Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1605100
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Peeter von Avont. 
Bild, eine hl. Familie mit Engeln in einer Land- 
schaft, bewahrt auch die Spitalverwaltuug 
daselbst. 
Im Museum von Gent (Katalog von A. P. 
Sunaert von 1870, No. S2) sieht man eine hl. 
Jungfrau mit dem Kind, dem hl. Johannes und 
vier Engeln in einer Landschaft. 
Die Galerie des Belvedere zu Wien enthält 
drei Bilder: 1) Waldige Landschaft mit der von 
xEngeln umgebenen hl. Familie. 2) Waldige 
Landschaft mit Maria, dem Kind und dem klei- 
nen Johannes. 3) Flora mit Genien im Vorder- 
grunde eines großen Ziergartens. Alle drei sind 
Peeter van Avont bezeichnet. 
Die Galerie Liechtenstein zu Wien hat 
ebenfalls drei Bilder: l) Landschaft; im Vorder- 
grund ruht eine Mutter mit zwei Kindern, auf 
welche Diana aus den Wolken mit Pfeil und 
Bogen zielt. 2) Hl. Jungfrau mit dem Kind und 
dem hl. Johannes. Engel spielen mit dem Lamm. 
Bez. P. V. Avont. 3) Silen mit dem Bacchus 
und verschiedenen Ziegen: bei einer andern 
Gruppe trinkt eine Bacchantin aus dem Euter 
einer Ziege. 
In der Pinakothek zu M ü n eh e n befindet sich 
die hl. Familie, dabei der kleine Johannes d. T, 
und mehrere Engel; die Landschaft und das 
einrahmende Blumen- und Fruchtgehänge, das 
den Namen Maria bildet, sind von Jan Brueghel 
d. Aelt. gemalt. 
In Terwestens Katalog (3. Theil zu Hoet's 
Catalogus of naamlij st van sehilderijen) sind drei 
Bilder verzeichnet : 1) Hl. Magdalena, von Engeln 
umgeben; 2) Hl. Jungfrau, von Engeln umge- 
ben. Beide stammten aus der Sammlung des 
Antwerpener Malers und Kunsthändlers Jan 
Siebrechts und wurden daselbst 17 54, das Erste 
um 64, das zweite um 16 H. verkauft. 3) Die hl. 
Jungfrau mit dem Kinde, von zwei Engeln be- 
gleitet, umgeben von einem Blumenkranz. Dies, 
Bild kam in der VersteigerungWler Verlassen- 
schaft des Lambert van Gemert zu Antwer- 
pen 1764 auf 11 ii. 10 Stüber. In dem Verzeich- 
niss der Gemälde des Malers Snyers von Ant- 
werpen wird eine Landschaft von Lue. van 
Uden erwähnt, wozu Avont die Figuren gemalt 
hatte. Terwesten, der bloß einen Theil jener 
Sammlung gibt, hat das bezeichnete Bild weg- 
gelassen. 
Handschriftliche Quellen: Pfarrregistervon 
Mecheln, durchgesehen von G. J. J. van Melcke- 
beke.  Antwerpener Akten etc. 
s. Rombouts und Van Lerius, De Liggeren. 
I. und II. Thl. passim. _G, Kramm , De Leveus 
en Werken etc.  Terwesten, Oatalogus of 
naamlijst van schilderijen. 1770. pp. 95. 368.- 
Kataloge von Gent, München, des Belvedere 
und der Liechtensteingalerie zu Wien.  
Thäod. Van Lerius. 
Es istunbestreitbar, dass Avont auch radirt 
hat. Doch lassen sich blos zwei Bll. mit unzwei- 
felhafter Gewissheit ihm zuschreiben, nämlich 
Es ist uns unbekannt, 0b der Künstler mit 
Abraham van Avont , Bildhauer zu' Brüssel , mit 
Peeter van Avont, der bei dem Letztern den 
17. Sept. 1622 in die Lehre trat und mit andern 
Avonts, die Pinehart im 1. Bde. seiner Arehives 
des arts ete., pp. 36, 37 und 40, erwähnt, ver- 
wandt gewesen sei. 
Avonfs Gemälde sind nicht sehr selten. C. de 
Bie rühmt mit Recht die Weichheit seiner Fleisch- 
töne, die Zartheit und zugleich die Kraft seines 
Vortrages in der Malerei seiner kleinen Kinder, 
ebenso wie die Grazie seiner Kompositionen. 
Der Künstler zierte öfter die Landschaften ande- 
rer Maler mit Figürchen, so die des David Vincke- 
boons, Jan Brueghel d. Aelt. und d. Jüng., Luc. 
van Uden, Jan Wildens, J. d'Arthois, Luc. Acht- 
schellinckx und Lod. de Vadder, kopirte ferner 
mehr als Einmal Bilder von Rubens und A. van 
Dyck und scheute sich manchmal nicht, den 
Liebhabern wenig ausgeführte Bilder zu liefern. 
Der Verfasser, zu Antwerpen, besitzt ein 
vortreifliches kleines Bild auf Kupfer, die hl. 
Magdalena als Büsserin , am Eingang einer Fel- 
senhöhle , das Kreuz in der Hand und nach dem 
Himmel blickend, ferner ein anderes ebenfalls 
vortreffliehes auf Holz, den kleinen hl. Johannes 
den Täufer als Kind; in der Rechten hält er 
sein Kreuz , die Linke ist nach dem Lamm aus- 
gestreckt, den Hintergrund bildet eine Höhle 
und eine Landschaft. Das Bild ist bez.: P. v: 
Avont. Wir haben dasselbe auf einer Versteige- 
rung zu Antwerpen erworben , wo noch ein 
anderes tüchtiges Werk von dem Künstler, die 
hl. Jungfrau, das Kind haltend, dabei die hh. 
Joseph und Johannes d. T., vorkam; letzteres 
wurde nach Nordbrabant verkauft. 
In der Sammlung desHrn. A. van Bel lingen 
zu Antwerpen befindet sich von dem Künstler ein 
kleines, fein gemaltes Bild , der Heiland sein 
Kreuz tragend, dabei die hl. Veronika. Im 
Besitze der St. J ak o b skirche daselbst ist eine 
hl. Familie, dabei die hl. Margaretha mit dem 
Drachen , eine andere Heilige (wie es scheint 
Maria Magdalena), der hl. Georg und der kleine 
Johannes der Täufer, der sein Lamm liebkost 
und von zwei Engeln begleitet wird. In einzel- 
nen Theilen dieser Komposition ist eine freie 
Nachahmung von Rubens erkennbar; das Christ- 
kind selbst lässt zu wünschen übrig, die andern 
Figuren aber sind vortrefflich und namentlich 
der kleine Johannes und die Engel entzückend. 
Die schöne Landschaft ist ganz die Erfindung 
des Meisters. Dieselbe Kirche bewahrt von Avont 
noch eine hl. Jungfrau mit dem schlafenden 
Kinde, darum ein fein ausgeführter Blumen- 
kranz, der von Frans Ykens 1636 gemalt ist. 
Die St. Nikolauskapelle der Krämerinnung 
in Antwerpen besitzt ebenfalls ein ausgezeich- 
netes Werk des Künstlers: hl. Jungfrau mit dem 
Kinde; der geschnitzte Rahmen ist mit zwei 
Engelsköpfen verziert, und über ihm erhebt sich 
eine Büste der hl. Anna. Ein verdienstliches
        

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