Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1604990
Averara 
Avercamp. 
die Bezeichnung: vJoanny Baptista de Averaria. 
et Cristoforuside Bergamo pinxerunt anno domini 
MDLXIX die oetavo Aprilisu. Da aber Averara 
bereits 1548 starb, so kann er dieses Werk höch- 
stens angefangen und in einem unvollendeten 
Zustande hinterlassen haben. Oder sollte man 
mit Zani ohne Weiteres einen zweiten Giambat- 
tista d'Averara. annehmen"? 
In der Beurtheilung des Meisters stimmen Alle 
darin überein, dass sein Kolorit anmutig war, 
und dass er mit Geschick Verkürzungen und 
andere Schwierigkeiten der Zeichnung zu be- 
handeln verstand. Seine jugendlichen Gestalten 
werden als sehr gefällig, besonders aber seine 
Architekturen und Landschaften gerühmt. Als 
das Ideal des Meisters erscheint überall Tizian.  
Er war noch jung, als er starb, wie es heisst, an  
dem Biss eines tollen Hundes. Achilles Muccio 
oder Mozzi besingt ihn in seinem Theatrnm Ber- 
gam. (VI. 120.) 
s. Tassi, Bergamo. I. 52. etc.  Pasta, Le 
Pitture di Bergamo. pp. 35. 55. 60. (vermengt 
ihn mit Bascherlis dbäverara].  Ridolfi, Le 
Meraviglie. I. 193.  L anzi, Storia pittorica. 
III. 150.  Zfani, EIlCiUl. (Gibt die Stelle 
aus Mucuio vollständiger als 'l'assi.) 
Jansen. 
Averura, s. Baschenis. 
Avercamp. Hendrik van Avercamp, gen. 
de Stomme van 
W {AI A- Kampen, hollän- 
dischei-Landschafts- 
maler im ersten Viertel des 1T. Jahrh. Aus den 
Daten auf Stichen nach seinen Bildern und 
Zeichnungen wissen wir, dass er zwischen 16121 
und 1625 als Künstler thätig war; aus der Bc-i 
nennung de Stommc van Kampen, welche er in 
allen alten Katalogen des 17. und 18. Jahrh.. 
führt, sowie aus mehrfach erwähnten Ansichten! 
der Stadt Kampen von seiner Hand dürfen wir 
mit großer Wahrscheinlichkeit schliessen, dass 
er aus Kampen an der Yssel gebürtig war und 
vielleicht auch dort lebte. Darauf allein be- 
schränkt sich unsere Kenntniss seiner Person; 
denn was Ohr. Kramm (im Anhang seines Wer- 
kes) Weiteres als Vermutungen verbringt, ist 
höchst unwahrscheinlich oder sicher unrichtig. 
Aus den Daten auf seinen Werken, aus dem 
Charakter derselben und den Kostümen, die sich 
darauf finden, dürfen wir annehmen, dass Aver- 
camp etwa um 1585 geb. ist und um 1635 starb. 
Die Angabe Kramnrs (a. a.  dass eine An- 
sieht von Kampen im Besitze eines Beamten die- 
ser Stadt das Datum 1663 (nzoo gemeent wordtrr) 
trage , ist jedenfalls irrthümlich. Auch darüber, 
0b der Künstler seinen Beinamen "der Stumme", 
wegen eines körperlichen Gebrechens führte, 
oder wegen seiner Schweigsamkeit und zurück- 
gezogenen Lebensweise (wie Immerzeel vermu- 
tet), sind wir nicht unterrichtet. 
Als Künstler nimmt Avercamp unter den 
frühesten Meistern der selbständigen holländi- 
schen Malerei eine keineswegs unansehnliche 
Stellung ein. Seine Landschaften  mit weni- 
gen Ausnahmen Winterlandschaften  geben 
ein schlichtes , aber sehr charakteristisches Bild 
des Landes und des Treibens, das sich zur Win- 
terzcit auf der Verkehrsstraße Hollands , auf 
dem Eise , entwickelt. In seiner bestimmten 
Zeichnung, dem kräftigen Tone und der feinen, 
harmonischen Stimmung seiner Lokalfarben 
steht er dem W. Bnytenwech und dem E. van de 
Velde (in seinen früheren Bildern) sehr nahe. 
Ein besonderer Reiz ist die gute Erhaltung sei- 
ner Gemälde in der Frische und Leuchtkraft der 
Farben; daher ist die Angabe von van Eynden 
und v. d. Willigen, dass dieselben, namentlich 
im Grün, stark nachgedunkclt haben, ebenso 
irrtümlich als unverständlich.  Von ähnlichen 
Vorzügen und bisher in Holland noch mehr ge- 
sucht und geschätzt als seine Gemälde sind 
seine häufigeren Handzeichnungen: Aquarell- 
skizzen oder meist leicht aquarellirte Feder- 
zeichnungen, zuweilen auch zu fertigen Bildchen 
verarbeitete Guasehzeichnungen. Auch hier fin- 
den wir die frische zarte Färbung, die bestimmte 
und doch leichte und selbst elegante Zeichnung. 
Reich an schönen Zeichnungen sind unter den 
öffentlichen Sammlungen namentlich das Museum 
Teyler zu Haarlem  das Museum Staedel 
zu Frankfurt (etwa 10), das Museum zu Ham- 
burg  die Albertina zu Wien  das Mu- 
seum zu Berlin  
Von seinen Gemälden befinden sich in den 
öffentlichen Galerien nur wenige und leider 
gerade die geringeren: zwei in der Galerie zu 
Dresden, je eines in den Galerien zu Berlin, 
Schwerin, Rotterdam (Flusslauf), Ant- 
werpen (No. 456, Katalog 1857, als unbekannt), 
Dessau (Amalienstift, bez. 1620). Hervor- 
ragendere Bilder, besonders auch durch die fei- 
nere Zeichnung der Staüage ausgezeichnet, trifft 
manin verschiedenen Privatsammlungen, u. A. in 
der friiherHaussmandschen Sammlung zu Hau  
nover, bei Minister von Friesen zu D r e s d en , 
bei H. Vieweg in Braunschweig, bei H. Suer- 
mondt in Aachen, H. von Lippmann in Wien 
u. s. f. Im Palazzo Brignole-Sale zu G en ua sind 
zwei schöne runde Bildchen, Seitenstiieke, Win- 
terlandschaften mit Schlittschnhfahrern; diesel- 
ben tragen Avercamp's Monogn, gehen aber 
trotzdem unter BriPs Namen (lllündler). Ein 
von den gewöhnlichen Vorwürfen des Meisters 
sehr abweichender findet sich auf einem Gemälde 
im Besitze des H. Van Lerius zu Antwerpen, 
Streit in einem Wirthshause. 
Der Künstler zeichnet nur sehr selten mit 
seinem ganzen Namen (wie auf den Bildern in 
Berlin und Dessau), in der Regel mit dem aus 
H und A zusammengesetzten Monogramme. 
Ein anderes, sehr selten vorkommendes Mono- 
gramm , welches Brulliot anführt, scheint aus
        

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