Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1603633
Hans Asper. 333 
 
trägt des Malers Monograminß  Ebenda 
befindet sich das Bildniss von Regula Gwalter, 
Zwinglis Tochter, mit ihrem siebenjährigen Mäd-  
ehen, 1549 gemalt. Auf dem Künstlergütli zu 
Zürich befinden sich drei Bildnisse aus dem 
J. 1538, das Porträt eines Herrn Escher vom Glas 
und diejenigen des Landvogts Ilolzhalb und seiner  
Ehefrau ; diese h ält Hund und Katze, die naturge-  
treu, (lochetwas trocken gemalt sind, auf dem 
Schoß. Mündler rühmt ein von ihm zu Paris im 
Privatbesitz gesehenes Porträt eines Greises (Aet. 
94), das mit dem Monogramm H und 1535 ver- 
sehen ist. Im J. 1549 malte A. den Feldhauptixiann 
der Schweizertruppen in französischem Dienst, 
Wilhelm Fröhlich, gebürtig aus Zürich und Bür- 
ger von Solothurn, einmal in ganzer Figur und 
in seiner vollen Liinge von sechs Fuss, ein zwei- 
tes Mal als Brustbild mit einem Porträt seiner 
Gemalin zum Seitenstück. Alle drei Bilder be- 
finden sich jetzt zu Solothurn im Besitz der 
Familie des verstorbenen Alt-Rathsehreibers 
Tugginer. (Vgl. über andere Porträts das Ver- 
zeichniss der Werke. Willkür-lieh werden A. 
drei Bildnisse in der Münchener Pinako- 
thek und eines im Wiener Belvedere bei- 
gemessen.) 
Im Ganzen iiössen Als Porträts Achtung ein 
vor der Durchbildung und der hingebenden 
Sorgfalt, deren der sonst an schnelle Handwerks- 
arbeit gewohnte Künstler bei solchen Aufgaben 
fähig war. Mitunter, wie bei dem Bildnisse 
Zwinglis, ist er scharf, ja hart in den Umrissen, 
sonst aber gediegen , klar und licht in der Fär- 
bung; er malte häuüg mit Lasuren, die aber 
meist durch Verputzen verschwunden sind. Eine 
durchgängige Energie und Tüchtigkeit, aber 
verbunden mit einem gewissen Mangel an feine- 
rem Formgefühl, ist stets bei A. zu bemerken. 
Die Köpfe sind das Beste, denn wie solid auch 
seine Bilder in allen Theilen zu sein pilegen, 
wie gut gezeichnet bis auf die manchmal un- 
sicheren Hände , wie treiflich auch in allen Ein- 
zelheiten gemalt, so zeigt sich doch oft ein ge- 
wisses Ungeschick in derAnordnung, und es fehlt 
die volle Harmonie des reichen Details. H. A. 
ist ein höchst aehtbarer, iieissiger Provinzial- 
Maler, der sich lange auf seiner Höhe erhält, 
aber von der größeren Entwickelung Vaterlän- 
discher Kunst, namentlich von den emincnten 
Fortschritten Holbeiirs ziemlich unberührt 
bleibt.  
s. San drart, Teutsche Akademie II. Th. II. 
p. 81, Th.lll. p. 71. Zürich. -J. G. Füessli, 
Geschichte der besten Künstler in der Schweiz. 
     
Leistungen für Solothurn, 1866 (treffliche Mono- 
graphie mit reichem urkundlichen Material).  
N e uj ah r s b l. der Künstlergesellschaft in 
 Zürich. 1843.  Neujahr sbl. der Stadtbiblio- 
thek in Zürich. 1873. 
(Irkiandliches aus Zürich und einige handschrift- 
liche Alotizen von. S. Vögelin. 
Alfred WoLtmann. 
Bildnisse des Künstlers: 
l) Die erwähnte Medaille von 1540, Kopf mit 
etwas Hals, gesiutzter Vollbart. 
2) Hiernach das Bildniss in J. Caspar Filesslfs 
Geschichte der besten Künstler der Schweiz. I. 
J. Rodolf F ü e s sli fecit. 
3] Radirung ohne Angabe des Stechers. Halbflg, 
hält Pinsel und Palette in der Hand. JOANNIS 
ASPER rrcron ANNO mrsrrs swn. 72. 1571, in 12. 
4) Hiernach scheint. ein ganz geringes Oelbild 
(Leinwand) auf der Stadtbihliothek zu 
 Z ürich gefertigt zu sein. 
 Verzeichniss der Werke: 
 (Aus den obenangeführten Gründen  Ver- 
 schiedenheit der 'l'echnik, Entstellung durch 
Uebermalungen  ist es nicht möglich, mit 
Sicherheit Aspefs Arbeiten von denen seiner 
Schüler auszuscheiden. Wir zählen daher ohne 
Anspruch auf ein abgeschlossenes Urtheil die 
 bedeutendsten Bilder auf.) 
A) Erhaltene Werke, die A. mit mehr oder weniger Grund 
zugeschrieben werden. 
1) Alter Mann mit Pelzmiitze im Profil. Kopf 
und Schultern fast lebensgroß, Monogramm. 
lmago Johannis Müller aetatis suas 75. obiit 
ann. 1524. Kiinstlergesellschaft 
Z ü r i c h, aus der Kellefschen Sammlung. 
2) Peter Fiissli, Stück- und Glockengiesser in 
Zürich. Kniestiick. Viertel-Lebensgröße. 
Auf dem Fingerring das Fiisslfsche Wappen. 
P. F. R (itter) Z (u) IERVSALEM. 1535. 
Oben die Insignien der Pilgerreise Fiisslfs. 
In der Hand hält er den Rosenkranz, das 
Zeichen seines katholischen Glaubens, den 
er bis zu seinem Tode (1548) beibehielt. 
Das Bild ist völlig übermalt und lässt ein 
sicheres Urtheil nicht mehr zu, doch stimmt 
es ganz mit Aspefs Art, galt auch immer 
als seine Arbeit. Stadtbibliothek 
Z ii r i c h. 
3) Brustbild eines Mannes mit Federbarett, 
offenem Hemd und umgeschlagenem schwar- 
zen hlantcl, die Hände auf einer Marmor- 
briistung. Halbe Lebensgröße. Monogramm, 
anno 1538. Nach der Ueberlieferung Porträt 
eines Herrn Escher vom Glas. Kü ns tler- 
gesell schaft, Geschenk aus der Familie. 
4) Landvogt Hans Holzhalb, Kniestück, in 
rothem Kleid, schwarzem Uebermautel und. 
Kappe, gelben Hosen, das Schwert in der 
Hand. Von vielem Ausdruck, mit geringen 
Mitteln sehr lebendig gearbeitet. Das Wap- 
pen der Familie Holzhalb. Monogramm. 
Anno eetatis suze 35. 1538. 
5) Holzhalbs Gemalin, geborne Krieg. Weisses 
Atlaskleid mit schwarzem Kragen und rothem!
        

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