Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1603439
Ääclllii 
d'Arthois. 
große Bäume darstellt, einen Hohlweg in einem 
Forst, eine malerische und ungekiinstelte Lage, 
halb bewaldet ,V halb bergig, eine Lichtung in 
einem Gehölze, ein Gewässer oder ein sandiges 
Terrain im Vordergrund, einen blauen oder leicht 
bewölkten Himmel, einen lichtvollen Horizont, 
einige gut gemalte Figuren und dabei einen brei- 
ten Vortrag und stark ausgesprochene Töne hat, 
um das Werk sofort dem Briisseler Meister zu- 
zuschreiben. Es ist nicht zweifelhaft, dass zu 
seinen Lebzeiten und bei seinem Erfolg. sich 
viele Nachahmer gebildet, die sich gehütet 
haben, ihre Werke zu bezeichnen. Vermutlich 
muss man zu diesen seinen Bruder und seinen 
Sohn rechnen, deren Malereien mit den seinigen 
wol zusammengcworfcn werden. 
Eine Durchsicht der europäischen Galerien 
ergibt folgende Zusammenstellung: 
In Belgien befinden sich 5 Bilder (3 davon 
bezeichnet) im B r ii s s e l e r Museum, ohne I-Iin- 
zurechnung der Landschaft eines großen Gemäl- 
des von G. de Crayer, worauf der hl. Hubertus 
vor dem wunderbaren Hirsche kniet. Denselben 
Vorwurf, ebenfalls von beiden Künstlern, trifft 
man in der St. Jakobskirche zu Löwen; doch 
bestreitet ein Lokalforschcr diese Angabe und 
hält die Landschaft von L. de Vadder. Ein an- 
deres  bezeichnetes  Bild von J. (FA. sieht 
man im Museum von Brügge. Darf man dem 
(übrigens erbärmlichen) Kataloge trauen, so be- 
sässe das kleine Museum von T0 urnai 6 Schö- 
pfungen seiner Palette, die uns aber alle ziem- 
lich zweifelhaft diinken. 
Die Kataloge der französisch cn Museen, 
nämlich der von B c s anc o n, B o r d e au x, 
Caen, Dijon, Douai, Lille, Orleans, 
Val eneiennes, erwähnen 10 Bilder des Ma- 
lers. Die zu B o r de a u x stammen aus der-Samm- 
lung des lilarquis de la Caze. Auf einem der 
Gemälde zu Lille liest man: Jaeobus d'Arthois. 
Das zu Orleans darf man ohne weiteres aus 
der Liste streichen , denn es ist bezeichnet 
J. V. A. , was niemals das Monpgramm des 
Künstlers gewesen. 
In den d e uts c hen Galerien werden dem lila- 
ler zu Augsburg, Darmstadt, Dresden, 
Frankfurt, Gotha, München, Schleiß- 
heim u. s. w. gegen 15 Werke zugeschrieben. 
In Oesterreich sind 4 Bilder in den Samm- 
lungen des k. k. Bel vedere und der Kunst- 
aka d ein i e. Eines derselben (im Belvedere) trägt 
die Aufschrift: Jacques (PArthois; seine Ver-  
hältnisse und die seines Gegenstiiekes sind ko-l 
lossal. Nach den Darstellungen aus dem Leben  
der hh. Franz von Borgia und Stanislaus Kostka,  
die sich auf ihnen befinden, könnten sie urspriing-  
lieh für eine Jesuiten-Kirche oder -Kollegium in 
Belgien angefertigt werden sein. Ebenso kommt" 
Arthois in den W i e n e r Sammlungen L i e e h -l 
tenstein, Czernin und Schönborn vor.  
Das Bild der letzteren trägt die Bezeichnung des  
Künstlers; und Waagen versichert, dass es eines  
Meyer, Künstler-Lexikon. II. 
der "schönsten sei , das er von dem Meister 
kenne. 
