Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600658
 
252) und nach ihm Andere behauptet, beruht Insbesondere sind zu erwähnenzFresko an einem 
wahrscheinlich auf einer Verwechslung mit sei- Hause gegenüber dem Palazzo Canossa, das den 
nem Sohne Marco, dessen frühen Tod dal Pozzo entschiedenen Einfluss Paolo Veroneses zeigt; 
meldet. Darstellung aus der Geschichte Koriolan's an 
Als Vasari über den Meister berichtete, hatte dem Palazzino de' Bentegodi (N0. 2903), wenig- 
derselbe seinen Namen schon zu Ansehen ge- stens 1820 noch ziemlich erhalten; zwei grosse 
bracht; jener sagt von ihm, er sei so anmuthig einfarbige Fresken in S. Stefan 0', Lunetten 
im Kolorit und so kundig im Zeichnen gewesen, über den Altären in S. Nazaro e Celso; Madonna 
dass er seinem Schwiegervater Torbido eher vor- mit dem Kinde und zwei Heiligen an einer Fas- 
ausgeeilt als hinter ihm zurückgeblieben sei. sade bei der Barfüsserkirche (in der Weise des 
Vasari nennt ihn Schüler des Torbido , der sich Torbido), zwei Friese in den Häusern Sacchetti 
selber nach Giorgione gebildet hatte: doch wie  wo A. fast alle Zimmer mit heiligen und pro- 
überhaupt damals die Veroneser in Venedig ihre fanen Geschichten ausgemalt hatte  und Mu- 
Schule vollendeten, so hat auch ohne Zweifel rari und Madonna an einer Fassade in der Strasse 
Battista in Venedig seine weitere Ausbildung della Disciplina. 
einlliiengen- Men merkt nneli die Einiliieee des Battista malte dann Mancherlei in Venedig, 
lnele und Spuren früherer Veieneeei Melei, die wo er eine gute Zeit seines Lebens verweilt zu 
dieser neeli zeigt? daneben Ziige, Welelle an haben scheint; wie er dahin gekommen und wie 
Brneeeeiei (Deineniee Rleeie) erinnern; allein lange er daselbst geblieben, wird nicht gemeldet. 
denilienei ist den Verblld Peele Veleneeels: bis" Dort ebenfalls hat er vielfach Häuserfassaden 
weilen auch Tizian's sichtbar. So hat Battista geschmückt, aber auch Altnrtefcln für Kirchen 
die Maler Wenig Eigeniniiinlienee, er bekundet gemalt. Nach Ridolii und Zanetti war von ihm 
zudem die flüchtige dekorative Manier, welche in S_ lylnrle Megglcre ein Hauptbild, Madonna 
die Venezianer nach der Mitte des 16. Jahrh. zwlcchen den hh_ Johannes nnd Markus, mit 
kennzeichnet; allein eine anmuthige Wirkung, Dcnntcrcn ans der Familie Mnrccllc in herzog- 
eine gewisse edle Bewegtlieit der Figuren und lichen Gewändern. Dasselbe, jetzt in der Aka- 
koloristischer Reiz lassen sich seinen Bildern demie hellndllch, wird von Bcschlnl allerdings 
nicht absprechen. Was Kugler von ihm bemerkt: den, nennt nnhehannten Franc Alhertl Zuge- 
Seine Gemälde, Von einem eigeniniinilien eieiken schrieben und ebenso im Katalog der Akademie 
Eifeki, Seien nielii fiel Von Uebemelbnng, gilt verzeichnet; doch mag jene ältere Angabe die 
nnY Ven einigen deieelllen- richtige sein. Ein noch erhaltenes Gemälde in 
Von seinen Werken, deren Vasari erwähnt, S. Giovanni e Paolo schreibt ihm Bernasconi 
haben sich nur wenige erhalten; darunter ein zu: Johannes der Evangelist (vielmehr der hl. 
Paulus bei Ananias, eine Jugendarbeit des Mei- Markus) mit einigen Edelleuten, welche See- 
sters in Fresko, die sich früher über der Haupt- truppen in Sold nehmen. Nach Temanza sind 
thüre von S. E u f e mia in Verona befand, spä- von seiner Hand auch die Zeichnungen (mit Ge- 
tcr aber mit dem betreffenden Mauerstück in das schichten des hl. Markus) zu den Arazzi, welche 
Innere versetzt wurde. Auch von den Malereien, in S. Marco zu Venedig die Seitenwände des 
welche Ridolfi hinzufügt, sind die meisten ver- Chors bedecken; doch hält Zanetti dieselben für 
schollen oder zu Grunde gegangen. Battista hat eine Arbeit des Jacopo Sansovino.  Zu deko- 
in seiner Vaterstadt vielfach Paläste und Fassa- rativen Malereien, von denen nur noch wenige 
den mit mythologischen und allegorischen Fres- Spuren erhalten sind, wurde Battista auch nach 
ken ausgestattet; bekanntlich hat sich von die- Murano berufen, wo damals Camillo Trevisano 
sem schönen Häuserschmuck, daran neben Man- seinen Palast von den angesehensten Künstlern, 
tua Verona besonders reich war, nur wenig darunter Aless. Vittoria, Paolo Veronese und 
erhalten; aber diese seltenen Reste lassen das Gio. Batt. Zelotti, schmücken liess. Er malte 
grosse Geschick dieser Meister für dekorative daselbst insbesondere den Hof (nach Vasari auch 
Malereien , ihren Sinn für heitere farbige Wir- die Fassade) aus, und zwar in Gemeinschaft mit 
kung und schönes Linienspiel der Gestalten noch seinem Sohne Marco; ein Zeugniss dafür, dass 
deutlich erkennen. Was sich von Battista noch seine Thätigkeit zu Venedig in seine späteren 
nothdürftig erhalten voriindet, stellt ihn nicht Jahre fällt. Ein Zimmer scheint er gemeinschaft- 
unter die letzten dieser Maler. Seine Fresken lich oder in Konkurrenz mit Paolo Veronese ge- 
an den Palästen der Grafen Oanossa (Vasari), malt zu haben; Moschini meint zwar, dies habe 
sowie diejenigen in Helldunkel am Hause der vielmehr Zelotti gethan, aber wahrscheinlich ist, 
Pedemonti, welche Ridolfi ausführlich beschreibt, dass alle drei Künstler im Inneren des Palastes 
sind gänzlich verschwunden, und gerade solche beschäftigt gewesen. Dass übrigens A. mit Paolo 
umfassende Bilderzyklen hätten von des Mei- Veronese öfters bei solchem Häuserschmuck in 
sters Vermögen die beste Kenntniss gegeben. der Stadt und im Gebiet Venedig beschäftigt 
So haben sich nur Bruchstücke und einzelne war, meldet uns Scannelli, der den Meister kurz- 
Darstellungen an anderen Häusern erhalten; weg als nBattista den Schüler Tizianhsc bezeich- 
Manches, was davon Persico und Bernasconi auf- net. Doch ist von den dort genannten Malereien 
zählen, mag zudem dem Meister nicht angehören. Nichts mehr erhalten. 
5-1?
        

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