Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1603419
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verzeichnet, ausser seinem Bruder Nicolas und diene, um seine Schulden bezahlen zu können, 
seinem Sohne Jean Baptiste, 6 Schüler von ihm: beigebracht wurden, befindet sich das Zeugniss 
Jean de Sainneville, 1639; Cornelius van Empel vonBalthazar de Robiano, Sekretär des Geheimen 
oder van Impel, 1642; Johannes Cornelius de Raths, vom 6. Juli 1662, der erklärt, dem Maler 
Ridder, 1645; J oh. Bapt. Fabri, 1646; Peter van nebst seinen Unkosten 24 Gulden täglich angebo- 
Waetom, 1653 und Phil. van Dapcls, 1654. Alle ten zuhabemohne Hinzurechnung jedoch der-Aus- 
sind sonst unbekannt. Nicht unmöglich ist es," gaben für seine Malereien, unter der Bedingung, 
dass er noch andere Schüler gehabt; denn die dass er für ihn ein ganzes Jahr arbeite. Auf der 
bestunterrichteten Biographen lassen auch den anderen Seite bezeugte der Prior der Karmeliter 
Corn. Huysmans bei ihm lernen, und wir müs- von Brüssel, dass der Künstler für sie 10 Tage 
sen bemerken, dass mit dem Schlusse 1654 das lang an einem Bilde gearbeitet habe, wofür er aus 
Register der lllalerkorporation sehr schlecht ge- Frülnmigkeit blos 200 fl. nehmen wollte. End- 
führt wird, und eine Menge Namen darin fehlen. lieh versicherte der Prior von Rouge-Cloitre 
lRooden-Kloostcr) im Wald von Soigne schrift- 
N i ß 0 l a S Wliißiß am il- NOV- 1640 Meisißi, lieh, dass Arthois 25 'l'age lang im Kloster an der 
(i- ii- 111_11l11' als 572 Jahre nach Jfwqilßsg, YVßS mir Ausführung einer hübschen Landschaft gearbei- 
anzuzelgen scheint, dass sein kunstlerischcr Be- tat habe, wofür. er arrsser Serum. und seines Div 
ruf sich erst ziemlich spät entwickelt hat. Abra- rrers Verköstrgrmg 900 rherrr Gulden erhalten 
liiim W111 Avoiii, 1543: und JOOS Dieriox: 1555i: Damals verlor Arthois einen seiner Söhne, der 
traten nach dem Gildebuch bei ihm als Schüler einfacher. Bote von Brüssel nach Antwerpen war, 
ein. Am '28. Nov. 1637 hatte er sich bereits mit und er bat den Murquis du Caraccmh General- 
Anna van Conincxloo, die aus einer Künstlerfw statthaltci-  dieUntcrstützung 
Wille Stamm"?! Vermait- seines Gesuches bei der Brüsselcr Stadtverwal- 
Mn Baum 18MB Meister   Älääefifiiiiiziildätiiescttii iätlfhäiitllili 
26. April 1657 verzeichnet (Jan (lhllrtois, schil- nwlbrief des gmtrrrrlvrs  Er  r (h, 27 Aorn 
der, Sone ST. Jacques (YArtois).  Das ist Alles, 12502 im  via den p 
was wir über die drei Künstler austintlig machen D318 Jahr Sams Todeslist Iäjgelä; läan Biest 
konnten.    T 
irrthümlicli 1005 als solches anzugeben, was 
(L de Bic hat in seinem Gulden Kabinet über aber unserer Ansicht nach erst von dem leicht- 
Jacques 72 Verse und sein Bildniss gebracht.  Piliiiiigiüll  lleiiiilirii- Bei de Bie. 
Gampo Weyerman allein hat einige biographi- Sandrart und Houbraken findet sich eine To- 
sche Details gegeben, die dann von Descamps (lßsß-Iigiillß ilißllt, und 051111190 Weyoimail (1729) 
wiederholt um] etwas vervollständigt wurden, bemerkt, dass er dasJahrnichtin Erfahrunghabe 
Hieraus sind alle anderen Lebensbeschreibun- bringen können. Wir haben vergeblich die Ur- 
gen entlehnt. kunden der verschiedenen Brüsseler Pfarreien 
 Die Bilder von Jacques sind offenbar mit aus- V01" J- 1555 lllld Spätßf llälßhgßsßllßil- ES erhellt 
serordentlicher Leichtigkeit gemalt; begreiflich jßllßßll 11118 Cillßf Rechnung diese? Stadt 110111 
darum, dass er während seiner langen Laufbahn "rage J ohanns des 'l'ä.ufers 1683 bis zum selben 
eine beträchtliche Anzahl vcrfertigen konnte. Er läge 169-4, wovon A. Wauters uns in Kenntniss 
war thäitig zugleich für große Herren und ein- gewillt, (lälßß Ciml 5111111116 V011 60 ii- im Jacques 
fache Privatleute , für weltliche Korporationen, d'Arthois als Rest des Preises für ein Bild gezahlt 
für Klöster und Kirchen. Wcyerman, der Brüs- wurde, welches er für einen der Säle des Stadt- 
sel am Ende des 17. und_Anfang des lS. Jahrh. bausesgemalthatte(Voldoeninghevan eene schil- 
besuehte, will von dem Künstler mehr als 100 derye berustende in de schoon camer). Wir fan- 
Bilder von großer Ausdehnung, gut gezeichnet den ausserdem einen vor dem Notar O. F. Tribcls 
und gemalt, gesehen haben. Sein Talent ver- vollzogenen Akt vom l. April 1667, bez. Jacques 
schaffte ihm Beliebtheit; bereits im J  1648 stach d'Arthois , worin dieser die Vollmacht zu einem 
W. Hollar nach ilnn. Er liess sich gut bezahlen Prozesse gibt. Ebenso kommt in der Versteige- 
und verdiente viel Geld, aber er verschwendete rung der Gräfin von Albemarle (zu Amsterdam 
es in toller Weise, weil er den Luxus liebte. im J. 174-1) ein Bild mit dem Datum 1678 vor, 
Auch starb er arm, nach dem Berichte von und ßndlißll Sißllt 111311 in dem Madrider Mu- 
Weyerman, der sicherlich diese Besonderheiten seum Ludwig XIV. zu Wagen, unter Begleitung 
von den Zeitgenossen des Künstlers erfahren eines zahlreichen Gefolges, in der Umgegend 
hatte. Wir wissen zudem (lurch eine von unse- von Brüssel eine Rekognoszirung unternehmen 
rem Kollegen Galesloot entdeckte Akte, dass  eine 'l'hatsache, die vor dem J. 1673 nicht 
Arthois Schulden halber zu Brüssel vom 26. Okt. stattgefunden haben kann. 
bis 2. Dez. 1658 in Haft sass, obschon er am Seine Bilder pflegten von großen Verhältnis- 
1. Okt. einen Sieherheitsbrief für ö Monate ge- sen und häufig mit einem biblischen Gegcnstande 
gen seine Gläubiger erhalten hatte. Der Prozess staffirt zu sein; derartige Werke, die man histori- 
dauerte noch bis 1662. Unter den Aktenstüeken, sehe Landschaften nennen kann, pflegten in Kir- 
welche zum Erwcis, dass Arthois genug ver- chen und Klöstern aufbewahrt zu werden. Seine
        

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