Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1604849
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Auwera 
alciqpo Avanzix 
für die Verwaltung der Briisseler Armenhäuser 
und die Ausführung der großen gedeckten Pas-' 
sage, genannt les Galeries de St. Hubert, nach 
den Plänen des Architekten Cluysenaar geleitet 
hatte, wurde er den 4. Jan. 1850 zum Baumeister 
von St. Josse-ten-Noode, der größten Vorstadt 
von Brüssel, ernannt. Er war in diesem Amte 
gegen 14 Jahre lang thätig, und man verdankt 
ihm die Umgestaltung dieser Vorstadt. Er starb 
zu. Saint-Josse-ten-Noode am 26. April 1870. 
s. A. Wauters, Histoire des Environs de Bru- 
xelles. III. 36. 
Alex. Pinchart. 
Auwera, s. Auvera. 
Auxentios. Auxentios, Architekt, nach 
einer ihn prcisenden metrischen Inschrift aus 
der späteren römischen Kaiserzeit der Erbauer 
einer Wasserleitung bei Adana in Kilikien: 
Corp. inscr. gr. N0. 4440; Langlois, Inscript. de 
la Oilicie. N0. 38. 
Brunn. 
Auzou. Pa uline Auz 011, geb. Desmarquets, 
Malerin, geb. zu Paris 24. März 1775, lernte bei 
Regnault; sie verheiratete sich 17 94 oder 95. 
Im J. 1793 stellte sie zuerst im Salon des Louvre 
aus; sie hatte einen Studienkopf und eine Bac- 
chantin eingeschickt. Bis 1817 ließ sie keine 
Ausstellung vorübergehen, ohne durch ein Genre- 
bild und ein Porträt, fast immer sogar durch 
mehrere Werke, vertreten zu sein. 
Der größere Theil ihrer ersten Arbeiten ist der 
griechischen Geschichte entnommen, die dazu- 
mal an der Tagesordnung war. Sie versuchte 
es auch mehrmals mit dem historischen Genre, 
so 1810 mit der Ankunft Maria Luisen's in Com- 
piegne und 1812 mit dem Gegenstück dazu, Ab- 
schied Maria Luisenis von ihrer Familie, welche 
beide sich in den Galerien zu Versailles beün- 
den. Zum historischen Genre gehören auch ihre 
Agnes de Meranie (1808) und Diana von Frank- 
reich und Montmorency (1814), die Landen sehr 
günstig beurtheilt. 
Mehrere ihrer besten Werke befanden sich 
in den Sammlungen des Königs Ludwig XVIII. 
und der Herzogin von Berry; auch der Staat 
und die Gesellschaft der Kunstfreunde haben 
einige derselben erworben. Von Bildnissen 
malte Frau Auzou die des berühmten Volney, 
ihres Lehrers Regnault, des älteren Picard etc., 
welche aus den J. 1795, 1800 und 1806 stammen. 
Hauptsächlich aber zeigte sich ihr Geschick in 
den weiblichen Porträts, deren sie eine große 
Anzahl gemalt hat. Gegen 20 Jahre lang hielt 
sie ein Atelier für junge Leute. Sie starb zu 
Paris 15. Mai 1835. 
s. Goll e ctio n des livrets des ancicnnes expositions 
depuis 1673 bis 1800, ferner die Kataloge der 
Salons seitdem.  Landen, Nouvelles des 
Arts. IV. 131.  Ders., Salon 1808. p. 97. 
1810. pp. 73. a1. 1812. I. 12.  Füssli, 
Neue Zusätze.  Gabet, Dict.  Bellier, 
Dict. 
Alex. Pinchart. 
l Nach ihr gestochen: 
1) Umrissstiche nach verschiedenen ihrer Genräldr 
in Landon, Salons. 
2) Der Kupferstecher J. J. Avril d. Ä., Brustbild 
Gest. von J. J. Avril d. J. 1810. F01. 
W. Schmidt. 
Avando. V i tt 0 rio A v a n d o , moderner ita. 
lienischer Künstler, radirte : 
Gampagna romana. In der Zeitschrift Harte i; 
Italia. II. Jahrgang. 1870. 
W. Engelmann. 
Avanzi. J aco po Avanzi (Avanzo, Davanzi 
Davanzo) , Malisr in der zweiten Hälfte de; 
14. Jahrh., in Padua und Verona thätig. Uebe] 
sein Verhältniss zu Altichiero, mit dem er ge. 
meinschaftlich die giotteske Richtung an dieser 
Orten vertritt, über die ihm früher zugeschrie- 
benen Malereien im Santo zu Padua (Kapellq 
S. Felice), wie über die viel verhandelte Frage 
0b er als Urheber der Fresken in der Kapelle S 
Giorgio zu P a du a (1872 restaurirt) zu betraehtel 
sei, s. den Art. Altichiero. Wahrscheinlich ist 
nach den dort angeführten Gründen, dass A. a1 
diesen Fresken nur als Gehilfe des Altichiero be. 
theiligt gewesen, nicht minder wahrscheinlich 
dass von ihm, als dem Geringeren, die Fresken de] 
ehemaligen Kirche S. Miehele zu P adua herrüh. 
ren, die in dem allgemeinen Schulcharakter und 
in der Art der technischen Behandlung mit der 
Malereien in S. Giorgio übereinstimmen, aber i; 
der Komposition weit unter ihnen stehen (du 
Inschrift, die diese Annahme zu bestätige; 
lscheint, und die Gegenstände der Darstellung 
;s. in jenem Art).  Bezüglich der nur noch ir 
Bruchstücken erhaltenen Fresken in der Halle de; 
Kaiser (der jetzigen Bibliothek) zu Pad im 
welche die Gefangennahme Jugurthas und def 
Triumph des Marius darstellen, widerspreche; 
 sich die vom Anonymus des Morelli (p. 30) zitirter 
 Angaben Campagnolas und Rizzds; nach jenen 
sollen die Fresken von nJacomo DELVSJIZOu, naci 
diesem, der hierin mit Mich. Savonarola (s. die 
Lit.) übereinstimmt, von Altichiero und Ottavianc 
von Brescia herrühren. Der fragmentarische Zu- 
stand der Fresken lässt eine Entscheidung i: 
dieser Frage nicht zu. 
Mit J acopo degli Avanzii von Bologna, mit dem 
 auf Grund der Vasarfschen Angaben, bis ir 
die neueste Zeit für identisch galt, hat er nicht: 
als den Namen gemein. Die Arbeiten des Bo- 
logneser Malers sind vom Stil der Schule von 
,Padua und Verona durchaus verschieden und 
 stehen an künstlerischem Werth gegen die Werke 
 dieser Schule sehr weit zurück (s. den folgenden 
Art). 
Was den Geburtsort Avanzfs betrifft, so lauten 
die Nachrichten verschieden. Mich. Savonarola, 
 der 100 Jahre vor Vasari schrieb, bezeichnet ihn 
als Bolognesen, während ihn Campagnola beim 
Anonymus des Morelli als Paduaner anführt; 
der Anonymus selbst ist über die Herkunft des- 
selben ungewiss und gibt an, dass seine Heimat
        

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