Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1604866
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Kirche S. Tommaso Maria. Noch jung, entwarf nie genug bekommen. Für ihn malte er 1695 
Avanzi selbständige Bilder zu Mirandola in zwei sehrgroße Bilder; 1) S. Bruno in der Wüste 
der Kirche S. Francesco. Unter dem Portikus wird von der Jungfrau Maria getröstet. 2) S_ 
derselben stellte er a fresco die Vision dar, wie Bruno erscheint dem Grafen Ruggieri und bringt 
Papst Innocenz III. den hl. Franeesco als Stütze ihm den Sieg über seine Feinde. Wie alle bes_ 
des Vatikanes erblickt. In der Nacht des 7. Juli seren Arbeiten Avanzfs erinnern sie an Guercino, 
1798 ist dieses Werk übertiincht worden. Aber Da Vorzüglichste leistete er mit der Enthaup- 
im Innern der Kirche blieb das AltarbildAvanzTs, tnng J ohannis für die Kirche der C crtosa. 
die Enthauptung des Apostels Paulus, erhalten. Am 29. Mai 1718 starb der Künstler und wurde 
Was seine Zeit für großartig und kraftvoll hielt, auf dem Friedhofe der Certosa bestattet. 
das kommt wol auch in Avanzfs Kompositionen Anssci- den Gewinden, deren bereits gedacht 
zumVoi-sehcin; seine Phantasie war sehrreich und wurde, werden noch folgende von Avanzfs Hand 
lebhaft und seine I-Iand überaus gewandt, so dass in Fc im 1-3, aufgezählt; 
die Anzahl seiner Leistungen in Erstaunen ver- in (im. Kiicnc S_ Gin n cnnc Zwei Geschichten 
setzt. Beim Zeichnen hielt er sich nicht lange dci. ni_ Tnckic, ccwic Mciiii Vcnkiindignnc und 
auf; er malte gewöhnlich alla prima. So konnte Mariii Hciinsncnnng (gehören zu den bcsncncn 
von vornherein von besonderer Korrektheit Arbcitcni Feiner Geschichten aus dem Leben 
wenig zu erwarten sein; aber selbst seine Farbe, Jccn cinc gnnnc Kcnciic a frcsco und ein Aitai,_ 
wenn sie vielleicht für den ersten Moment Reiz niid_' 
besaß, hatte nicht Dauer und Bestand. Nur In S_ Maria dciin Rosa; i) Fincnt nach 
Bilder, die er selber ein oder mehrere Male wie- Acgyntcn 2) Dci. nwöiiiiiinriicc Jesus im Temnni 
der aufgefrischt hat, machten auch später einen 3) Geburt dci. Mniinn 4) Mniiii Verkündigung 
erfreulichen Eindruck. Allein sein unleugbares 5) Gcccnichicn nnn dem Lcbcn Jcsn  
Talent erwarb ihm Ansehen, und alle Leute, die In Chi nnn nn nvn S Fiiippo Neii kniend 
rasch und billig bedient sein wollten, wandten in der Ferne die Stadt Fnnrnrn (Vctivbiidi ' 
sich an ihn. Zu tadeln wagte ihn Keiner: vor Im Oratorium S Fiiippo Neii: Der Ti 
dem tüchtigen Fechter und Schützen hatte jeder tninrnningn in der Ginrin  
Angst. Sonstwarerderliebenswürdigste Mensch, I d CO f ntnrnitn dniin nnnrn St. 
zu heiter ausgelassenen Gelagen, zum Spiel und ü für, wnirlDlnnntnnnn nn nnn der Gnnnhinila" 
Becher jederzeit aufgelegt, und ganze Wochen  hiäninnzinknn g  e 
hindurch ergab er sich der Jagdlust. Das Beste, eIn  Lonnnnn": Zehn Bnnni, nnn der Gtn 
was er malte, waren Landschaften, sowie Blumen n. ht J d n in Hnni nn nschinhtnn 
und Früchte. In einem Zimmer des Klosters S. scIlcMe dem H2 dgiin Pi ftngvnr Gnnnn. n 
Maria della Rosa befanden sich verschiedene t nd äi Oänt nn  m  
kleine Landschaften und Fruchtstücke voll m; gs D' maänainn; Vnninbnn der ni Knth 
Schönheit und Geschmack. Vier Landschaften  n  s? .t dnm Cnnntkänn  a" 
besass das Nonnenkloster S. Guglielmo und rma von Nina m1     
    In der Kirche der hl. Ursula. Die Titular- 
eine der altere Cittadella. In der Casa Riz- h .1. .1: n Jnn frnnnn 
z oni waren zwei Fruchtstücke. Cittadella lobte e] lge m1 im g.     
    In S_Maria degliAngeli. Geschichten aus 
die Anmut und den Reiz aller dieser Arbeiten. n     
   em Leben der Mai ia und hh. Dominikaner. 
Bei den Landschaften vermisste er wol zuweilen I S Maria denn C nnsninn inne  n 
die Harmonie der Luftstimmung und fand den Bnä  n d m Leben der Mann  a0 t 
Baumsehlag immer zu sehr geschrieben; allein II an aän Gen Zwei Hnnirn inHnibn rnn 
er bewunderte auch stets ihren historischen Cha- n  c  Gß bb  D. i? A  
rakter, i-hre Angemessenheit für die Menschen IP S-Äpouinnarle e W311i) en  -t P01- 
und Begebenheiten , die in ihnen erschienen. 101113 Wlrd von nge n m1 Osen '25 um   
Avanzi hätte nach Cittadellafs Meinung durch In S- 931'101  Carlo BOYIIOIEDeO m der Glorle- 
strenge Schulung und Methode, durch Fleiss und In der Galerie C ostabili: Anbetung der 
Konsequenz Unsterbliches leisten können; aber Könige.     
gerade umgekehrt verhöhnte er andere sorgfal- Zahlreich genug _sind die Werke _Avanzi's, 
tige gewissenhafte Meister, namentlich Parolini aber Rosini mochte ihm darum noch keinen Platz 
und Scannarini als ängstliche Leckmalerchen, in der Geschichte gönnen. Dagegen erklärt ihn 
als Leceardini timQ1-Qgi_ Lanzi wenigstens fur Ferrara s besten Blumen- 
Eine innige Freundschaft verband den Maler und Landschaftslilalely- i   
mit dem Kaufmann Antonio Simoni und mit dem s. B airuffaldin VitePde "iiitilcri  Fiirraresi- 
Keeußßrprwr Perle CamPtrmi-    133523844; 
schmuikte sem ganzes .Haus mlt "Geinalden dem Porträt des Künstlers.  Barotti, Pitture 
Avanzi s und beauftragteiihn auch, fur dic neue in Fnrnnn, an vielen steilem  03m n oni , 
Kirche Coßmß e Daml M10 6111 Almrblld zu Gli artisti etc. negliStati Estensi. p. 15.  R0- 
malen, das jedoch nicht gefiel und einem Werke Si ni i 5mm, dem Pittui-a, V11 27.  L an Zi i 
Bortolonfs weichen musste. Der genannte Kart- Stoi-ia pitt. IV. 293. 301. 
hänserprior konnte von Avanzfs Schöpfungen 111118611.
        

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