Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1603176
indess. Er bediente sich eines aus B und A zu- 
sammengesetzten Monogramms mit Beifügung 
Lugd. (Lugduni). 
s. Papillon , Traite histor. et pratique de la gra- 
vure sur bois. Paris 1766. I. 400.  Nagler, 
Monogr. I. 1654. IV. 118 u. passim.  Le 
Blan c , Manuel.  Pa s s a v an t, Peintre-Grav. 
VI. 263. 264. 
W. Schmidt. 
Arnoult. Nicolas Arnoult, französischer 
Kupferstecher, Kupferdrueker und Kupferstich- 
verleger zu Paris im letzten Drittel des 17. J ahrh. 
Die auf seinen Bll. befindlichen J ahrzahlen rei- 
chen nurvon 1681 bis 1689; bei seinen undatir- 
ten Stücken sind jedoch unstreitig manche von 
älterer und jüngerer Herkunft. Er stach haupt- 
sächlich Bildnisse und Modekostüme, welche 
letztere damals zum ersten Mal die Grabstichel 
ziemlich vieler Künstler beschäftigten. Seine 
Werke sind gewissermassen Jahrgänge eines 
Modejournals, wobei man aber nicht an unsere 
Modejournale denken darf. Wie der damalige 
Kleiderluxus, namentlich der Damen, den heu- 
tigen noch um ein Bedeutendes in Ueppigkeit 
und Kostbarkeit übersteigt, so haben auch die 
älteren Modebilder im Machwerk und Gehalt ein 
Beträehtliehes voraus vor den neuen Modeku- 
pfern. Nicht bloss Staatsaktionen, Hofzercmo- 
nien, Bildnisse und Alltagsvorkommenheiten 
pflegte man damals modisch einzukleiden; auch 
allegorische Gegenstände und dergleichen, ja so- 
gar die großen olympischen Göttinnen wurden 
als Kostümstücke aufgefasst und verarbeitet. 
Da diese Sachen gefielen und zu wiederholten 
Malen aufgelegt, ja sogar wenn auch nicht ge- 
radezu nachgedruckt, doch mit geringen Varian- 
ten nachgeahmt wurden, so kam natürlich viel 
Ordinäres zum Vorschein. Unser Künstler ge- 
hört zu den Stechern, welche das Mechanische 
ihrer Kunst in achtbarem Grade verstehen und 
mit mässigcm Talent sorgsame Arbeit verbin- 
den, daher von den eigentlichen Kupferstichfa- 
brikanten unterschieden werden müssen. Zwari 
lieferte er keine besonders ausgezeichnete oder! 
knnstreiche Waare, fertigte aber Besseres als 
die Bonnart und andere Konkurrenten, die nur' 
mittelmässige Fabrikate zu Markte brachten. 
Vermutlich hatte er in seiner Werkstatt auch 
Gehülfen sitzen, denen er ihre Arbeit zutheilte; 
oft aber machte er ganz allein eine Platte oder 
einzelne Theile einer solchen. Dieser Umstand 
erklärt das auffallend Ungleiche im Technischen, 
zumal bei seinen Porträts. An den Köpfen der 
porträtirten Personen ist die Nettigkeit undFein- 
heit des Grabstichels zu loben; das mit Stichel- 
punkten und kurzen Strichelchen gegebene 
Nackte und die natürlich gekräuselten Haare 
oder künstlich gelockten Perrücken machen eine 
gute Wirkung, und die Gesichtszüge haben da 
bei etwas Individuelles und Lebendiges. Dieser 
Theil rührt gewiss von dem Meister selbst her, 
und das übrige ist von der Hand seiner Gesellen. 
Die Anzüge, wobei die Aetzung mit der Stichel- 
arbeit verbunden ist, sind breiter gearbeitet und 
freilich nicht von der Art, dass man die ver- 
schiedenen Stoife deutlich unterscheiden kann, 
aber so beschaffen, dass die einzelnen Kleidungs- 
stücke und Beflitterungen mit Bestimmtheit zu 
erkennen sind. Bei der jetzt herrschenden Lieb- 
haberei der Franzosen, alle auch noch so unbe- 
deutenden Kupferstiche, die "über eine Persön- 
lichkeit und Sitte ihrer historischen Vergangen- 
heit einige Aufklärung geben, begierig zu sam- 
meln, sind Arn0ult's Bll. sehr gesucht, aber im 
Zustande der besten und frühesten Abdrücke 
nicht leicht zu finden. Da man sich aus keinem 
Kunsthistoriker über seine Werke unterrichten 
kann (was Hcineken, I. 468 und Le Blanc, I. 
57 darüber mittheilen, ist höchst mangelhaft 
und unbestimmt), so dünkt es mir nicht un- 
nöthig, von den Bll., die ich selbst gesehen habe, 
ein Verzeichniss anzufertigen, bei dessen Gc- 
brauch folgendes zu merken ist: fast alle Bll. 
sind in k]. Fol. und führen zweimal den Namen 
des Künstlers, der ein Mal als Stecher (N. Ar- 
noult fecit oder sculpsit), das andere Malals 
Verleger (ce vend a Paris ehez N. Arnoult riie de 
la Fromagerie aux Halles a Penseigne du Gros 
Raisin oder au Bon Raisin oder auch a Pjmage 
de St. Claude) genannt ist. Das Format ist nur 
in wenigen abweichenden Fällen angegeben. Des 
Künstlernamens und der Verlegeradresse ge- 
schieht nur dann ausdrückliche Erwähnung, wenn 
sie "entweder gar nicht vorkommen, oder zur Un- 
terscheidung von Plattenzuständen dienen. Bei 
den Jahrzahlen müssen die uneingeklammerten 
von den eingeklammerten unterschieden werden : 
die ersteren sind von dem Künstler selbst auf 
die Platten gestochen; die letzteren fand ich 
auf einzelnen Abdrücken handschriftlich ver- 
zeichnet. 
A. Allegorien. 
1-4) Die vier Elemente. 
I) L'Air. Zwei Damen zeigen und schauen 
nach sechs fliegenden Vögeln. 
I. Im Unterrande der Titel (UAir), der 
Name des Stechers und die Adr. 
 II. Die Dame links lässt einen Papier- 
drachen fliegen. Zu den sechs Vö- 
geln noch vier Schmetterlinge. Im 
Unterrande der Titel (L'Aire] und, 
ausser dem Stecher- und Verleger- 
Namen, vier französ. Verse. 
2) Le Feu. Eine Dame facht mit einem Blase- 
balg das Feuer in einem Ofen an; ein Page 
bringt einen Korb mit Kohlen. 
I. Hintergrund weiss; im Unterraude 
der Name des Stechers, der Titel und 
die Adr. 
1]. Im Hintergrunde Terrain und iu der 
Ecke links zwei Bäume. Im Unter- 
rande vier französ. Verse. 
3') Lc Terre. Eine Dame ertheilt eine Wei- 
 sung an einen kleinen Neger, der eine 
Baumkiste schiebt. 
I. Hintergr. weiss; im Unterrande der
        

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