirche mit Dioritsäulen 
verziert. 
In die frühere Zeit des Künstlers fällt der Bau 
mehrerer Privathäuser in Moskau so wie einer 
Dorfkirche in Backstein im Kreise Dankow 
(Gouvernement Rjasan). 
Eine chromolithographisehe Publikation der St. 
Nikolauskirche hat im Anfange des J. 1871 zu 
erscheinen begonnen. Photographien nach den 
Malereien derselben im photogr. Album von 
Migurski zu Odessa (1871). 
s. Korrespondenz aus Sewastopol in der Zei- 
tung : uFoaocmu (die Stimme], St. Petersb. 1870, 
N0. 32. 
Ed. Dobbert. 
Awerkiew. Tretjak Awerkiew (auch 
Owerkejew), russischer Zeichner im 17. Jahrh. 
Er lieferte im Auftrage des Moskauer nDruck- 
amtesu für das im J  1647 im Druck erschienene! 
Werk des Johannes Klimakos (Uebersetzung der 
Scala paradisi) zwei Zeichnungen: 
1) vDie Stufenleiteru. 2] nDas Emporsteigen auf der; 
Leiter, in Figurens. Geschnitten von Feodor 
Iwanow Pop ow.  
s. W. Rumjanzew in: A. Ponuncniü,1 
Pycn. rpan (Rowinski, die russ. Grav.)  
Moskau 1870. pp. 362. 373. 374. 
Ed. Dobbert. 
Awerkiew. Peter Awerkiew, russ. Hei- 
ligenbildmaler, schmückte im J. 1681 die Wände 
der Kirche des Propheten Elias in J arosslaw 
mit seinen Malereien. Auch für die Kathedrale 
des Ipatiewschen Klosters zu K o st ro ma hat er 
Wandmalereien geliefert. 
s. Ponnncniii, Her. p. LUKOJVb nnon. m, Elan. 
lIMn. apx. 06m. (Rowin ski, Geseh. der russ. 
Schulen der Heil., in den Mem. der K. arch.) 
Ges.) St. Petersb. 1856. VIII. 126.  
Ed. Dobbert.  
Awram. M ac r e pm A n pa M1: (Meister Awram), 
lautet eine Inschrift auf der berühmten ehernen, 
mit Reliefdarstellungen geschmückten "Kors- 
sunschen Thüra, an der Westseite der So- 
phien-Kathedrale in Nowgoro d. Es ist der) 
Name eines der drei Verfertiger derselben, deren 
Gestalten wir (Taf. 20, 22 und 24 bei Adelung)l 
Me ye  I1. 
in der untersten Reihe der Darstellungen auf 
dem linken 'l'hiiriiiigel abgebildet sehen. Ueber 
den beiden andern Gestalten lesen wir die Na- 
men: Riquin und Waismuth. Kann mit 
Sicherheit behauptet werden , dass diese beiden 
Künstler Deutsche waren, so wie , dass die 
Korssunsche Thür im Großen und Ganzen ein 
Werk deutscher Kunst aus der romanischen 
Periode ist, so fallt es dagegen schwer, etwas 
Bestimmtes über Awram zu sagen. Gegen die 
Annahme, dass auch er ein Deutscher gewesen, 
spricht der Name sowie auch der Umstand, dass 
der Name nur in russischer Sprache über der 
Figur angebracht ist, während wir die Namen 
der beiden andern Meister sowol in russischer 
als lateinischer Schrift lesen. Ferner spricht das 
Kreuz, das Awram am Halse trägt, (eine russische 
,Sitte), für dessen russische Herkunft. Trotzdem 
meint Adelung, der betreifende Meister sei gleich 
seinen Kollegen ein Ausländer gewesen. Er sagt 
(p. 33); wDas Kreuz soll doch wol nur den 
Christen überhaupt, vielleicht auch nur den 
christlichen Künstler damaliger Zeit bezeichnen, 
wenn es nicht etwa gar erst später eingekratzt 
worden ist.   Am leichtesten liesse sich der 
russische Name also wol erklären, wenn man 
annähme, dass diese Figur, wie so manche andere 
auf unserm Denkmale, ohne erklärende Inschrift 
gewesen ist, und der Nowgoroder Bischof, der 
vielleicht die übrigen gewiss spätem Erklärungen 
darauf graben liess, diesem Künstler den Namen 
einesdamalsgeradebekanntenrussisehenBildners 
beisetzteß Ich halte dagegen Meister Awram für 
einen Russen, der in späterer Zeit etwa Restau- 
rationen an der Thür vorgenommen, namentlich 
einige, offenbar neuere Platten eingefügt und 
dann sein Bildniss (wenn man die ziemlich all- 
gemein gehaltene Gestalt so nennen darf, die 
mir aber doch einen russischen, jedenfalls von 
den anderen Figuren des Kunstwerks abwei- 
chenden Typus zu haben scheint), als das eines 
Mitarbeiters zwischen die Gestalten der beiden 
ursprünglichen Verfertiger des Werkes gescho- 
ben hat. Für diese Annahme sprechen noch 
folgende Umstände: 1) Die Platte mit der Figur 
des Künstlers erscheint neuer, als die meisten 
übrigen; auch unterscheidet sie sich durch eine 
besondere Randverzierung; 2) Das Blätterwerk, 
welches mit Ausnahme der obersten Reihe der 
Reliefs, die aus drei, dem Sinne nach unter 
einander innig zusammenhängenden Darstel- 
lungen besteht, den Thiirilügel in zwei Hälften 
theilt, hört oberhalb der betreffenden Platte 
plötzlich auf, während der entsprechende Streif 
auf dem rechten Thiirfiügel bis an die untere 
Randguirlande herabreicht. Darnach scheint 
mir die Platte erst in späterer Zeit verfertigt und 
an die Stelle des entfernten Blätter-Werks hinein- 
geschoben zu sein. 
EingehcnderesüberUrsprungundkünstlerische 
Bedeutung der nKOfsßllIlSchßnThülVf bei R i quin, 
wie es scheint, dem Hauptverfertiger derselben 
62
        

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