Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1604355
Claude II. Audran  Gerard Audran. 405 
Audran. Claude Audran, Maler, der zweite schichte Alexander's des Großen zu stechen be- 
dieses Namen! (daher Claude II. genannt) und auftragte. Die vier Blätter, nach jenen ungemein 
der zweite Sohn des obenbesprochenenClaude I., großen Kompositionen, womit G. Audran alle 
geb. zu Lyon am 27. März 1639. Sein Oheim vorhergehenden Erzeugnisse der Kupferstecher- 
Karle war sein Lehrer im Zeichnen; die Neigung kunst in Schatten stellte, erschienen 1672-1678 
zur Malerei bewog ihn, dieser Kunst den Vorzug (No. S8). Inzwischen scheint er eine zweite Reise 
zu geben. Er malte mit vieler Verständigkeit nach Rom gemacht zu haben; denn die vvierKar- 
und Leichtigkeit, und diese Eigenschaften dien-' dinaltugendena (N0. 73), nach Domenichinds Ge- 
tenihmalsEmpfehlungbeidemHofmalerLebrun, mälden in S. Carlo zu Rom, sind bezeichnet: 
welcher ihm die Untermalung bei zweien von G. Audran sculp. Romae 1675, und in der Folge 
seinen Alexanderschlachten anvertraute und veröffentlichte er nach N. Poussin, P. Mignard 
ihn auch später-hin noch viel bei seinen weit- und andern Malern noch eine ziemliche Anzahl 
läutigen Deckenmalereien in Sceaux, Paris Platten, welche den Namen ihres Urhebers weit 
und Vergailleg ggbrauchte y 50 dass dgr Ge- lllld breit berühmt machten. ET SiZßYb Zll Paris 
hiilfe ganz die Manier seines Meisters annahm. 25- Juli 1703. 
Sein letztes grosses Gemälde, die vVervielfalti- G. Audran galt lange für den vorzüglichsten 
gung der Brodeu, ist G. Audran 1683 bez. und Kupferstecher des großen historischen Stils. Vor 
wurde von seinem Neffen Jean Audran ge- ihm hatte Niemand Werke von solchem Umfange 
stechen (No. 20), s. auch No. 39 und No. 81 unter zu unternehmen gewagt; die Größe Seiner Phit- 
Gerard A. Er starb zu Paris 4. Januar 1684. tcn übertraf alle bisher bekannten Kupferstiche, 
S- IV-Ärgßuvillß. VieS des Pßiuireß- IV. 136- und eine bisher beispiellose Virtuosität der Be- 
Audi-im, Gcici-d cdci- Giici-d Audi-an, handlung steigerte die Ueberraschung und Be- 
Kupferstecher, der dritte Sohn von Claude I., Wnndßrnng- Sein großer VOYZnS Vor allen 
geh zu Lycn 2_ Aug 154()_ Nachdcm ci- hci modernen Kupferstechern wird gewöhnlich in 
ccihcm Vatci. und Qhcim den crstch Unterricht die Vortreiflichkeit seiner Zeichnung gesetzt. 
im Kupferstechen erhalten , kam er zum Behuf In der Tnß-t iißßn 61' sich, Wie bemeiki, Wäilfßnd 
weiterer Ausbildung nach Paris, wo er seine neinnr Lehrjahre nicht SOWOI das ängstlich Pegel" 
Lehrzeitweniger auf sauberes, korrektes Schraf- mäßige Sßnmfnren als das gediegen? Zeichnen 
iiren mit einfachen oder doppelten Strichen als nngeiegen Sein, und dass ißiliiuYeß auch in Seine? 
auf g-ründlicheg Zeichnen verwendete und hierin späteren Studienzeit ein Hauptgegenstand seiner 
die grosse Sicherheit erwarb, die einen Haupt- Bestrebungen blieb, bßWßißt das Zßißhnenbnßh 
vorzug seiner späteren Meisterschaft im Stechen (NO- 123), Wßißhes 61' 1533 iu Pnriß ilefunßgnbl 
begründete. Der Hofmaler Lebrun bemerkte Leß Proportions du corps humain mesurees sur 
 Audi-an hhtci- der Mchgc von Künstlern, die les plus helles iigures de Pantiquite. nDer Leser 
sich um scinc Gunst hcwci-bcn, und gab ihm finde nicht für ungut, sagt der Verfasser am 
den Auftrag, seine Gemälde: Konstantins Schluss der Vorrede, dass ich hier mein Buch 
Schlacht gegen Maxentins und KonstantiusTr-i- anpreisc: Das Rühmlichste darin gehört nicht 
umph, zu stechen. iDie zwei im Jahre 1666 nach mir, Sondern der von mir gepriesenen Antike; 
diesen Bildern ausgeführten Bll. (No. 93) be- sie bietet mir bewundernswürdige Meisterwerke; 
stärkten Lebrun in der guten Meinung, die er ich mache daraus mein ganz besonderes Studium 
von dem jungen Künstler gehegt hatte, und ver- und verdanke ihr das Wenige, was ich weisen 
schaifte diesem freie Wohnung in der Tapeten- Die schönsten antiken Statuen, von G. Audran 
fabrik der Gobelins. Die Steinigung des heil. in Rom nauf allerhöchstes Verlangen zum Nutzen 
Siephanus (No. 51) nach Lebrun, und die Ret- der Zeichnenschiiler gemessene, sind der Lao- 
tung des jungen Pyrrhus nach Poussin (No. 89) koon, der farnesische Herkules, Antinous, die 
erhielten ebenfalls die Zustimmung der Pariser Venus Kallipygos (euphemistischer das ngrie- 
Künstlerwelt; G. Audi-an liess sich aber damit chischeHirtenmädchenagenannt),dieMedicäische 
nicht genügen und ging 1667 nach Rom, wo er Venus und der Belvederische Apoll. 
drei Jahre verweilte und seine Zeit zwischen Von der eigenthümlich befangenen Auffas- 
Zeichnen und Stechen theilte. Unter dem Ein- sungsweise seiner Zeit war A., den älteren Mei- 
dass des herrschenden Modegeschmacks vergriff stern gegenüber, nicht durchaus abhängig. Er 
er sich anfangs in der Wahl seiner Muster; das sah nicht unbedingt Alles durch die Brille der 
Studium der grossenMeisterwerke inRom lenkte damals maßgebenden Bolognesischen Schule, 
ihnjedochvondenmanieristischcnVorbildernab, obwol er natürlich auch ein Kind seiner Zeit 
und bald erschienen Beweise nicht bloß seines war. Mit Recht lobt Watelet an dem Künstler, 
geläuterten Geschmacks, sondern auch seiner er habe beim Nachzeichnen großer Gemälde in 
vorgeschrittenen technischen Geschicklichkeit, derVerkleinerungVieles verbessert, wodurch sie 
die, als sle nach Versailles kamen, so gerührnt in seinen Stichen merklich gewonnen hätten. 
wurden, dass Ludwig XIV. ihn nach Frankreich Diese Bemerkung gilt freilich nur in Beziehung 
zurdckberief, zum Hofkupfcrstecher mit an- auf gewisse Meister. P. da Cortona und G. Lan- 
sehnllchenrfifehalt ernannte und die von Lebrun franco gab er etwas Stilgemässes und Korrektes, 
fuf (1811 K0ulg ausgeführten Bilder aus der Ge- was diese Manieristen in günstigerem Lichte
        

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