In den Museen {zu Stockholm und Chri- 
stiansborg ist je ein Genlälde dem Arthois 
beigelegt, jedoch ist die Richtigkeit dieser Be- 
nennung zweifelhaft. 
Madrazo verzeichnet in seinem Katalog der 
Madrider k. Gialerie 9 Werke unseres Künst- 
lers; Lavicc hat diese Zahl in seinem Buche über 
Spanien auf 14 erhöht. Die Mehrzahl dersel- 
ben gehört sicher unserem Meister an. 
In den Privatsammlungen Englands ver- 
zcichnetWaagcn gegen12,weleheSirHu1nphre y 
vonTrafford, LordCaldomGrafdeWc- 
myss, Herzog von Bridgewater etc. be- 
sitzen. In den öffentlichen Galerien selbst ist 
keines vorhanden. 
 Auf der Versteigerung C h a p u i s zu B rü s s el, 
1865, befand sich eine sehr schöne Landschaft 
von unserem Künstler, mit Figuren von D. Te- 
niers d. J., bez: J. d'Arthois. 
Auch Zeichnungen hat er hinterlassen , zum 
Theil in chinesischer 'l'usehe, zum Theil in 
Tusche und Indigo, wieder andere in Gouaehe. 
Der Katalog Paignon-Dijonval (1810) beschreibt 
4 davon. 
Ilandschriftliche Quellen: in den verschie- 
denen Archiven zu Brüssel. 
s. ausser den schon im Texte angeführten Werken 
 von De. Bie, Iloubrakcn, Weyerman, 
De s cam p s (Vie des peintres II. 213 u. Voyagc 
pittoresque. 1769. pp. 46. 57. 77. 94. 130. 227. 
228], SandrartJIoet n. Pilkington noch: 
Me ns aert, L3 Peintre amateur et (zurieux. I. 
, 44. 53. 74. 102. 104. 150. 160. 179. 274.  
Catal ogue des elfets precieux de feu S. A. lt. 
le duc Charles de Lorraine. pp. 108. 110.  
U atal 0 gn e d'une celleetitrn de tableaux de plu- 
 sieurs grands xnaitres etc. 1785. N0. 170. 195. 
497. 3213.  (de Burti n), Catalegue de ta- 
bleanx vendus ä Bruxelles depuis Pannee 1773. 
 Benard, Oabinet de Paignon-Dijonval.  
A. Wuuters, Ilistoire de Brnxelles. III. 270. 
456 etc. und Ilistoire des cnvirorls de Bruxelles. 
I. 67. III. 357.  Van Even, Louvain monu- 
mental. p. 220.  Kervyn de Volkaers- 
beke, Les Eglises de Gand. II. 171. 241. 249.  
Waagen", llandbuch der nieder]. Malerei. II. 
73.  D er sel be, Die vornehmsten Kunst- 
denkmäler in Wien, passim.  Ders. , Trea- 
sures 01' Art in Great Britain, passim.  W e ale, 
Brnges et ses envircns, Ausg. von 1864. pp.12ö. 
133. 135 und Belgium. pp 58. 70. 194. 284.  
Naeler. lllonvgr- III. p. 882.  De1'er,Ca- 
talogue genäral. I. 130.  Ausserdem noch die 
verschiedenen G a1 e r i e k ata log e. 
Alex. Pinchart. 
Bildniss des Künstlers, I-Ialbiig, mit Einer de- 
rnonstrirenden Iland. Jean. Me y ß e n s pinxit et 
excud. Petr. de Jode scnlpsit. gr. 8. In C. de 
 Bie's Gulden Kubinet. 
Nach ihm gestochen: 
l) Diebeidcn Bauernhäuser aufdcm Hügel. Jacques 
van Artois pinxit, W. Hollar feeit, 1651. gr. 
qu. 4. Parthey, Wenzel Hollar, N0. 1205. 
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