Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1604092
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Aubry. Jean Aubry, Zeichner und Stecher 
zu Paris um 1785. 
Die Taf. in: Oours de Botanique pour servir ä 
Fläducation des Enfants de S. A. etc. Le Duc. 
d"0rlea.ns. Paris um 1785. Mit 86 Bll. F01. 
s. LeßlantgManuel. aus 
Aubry. Louis Francois Aubry, Maler, 
geb. zu Paris 1770, gest. gegen 1850, lernte bei 
Vincent und Isabey und brachte es in der Minia- 
turmalerei zu ansehnlichen: Rufe. Im Salon von 
1810 sah man von ihm die beiden Bildnisse des 
Königs und der Königin von Westfalen (in ganzen 
Fig.), welche nach Landen sich besonders durch 
die Lieblichkeit des Kolorits auszeichneten. Auch 
das Bildniss einer lautenspielenden Frau (Salon 
1814) fand durch seinen angenehmen und zugleich 
kräftigen Farbenton Anerkennung. Im J. 1831 
stellte er das Porträt der Gemalin Ludwig Phi- 
lipp's aus, und noch im Salon von 1838 fanden 
sich Werke von ihm. 
s. Fiorillo, Gesch. der zeichnenden Künste. 
III. 489.  Landen, Salons 1810, 1814-, 1831. 
 Fiissli, Neue Zusätze.  Bellier, Dict. 
W. Schmidt. 
Aubry. Ch. Aubry. Nach einem uns sonst 
unbekannten französischen Maler oder Zeichner, 
um 1824 führt Le Blanc auf 1  
Sa Majeste Charles  roi de France, passant la 
revue au Champ-de-hlars, le 30 septembre 1824. 
Gest. von L. Fr. Charon. 
W. Schmidt. 
Es ist ungewiss, ob dies der C h a r le s Aub ry, 
der Zeichenlehrer an der Reitschule zu Paris 
war. Von ihm erschien um 1837 im Verlag von 
Ch. Motte, Imprimeur-Lithographe: 
L'Equitation et les Chasses. Histoire pittoresque 
de PEquitatiQn ancienne et moderne. 1. und 2. 
Theil. Folge von 24 Zeichnungen auf Stein, 
komponirt und lithogr. von Ch. Aubry, prof. de 
dessin ä Ylilcole de cavalerie. Auch kolorirt. gr. 
Pol. HE 
Anbry-Lecomte. Hyacinthe Louis Vic- 
tor Jean Baptiste Aubry  Leeomte, 
französischer Lithograph, geb. zu Nizza 31. Okt. 
1797, gest. zu Paris 2. Mai 1858, Schüler von 
Gir0det_Trios0n. Dieser Maler interessirte sich 
für das Aufkommen der unlängst in Frankreich 
eingeführten Lithographie, und Vselbst zu be- 
schäftigt, um sich wirksam dafür zu bethiitigen, 
rieth er seinem Schüler, der jung geheiratet und 
nach dem Verlust seiner Anstellung bei dem 
Finanzministerium den Unterhalt für eine 11'21- 
milie zu erwerben hatte, jene damals noch un- 
ebenbürtige Kunstgattung zu ergreifen. Der! 
junge Künstler befolgte den Rath und machte; 
mit den ihm eigenthülnlichen Gaben und Fertig-j 
keiten Glück und Epoche in dem neuen Kunst-l 
fache. Seine ersten B11. aus den J. 1821  1822 
sind unter der unmittelbaren, bisweilen handan- 
legenden Leitung Girodefs und größtentheils 
nach Gemälden und Zeichnungen desselben gc-  
arbeitet, zu deren Verbreitung A. L. auch noch  
später, vermutlich aus Erkenntliehkeit gegen 
den stets hülfreiehen und befreundeten Meister, 
unermüdlich beitrug. Diese ersten Bll. zeigen eine 
schüchterne, regelrechte Arbeit mit dicken und 
harten Strichen; der Grund ist stellenweise 
völlig gedeckt und das Korn zu einer schweren, 
undurchsichtigen Masse verdichtet: aber bald 
nachher macht sich im Vortrage mehr Keckheit 
und Freiheit bemerklich, die zunehmend an 
Starke gewinnt und sich bis zur gewandtesten 
Bravour steigert. Einzelne Blätter aus den J. 
1824-1828 fanden bereits eine so ungemein wol- 
wollende Aufnahme, dass von einigen , wie von 
der Danae (N0. 11) und der Psyche (N0. l9l 
mehr als 600 Exemplare an Einem Tage abge- 
setzt, und andre , z. B. die Korinna (N0. 46) 
mehrmals wiederholt wurden. 
Nunmehr stellte sich der Name des Lithogra- 
phen den berühmten Kupferstechern an die Seite, 
und wurden seine Arbeiten wie Kunstwerke im 
wahren und vollen Sinne des Wortes geschätzt. 
Vor ihm hatte in der That keiner die Lithogra- 
phie mit so kostbaren Vorzügen bereichert und 
ihr solche Kraft, eine so durchgeführte Ab- und 
Ausrundung gegeben. In seiner Hand scheint 
die lithographische Kreide sich nicht mehr auf 
dem Steine abzustumpfen und breit zu drücken; 
sie lässt einen scharfen und markigen Strich dar- 
auf zurück; das Vorbild zeichnet sich fest und 
geschmeidig ab; Luft und Licht verbreiten sich 
mit Fülle und Gesammtwirkung; leicht und durch- 
scheinend flattern die Gewänder; die Perspek- 
tive entfaltet sich ins Weite und Tiefe ; die Bau- 
liehkeiten, die Formen des Erd- und Pflanzen- 
reichs zeigen sich in ihrer materiellen Wirklich- 
 keit und St-attlichkeit; kurz, was man von kraft- 
 und gefühlvoller Nachbildung des eigenthüm- 
 liehen Charakters eines Vorbildes der Kunst 
 oder Natur verlangen kann, ist hier mit mannig- 
fach abwechselnder Technik geleistet, und die 
Lithographie erscheint hier auf einer Stufe der 
Ausbildung, die für sie unerreichbar dünkte und 
wirklich nur dem ausgezeichnetsten Talent und 
der größten Virtuosität zu erreichen möglich 
war. Wie auch der Kupferstecher seine Platte 
bearbeiten mag, das Ergebniss davon ist gewiss, 
weil das Metall genau wiedergibt, was Stichel 
und Nadel darauf vorgezeichnet haben. Nicht 
so der lithographisehe Stein, indem die feinen und 
transparenten Sehattirungen, womit in dem Korn 
des Kreideauftrages Licht und Luft ausgedrückt 
sind, beim Abziehen sich meistens vergröbern 
und die harmonische Wirkung beeinträchtigen. 
Was diese zweite lithographische Manier unseres 
Künstlers auszeichnet, ist das gründliche Ver- 
ständniss in der Ausführung des Ganzen wie des 
Einzelnen, die grosse Kraft oder Feinheit des 
Korns, welche der Zeichner, je nach Erforder- 
niss, mit seiner Kreide zu erreichen weiss , und 
die wahre und tiefe Empfindung, womit er seine 
Werke beseelt. Nicht bloß die Menge seiner 
Arbeiten , sondern auch die Gewandtheit und 
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