Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1603474
Artvelt 
Arundaie. 
Ausführung eines Seestückes beschäftigt, dessen 
Vorbild (Schilf im Sturm) im Hintergrunde sieht-- 
bar ist. Am Boden ein Hund. Lebensgroße 
ganze Fig. Auf Leinwand. H. 5' 5"  br. 7'. 
Das von Schelte van Bolswert nach van Dyck 
gest. Bildniss A.'s (s. unten) ist nicht nach die- 
sem Gemälde, sondern wol nach einer Gri- 
saille des großen Malers. Schelte van Bols- 
wert hat auch einen Seesturm (s. unten) nach 
ihm gestochen. Der Maler J. Th. J. Linnig be- 
richtet uns, dass er das Original dazuvor einigen 
Iahren auf einer AntwerpenerAuktion untcrdem 
Namen W. van de Velde, und später auf einer 
anderen Auktion derselben Stadt unter einem] 
anderen falschen Namen, und dazu erbärm- 
ich verwaschen, gesehen habe. Andere Stiche 
mach A. kennen wir nicht, aber dieser selbst hat 
aine Ansicht der zugegangenen Scheide im J. 1621 
'adirt; ein Expl. der Platte war in der reichen, 
1797 zu Brüssel versteigerten, Kupferstich- und 
ilandzeichnungssammlung von P. Wouters, 
{anonikus zu Lier (Katalog von N. J. T'Sas 
Q0. 1974). 
Gemälde Afs sind selten, wahrscheinlich, weil 
sie unter fremden Namen gehen. Unter öffent- 
ichen Galerien besitzt das Belvcderc zu Wien 
eine große Marine aufLcinwand mit vielen Schif- 
"en ; im Vordergrund liegt Kriegsgerät. Die Samm- 
ung Suermondt zu Aachen besitzt ein See- 
tiick auf Leinwand; rechts am Strande ziehen 
iwei Matrosen ein Schiff zurück; bez. A. V. A, 
Waagen sagt in seinem Katalog, dass dies feine 
Bild bereits an die Manier des viel späteren W. 
ran de Velde erinnere; es sei das einzig 
mbestreitbare, das er von Artvelt gesehen 
iabe. Ich finde indessen nicht die geringste 
Aehnlichkeit zwischen dem Machwerk unsers 
Künstlers und van de Veldeis. Das Genter Mu- 
seum besitzt einen Sturm, worin türkische Schiife 
intergehen, auf Leinwand. In der Sammlung 
neincs verstorbenen Schwiegervaters P. Th. 
itloons in Antwerpen befindet sich eine von 
Kriegsschiifen beschossene Festung, die in Brand 
gerathen ist. Dies Bild, auf Leinwand, ist breitl 
gemalt und von der kräftigsten Wirkung; diel 
ächiffe sind sehr gut dargestellt. Der Verfasser! 
selbst besitzt ein Leinwandbild mit einem See- 
gefecht zwischen Holländern und Spaniern. Es 
st sehr fein und durchsichtige; gemalt, man be- 
nerkt darin, wie auf Bolswerts Stiche, die zack- 
ge Manier, in der Artvelt seine Wogen bildete. 
Gleich dem vorigen zeichnet es sich durch treff- 
jche Redexe und die schöne Zeichnung der Fahr- 
zeuge aus. Desgleichen besitzt der Verfasser 
von A. eine Zeichnung in Medaillen mit Farben 
eicht gehöht. Sie stellt eine Ansicht der Stadtl 
Antwerpen vor, vom Vlaamschen Hoofd aus ge- 
nommen.  
Andries van Artvelt starb im J. 1652. Aml 
li. Aug. des Jahres ward die Todtenschuld von 
I6 H. ö Stübern für seine nkerklykn (s. Apshovcn) 
an die Kathedrale, Siidquartier, bezahlt. Soprani 
sagt, dass wAlfeltn am Schlage starb, kurz nach: 
dem er wieder in seine Heimat gekommen. Wir 
können nicht sagen, ob dieser Bericht auf Wahre- 
heit beruht. 
Der Maler J. van Vel sen war ein glücklicher 
Nachahmer des Künstlers, wie uns eine Marine 
von seiner Hand bewies. 
Quellen: Pfarrregister von Antwerpen.  Ph. 
Rom bouts und T h. V. Lerin s , De Liggeren. 
1.453. 529. 585. 638.   
Mariette, Abecedario. 1. 33.  Felibien, 
Entretierls etc. Große Ausg. II. 237; kleine 
III. 4:37.  A. Jal  Dict. eritique de biographie 
et d'histoire, bei Plate-Montagne.  N. de 
P i g a g e , La. Galerie elect. de Dusseldorf. 
Bruxelles17S1. p. S9.  Catalogue ruisoalne? 
de la galerie de Düsseldorf, redigö rlQiprös le 
catalogue raisonne efiigure de Mr. N. de Pigage. 
1805. p. 72.  R. Marggraff. Katalog der k. 
Gemälde-Galerie in Augsburg. 1869. N0. 118.- 
W. Bürger, Galerie Suermondt ä Aix-la- 
Chapelle, avee le catal. de 1a collection par le 
Dr. Waagen, traduit par W. Bürger. pp. S1. 
129-130.  A. P. Sunaert, Catalogne du 
Mnsee de Gand. 1870. N0. S8. 
Th. van Lerius. 
1) Bildniss des Künstlers von A. van Dyck, 
jetzt in Augsburg (s. oben). Gest. in Meehel's 
Düsseldorfer Galeriewerk. 
2) Bildniss des Künstlers. Hiiftbild. Profil nach 
rechts; der Kopf ist über die reeh te Schulter 
znrückgewendet, ohne jedouh den Blick auf den 
llesehauer zu richten. Die rechte Hand hält 
eine Papierrolle. Im Hintergr. stiirmisrhe See, 
worin ein Schilf mitden Wellen kämpft. ANDREAS 
VAN nnrvnrxr- rroron rnmnmlvm NAVIVMQVE 
nuuonvn ANTVERPIAR. Ant. van Dyck pinxit. 
S. ä Bolswert sculpsit. kl. F01. Vergl. Archiv 
für die zeichn. Künste. lV. 258, worin die ver- 
schiedenen Abdrueksgattilngeil.  
a) Von ihm radirt: 
Ansicht der zugefrorenen Scheide im J. 1521. 
Siehe oben. 
b) Nach ihm gestochen: 
Seesturin mit Schilfcm; die Wellen in kühner Be- 
wegung. Andreas van Artvelt pinxit. S. Z1 B0 l s- 
w ert srrulpsit. Gillis Hendricx excndit. qu. F01. 
W. Schmidt. 
Arnn. V. Arun, wo] Engländer. Als von 
einem solchen gestochen finden wir angegeben: 
Nlorgan Graves of hlickleton, 0b. 1770. F01. Privat- 
platte. 
W. Engelnwnn. 
Arundaletlrru nci s A r u n dal e , englischer 
Architekt und Zeichner, geb. zu London den 
9. Aug. 1807, 1'- zu Brighton den 9. Sept. 1853, 
lernte bei dem Awhitekten Pugin (gothischc 
Richtung), wo er 7 Jahre blieb. Im J. 1831 ging 
er nach Aegyptcn; ferner reiste er in Palästina, 
Italien, Griechenland, Sizilien und Frankreich, 
iiberall interessante Gegenden und Alterthiimer 
abzeichnend und skizzirend. Viele Winter brachte 
er in Rom zu. Er gab heraus : 
1) The editlces 01' A. Palludio, forming a selection 
from his mest admired huilrlings, from drawings
        

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