Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1604226
392  Pierre Elie Audouin  Charles Audran. 
unter verschiedenen Meistern zu Paris zu stu- die ersten Anweisungen erhielt, ist nirgends be_ 
diren und später in der Schweiz und Italien zu richtet, wir wissen nur, dass seine Ersillingsar- 
reisen, von wo er jedes Jahr zahlreiche Erinne- beitcn in Lyon erschienen sind,  ein Umstand, 
rungen in Pastell oder Aquarell zurückbrachte. der an der Richtigkeit der allgemeinen Angabe, 
Eine geringe Zahl Gemälde hat er in Oel ausge- dass er in Paris geboren und erzogen worden, 
führt, unter diesen einige von ziemlich großem Zweifel erweckt, und wenn er, gleichfalls nach 
Format; eines der letztern, Himmelfahrt Maria, allgemeiner Anführung, sein Kunstfach in zar- 
kam in eine Kirche. Ein anderes, der Bettler, tester Jugend zu betreiben anfing, so passt dazu 
befindet sich im Museum von Niort, welches eben so wenig die früheste Jahrzahl, die auf 
auch eine hübsche Ansicht der Stadt in Wasser- einem seiner Stiche geschrieben steht. Diese; 
farben besitzt. A. hat überhaupt seine cigcnt- erste mit einem Datum versehene Blatt ist eine 
liehe Stärke im Aquarell. DieAnsieht desGenfer Titclverzierung, welche Maria und Joseph zu 
Sees gilt für eines seiner besten Werke. beiden Seiten einer läartusche vorstellt; es ist 
s. Explication des ouvrages de peinture etc., 1515 gestochen, d- h- als K- Alldmn, Wenn sein 
qui composent le Musee de Niort. 1865. pp. 11 eben erwähntes Geburtsjahr richtig ist, schon 
und 22. 22 Jahr alt war und mit einer Unbehiilfli  
Privatmittlteilunyeazvon Belet u. Bitter zu Niort. aiiggefiihrt, die lgeine lange Uelmng vorausilizäf 
Alew- Pinvhurl- Die illustrirten 'l'itelbll. aus den Jahren 1619 
Andran. Audi-an. Die französische Familie bis 1620 zeigen eben keine grössere Geschick- 
dieses Namens gehört zu den Familien, wo Nei- liehkeit im Mechanischen; sie haben noch etwa 
gung und Anlage zu gewissen Kunstfächern sich sehr Hartes und Steifes. Erst von 1622 an maght 
fortpdanzen, wo die Söhne dem Vater, die Neffen sich ein Fortschritt bemerklich, und in den 
dem Oheim in ihrem Kunstbetriebe folgen und nächstfolgenden Jahren, 1624-1627, wird der 
daraus gewissermaßen ein Erbgut machen: sie Stich zunehmend weicher, sauberer und ge- 
füllt in den Annalen der französischen Kupfer- schmeidiger. Um sich im Zeichnen und Stechen 
stecherkunst einen sehransehnlichenPlatz. Ver- zu vervollkommnen, unternahm der Künstler 
einzelte Stücke von allen ihren Repräsentanten seine vitalienische Reisen, vermutlich im Jnln- 
kommen hautig genug vor; aber eine vollstän- 1628 oder 1629. Denn von seinen Lebensumstän- 
digc Sammlung ihrer siimmtlichen Werke habe den ist so wenig bekannt, dass man nur nach 
ich nirgends angetroffen. Die nachfolgenden den Jahrzahlen auf seinen Kupferstichen Fol- 
Verzeichnisse sind bei weitem nicht vollzählig gerungen machen kann. 1627 ist nämlich das 
und hätten zu einem viel größeren Umfange aus- letzte Datum auf den Blättern, welche Marietto 
gedehnt werden können, wenn ich die mir unbe- mit Recht als nK. Audrans erster Zeit und Md- 
kannten Stücke, die ich in kunsthistorischen Ilißf" angehörig bezeichnet. Die Kupferstiche, 
Büchern und in Vcrstcigerungskatalogen er- welche A. in Rom veröffentlichte, sind von 1630 
wähnt fand, ohne weiteres hiitte anführen wollen. 1631, 1632, 1633 datirt, so dass wir für seinen römil 
Allein grundsätzlich habe ich in das Verzeichniss sehen Aufenthalt etwa vier bis fünf Jahre ansetzen 
nur solche Bll. aufgenommen, die ich aus eigncr dürfen. Nach Mariettds Meinung besuchte er 
Ansicht kenne; nur wenn ich bei P. J. Mariette hierdie Schule dcsgeschicktcn deutschen Kupfer- 
mir unbekannte Blätter erwähnt fand, glaubte steohei-s ltlatthäns Greuter; wahrscheinlicher 
ich eine Ausnahme machen zu dürfen, weil dieser jedoch ist, dass er dort bei keinem Meister als 
gründliche Kenner nichts verzeichnete, als was Lehrling eintrat, sondern sich selbständig wei- 
er selbst gesehen hatte. Heineken, Le Blanc ter auebildete; denn seine römischen Ai-beitgn 
u. A. sind in ihren Angaben durchschnittlich Vornamen ein nach verschiedenen Seiten hin 
theils so unbestimmt, theils so ganz unrichtig, nnisnlinnendes, Qklektisßhßg Studium, und dass 
dass ich (liesclben nur in den wenigen Fallen, K_ Andi-an nicht ganz unvorbereitet, als bloßer 
wo die Stücke sich daraus erkennen lassen, be- Anfänger, nach Rom kam, beweisen die von ihm 
nutzte. Uebrigens ist bei den Artikeln, die nach daselbst gelieferten Bll., die theilweise, nament. 
fremden Angaben zitirt sind, dieser Umstand lieh sdie Geburt des Zeuge nach A, Sncnhi (N11 
jedäßmal tlllßdrüßklißh bßmßrkf- 115) , zu dem Vollkommensten gehören, was er 
s Ileincken, Diet,  Basal], Dict.  Huber überhaupt geleistet hat. Aus Rom kehrte er in 
111141 ROSiuVH- 91-93- 251-259  J 011- die Heimat zurück, wo er sich zunächst noch eine 
M"? I- 1717187  L? Blajmr Manual"  geraume Zeit in Lyon aufhielt; denn die Spuren 
P1. d e Biiudlco" r' peul,tlie'i'raveur' 11' 291 seiner dortigen Thätigkeit lassen sich auf Buch- 
(lilr P. (z. Audran).  IxODGIiZ-Dllmellll,   T]   mgäb. l 
Peintre-Graveur. IX. 237 ff. (fürGerard Audran). tltel und "äsenvälzlerung?" von, ' ls_ 643 
 verfolgen. Die datirten Pariser Stiche beginnen 
Ch arl es oder Karle Au d ran, von seiner 1946) und es ist nicht P1 gewfilgtl fvenn man 311- 
Familic der erste, der sich in der Kupferstecher- nimmt, (dass er um dlese Zelt 561118" Wohnsitz 
kunst einen Namen machte. Er soll 1594 zu Paris nach Puls Vßrlegte, WO 61' 1574 Stßrb- Obschon 
geb. sein, und die auf einem seiner Kupferstiche 01' sich dur C11 391119 eigenen Werke Ruhm und 
befindliche Bezeichnung: G. Audran Paris. Feeit Beifall erwiwb, so verbreitete sich jedoch seine 
Romae scheint es zu bestätigen. Von wem er Berühmtheit noch mehr dadurch, dass ihm vor-
        

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