Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1604929
462 Avelar  Pierre Aveline d. Ä. 
Avelar. Jose d'Avelar Rebello (auch 
d'Avellar geschrieben), Maler in Li s sa b 0 n , von 
dem Werke aus den J. 1639 bis 1656 erwähnt 
werden. Seine Hauptarbeiten an der Decke der 
Kirche der Märtyrer haben 1746 einer Dekoration 
in Stuck weichen müssen. Andere Gemälde von 
ihm sind in der Bibliothek des Patriarchen, in, 
der Bibliothek und Sakristei des Klosters Belem, 
im Collegium S. Bento, in S. Roque und  
Musiksaal des alten königlichen Palastes , die 
letztern in Fresko, erhalten. 
König Johann IV. liebte es, ihm zuzusehen 
und verlieh ihm den Orden von Avis als deml 
besten Maler seiner Zeit, wie das Patent sich 
ansdrückte. Er erwarb solchen Reichthum, dass 
er eine ganzeStrasse bauen konnte, die noch die 
Strasse d'Avelar heisst. 
   
rias. p. '76.  Raezynski, Dict. p. 17.  
Derselbe, Les arts en Portugal. pp. 288. 289. 
Fr. W. Ungar. 
Avelen, Avele, s. Aveelen. 
Aveline. Aveline. Hinsichtlich der Kupfer- 
stecher dieses Namens herrscht noch arge Ver- 
wirrung. Heineken erwähnt eines Joseph 
Aveline, angeblich 1638 geb. und 1690 gest, 
von welchem mir nie ein Kupferstich vorgekom- 
men ist und Heineken auch keinen gesehen zu 
haben scheint. Nachstehend die mir bekannten 
Aveline. 
P i e rr e A v e lin e , der älteste dieses Namens, 
weshalb ich ihn Pierre I. Aveline nenne, Kupfer- 
steeher, Radirer und Kupferstichverleger, geb. 
zu Paris, nach Basan fälschlich 1670, nach Le 
Blanc 1660, -l- daselbst 1743 nach Ersterem, und 
um 1712 nach Letzterem. Mariette setzt für 
seine Todeszeit den 3. Mai 1722, und das scheint 
das Richtige. Derselbe nennt ihn Schüler von 
Adam Perelle, und fügt hinzu er habe diesem 
wenig Ehre gemacht, weil er sich nicht über das 
äusserst Mittelmäßige erhoben,  ein Urthcil, 
das uns jetzt fast zu strenge erscheint. 
Manche von Pierre's Blättern, zumal von sei- 
nen Radirungen , sind nicht ohne künstlerisches 
Verdienst und haben gegenwärtig geschieht- 
liches Interesse. Er verfertigte , wie sein Lehr- 
meister, sehr viele Landschaften und Veduten; 
die ersteren sind freilich, nach Mariettds rich- 
tiger Bemerkung, sehr geschmacklos und die 
letzteren sehr ungetreu; indess habenselbst seine 
schlechten Stadt- und Schlossprospekte, nament- 
lieh die aus Paris und Versailles, für uns einen 
gewissen historischen Werth , indem wir anneh- 
men dürfen , dass dieselben, wenn auch im Ein- 
zelnen eben nicht genau, doch im Ganzen und 
Groben sich an das damals Bestehende anschlies- 
sen. Er stand an der Spitze eines, wie es scheint, 
ansehnlichen Verlagsgeschäftes, welches er 
hauptsächlich in den J. 1686-1697 sehr lebhaft 
betrieb; sein Laden befand sich zuerst beim 
Petit Chatelet, rüe au Feue und auf dem Petit 
Pont; sodann : riie de la J uifverie au arme de Nor- 
mandie, a l'image de S. Nicolas und au Roy de 
France; zuletzt: riie St. Jacques a la fontaine 
d'or. Alle diese Adressen findet man auf seinen 
Blättern , welche durchgängig bezeichnet sind; 
Fait parAveline oder äveline. Der große An- 
fangsbuchstabe dieser letzteren Bezeichnung ist 
ein einfaches A; Le Blanc hält ihn jedoch für 
ein mit F verbundenes A und nimmt davon 
Anlass, aus unserem Künstler einen Frangois 
Aveline zu machen. Die Existenz eines Solchen 
hat aber keine andere Bürgschaft, als die will- 
kürliche Aussage des ebengenannten Schrift- 
stellers, der gerade in diesem Falle um so zuver- 
lässiger und gründlicher sein müsste, als er sich 
dabei ein anderes Versehen zu Schulden kommen 
lässt, indem er seinen Vorgängern Heineken, 
Huber u. A. blindlings folgt und die Bll. seines 
Frangois mit denen von Antoine Aveline ver- 
mengt. Pierre I. hinterließ eine sehr beträcht- 
liche Anzahl Bll. ; weil er aber in der That nicht 
häufig aus den Schranken der Mittelmäßigkeit 
lherausgegangen ist, erscheint es nicht angemes- 
sen, seine Werke säimntlich oder auch nur größ- 
tcntheils zu verzeichnen; eine Auswahl aus den 
besseren und interessanteren ist hinreichend. 
1-9) Neue Modekupfer. F01. 
1) Enfant de qualite promenez par sa Gouver- 
 nante. 1689. 
 2) Fille de qualitel en echarpe allant P211- 1a 
 ville. 1689. 
  Fernme de qualite etant ä l'Eglise de S111- 
un caro (carreau, Kniekissen). 
4) Femme de qualite en grisette. 
 5) Femme de qualite en deshabille allant ä 
 PEgIise. 
6) Officier de 1a Milice. 1689. 
7) Hemme de qnalite en habit d'Ep6e (mit 
 Manschetten). 1689. 
 8) Homme de qualite en habit d'Epe'e (ohne 
 Manschetten). 1689. 
 9) Hemme de qualite en surtout d'hiver. 
 10-15) Sechs Seeansichten, mit manövrirenden 
 Schiffen. 6 Bll., mit M. J. B. 14'011 ard gesto- 
 chen. Nach J. van Be ecq. qu. F01. 
 16-19) Die vier Jahreszeiten. Vier Landschaften, 
 die nach Bildern des Sammetbreughel und 
anderer iiandrischer Maler herzuriihren scheinen, 
qu. F01. 
20-37) Achtzehn gleich große Landschaften. Ave- 
line inv. et fec. qu. 4. 
38-43) Sechs Gartenansichten, mit Springbrunnen 
und andern Prachtstücken. Nach eigene r 
Komposition in Moucherons Manier. Sechs 
numerirte Bll. , bezeichnet wie die vorhergehen- 
den. qu. 4. 
44) Pariser Stadtprospekte, wenigstens dreissig Bll. 
qu. Fol. Wir heben daraus als die bemerkens- 
werthesten hervor, weil darauf Platze und be- 
rühmte Monumente, die jetzt nicht mehr existi- 
ren, abgebildet sind: 
a) Ansicht , aufgenommen vom Pont-Rouge, 
jetzigem Pont Royal. 
b) Notre-Dame, von der Seite des Greveplatzes. 
e) Das Chorende von Notre-Dame. 
d) Das Louvre.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.