Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1603735
Aspruck. 34 3 
war geschickt im Waehsbilden, Goldschmiden 
und im Silber- undBronzeguss. lm J. 1603 ver- 
fertigte er nach Stetten für den Erzherzog Mat- 
thias von Oesterreich , dem nachmaligen Kaiser, 
den Erzengel Michael von Silber und den Kaiser 
Antoninus Pius in Messing (d. h. wol Bronze). 
Möglich darum, dass auch die mit dem neben- 
stehenden Monogramm verse- 
hene Bronzegruppe, die Brulliot 
in einem Hause zu Augsburg sah, 
F von ihm herriihrt. Uebrigens 
kann das Monogramm auch durch 
Adrianus Frisius aufzulösen sein, und demnach 
das Werk von Adrian de Vries, dem bekannten 
Bildhauer, der sich um 1596 in Augsburg auf- 
hielt, herrühren. Jedoch ist dies weniger wahr- 
scheinlich, da A. de Vries nach Brulliot, (M0- 
nogr. I. N0. 281), sein Zeichen aus den verschlun- 
genen Buchstaben ADV gebildet haben soll. 
Am bekanntesten ist Aspruck, abgesehen von 
seinen bei Custos erschienenen Kompositionen 
(s. b) N0. 1-16), durch die Versuche, in einer 
neuen_Art den Kupferstich zu handhaben, die 
in's J. 1601 fallen. Es ist dies eine Folge von 
13 Bll., Christus und die Apostel, und ein Ein- 
zelbl., Eros und Anteros (s. unten a) No. l-14) 
Statten, der sie zuerst erwähnt, lässt sie in nge- 
hämmerter Arbeitn ausgeführt sein. In neuester 
Zeit jedoch haben Nagler und G. Duplessis diese 
Stiche fiir Arbeiten in Schwarzkunst ausgegeben, 
deren Erfindung durch L. von Siegen bekannt- 
lich 40 Jahre später gesetzt wird. Leider liegen 
die Bll. nicht vor mir, sodass ich mich des eigenen 
Urtheils begeben muss. J. E. Wessely schreibt 
mir aber, dass die Folge 1-13 nicht, wie bei der 
Schwarzkunst, aus dem Dunklen in's Helle, son- 
dern umgekehrt aus dem Hellen ins Dunkle durch 
eine Art Roulett gearbeitet sei, sogar die Um- 
risse seien durch Punkte gegeben. Dasselbe 
theilt mir L. Grauer von N0. 14 mit, wo selbst 
die Schrift eine derartige Behandlung zeige. 
Diese Bll.. fallen alle in das J. 1601. Da nun 
Aspruek nachgewiesener Maßen noch 1603 lebte, 
so scheinen ihn seine Versuche, die er selbst ein 
novum in aere typi genus nennt, nicht zur 
"weiteren Ausbildung verlockt zu haben. Andere 
derartige Bll. sind wenigstens nicht bekannt ge- 
worden. 
Die Jahreszahlen der Thätigkeit Aspruek's 
sind 1598, 99, 1601, 1603, wo er in Augsburg 
verweilte. Nachrichten über seine __Thätigkeit 
an anderen Orten habe ich nicht gefunden. 
a) Von ihm gestochen folgende 14 Bll., die alle; 
sehr selten sind:  
1--13] Christus und dieApostel in ganzen Figuren. 
 Folge von 13 numerirtexi Bll. nach Agostino 
Carracci. Jedes derselben trägt eine Inschrift 
und die Buchstaben A. G. (d. h. A. Oarracci) 
 und F. Q A. Auf dem B1. No. 1 , Heiland 
mit der Weltkugel und der Siegesfahile, liest 
man im Unterrande: Adm. Reuer. in am. 
Patrj ac n. n. anromo celeberr. Monaster. ad 
S. S. Orucem Aug. Vind. Praepo. digniss". 1". 
Infulo. die suo clem. Has crrir opt. max. et S.  
S. Apostel. efiig. nouo hoc in aare typi genere 
effor: m05. obseru. ergo n. nt. Franciscus Aspruck 
B. 1601. H. 4" 3'"   br. 2"  
14) Ein kleiner sich sträubender Amor, welcher von 
einer Frau, deren Busen und Beine entblösst 
sind (Knieflg), mit dem linken Arm umfasst- 
wird; der rechte Arm weist nach den Bettvorhän- 
gen im Hintergr. Hinter den zwei Figuren beugt 
sich ein Satyr über die Gruppe, welcher in der 
ausgestreckten Hand eine Blume hält und eben- 
falls nach den Vorhängen zeigt. Unterschrift: 
Avräpw; Amor Virtutis, alium Cupidinem 
superans. Josephus Heintz inuentor. QFran- 
Aug. vind. 
ciscus Aspruck B: feoit. Oben rechts 1601. 
I-I. G" 5'" br. 4"  
b) Nach ihm gestochen: 
1-4) Die Erzengel Michael, Gabriel, Raphael und 
Uriel. 4 Bll. Halbilg. Im Verlage des Domenic. 
Oustos. 4. 
N0. 5-15 sämmtliuh Halbflg. und in 4. 
Verlag des D. Custos. 
5) Hl. Afra in Flammen. Vndantes inter llammas 
etc. 
6) Hl. Apollonia. Dentibus excussis etc. F. A. 
jnv D. G. ex, 
7) H1. Barbara. Barbara, pro facinus etc. F. A. 
jnv. D. C. excud. 
8) lll. Christina. S. Cristina. Te Christina sui etc. 
D. Custos excud. Ohne Bezeichn. Aspruck's. 
9) Hl. Elisabeth. Diua tuam etc. F. Aspruck jnV. 
D. Custod. exc. 
10) Hl. Helene. Abs te Crux etc. F. A. jnV. D. G. 
11) Hl. Katharina. Gur lactescit etc. F : Aspruck inV. 
D. C. ex. 
12) Hl. Ursula. Ursula, sponsa tui etc. F. Aspruck 
jnv. D. O. exc. 
13) DieSamariterimHalbflg. Desgleichen. Heiueken. 
14) Hl. Georg. S. Georgius. Virginia ut sistas etc. 
F. A. inv. D. G. 
15) H1. Antonius von zwei Teufeln yersucht. DC. 
FA. I. Auf unserm Exemplar war der Rand ab- 
geschnitten. 
16) Venus, ganze Figur, mittelgroßes B1. Gest. von 
Luc. K ilian. Heineken. 
17) Der Augustusbrunnen vor dem Rathhause zu 
Augsburg. Nach llubert Gerard's oder Ger- 
hard's Erzbildwerk. Gest. von Luc. Kilian 
nach A.'s Zeichnung. Die Dedikation an Octav. 
Secundus Fugger hat die Unterschr. Franciscß. 
Aspruck Bruxell. 1598. gr. F01, 
18) Kopie hiernach. Franc. Aspruk delineavit. 
G60!!! 11911112 Schifflen Sculps i. Jeremias 
Wollf excud. Aug. Vind. kl. Fol. 
19-20) In: Tirolensium Principum Gomitum ab 
Anß. Virg: partus. CIOCC. xxrx, usque ad Ann. 
ololo. I0. Genuinae Eicones etc. Im Verlage des 
D. Custos, Augsb. 1599, kl. Fol., das Titelbl. bez. 
FAI, und das kaiserliche Wappen, bez. FA. 
Erschien auch in deutscher Uebersetzung bei 
D. Oustos. 
s. Heineken, Dict.  P. von Statten, 
Kunst-, Gewerb- und Handwerksgeschichte von 
Augsburg. 1779. pp. 417. 439. 467. 486.  
Brulliot, Monogr. I. N0. 314.II. N0.755. 760.
        

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