Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1603031
Meister Arnold  J onas Arnold. 273 
der fränkischen Schule charakterisirt das große eine trefdiche Besprechung der Nürnberger etc. 
Altarwerk mit den Passionsbildern ebendaselbst, Biidei-  S e nn Fies e 1 Miiineiinngen der in k- 
das aus der Franziskanerkirche in B a m b e r g äentrßl-Ccmmässion. iilljlllfgallg2lväö2.  g 
stammt und die Jahrszahl 1429 trägt. Dieses Bild- BetälfrläiigäxägeuääiEfiithäiiuilflä änegaäilftgrersggn? 
äiiiiäieäiääääääääädääßiiiläääfiääääsä.  
-und mit größerer Natur-Wahrheit durchgeführt, P_ 81, 
aber es fehlen ihm namentlich in den Köpfen  W. Schmidt. 
die Feinheit und der ideale Zug jenes älteren Arnold genannt Tl-eynghin, s, Treynken. 
Pähler Gemäldes. Die Verwandtschaft des letz- 
teren mit jenem und andern weniger großarti- Arnold. Arnold de We stphalia (Arnalt 
gen Werken der bisher bekannten älteren Nlirn- Bestiirling), Baumeister, befand sich in der 
berger Schule ist nicht zu verkennen, aber eben zweiten Hälfte des 15. Jahrh. in den Diensten 
so deutlich spricht sich hier auch derselbe Ueber- des Kurfürsten Ernst und des Herzogs Albrecht 
gang von der idealistischen zur realistischen Auf- von Sachsen. Er ist der Architekt der Albrechts- 
fassung aus, den wir in der Entwickelung der burg zu Meissen, einer der großartigsten und 
Kölner Schule wahrnehmen. Es wird daher- zu- schönsten Schlossbauten der gothischen, insbe- 
lässig sein , den Fliigelaltar von Pähl, so lange sondere spätgothischcn Epoche Deutschlands. 
er als einziges Werk dieser Art dasteht, als eine Die künstlerischen Vorzüge der Anlage sind 
Schöpfung, wo nicht des Meisters Arnold von durch eine neuerliche Restauration wieder an's 
Würzburg, doch seiner Zeit und seiner Schule Licht gestellt worden. Aller Wahrscheinlichkeit 
zu betrachten. nach, rührt von A. der Plan her; jedenfalls aber 
Fr. W. Unger. ist der Bau unter seiner Leitung in den J. 1471 
Der Pähler Altar ist unstreitig eines der intcr- bis 1483 nnngeiiiilii Weiden- in einem Seilreiben 
essantesten Werke jener Zeit. Schnaase brachte den Herzogs Aibreeilii ein den Dresdner Rein, aus 
ihn mit anderen Bildern im Nationalmuseum zn- dem J- 1477, den "ginßen Ben in Meiiisen" beiref" 
sammen und glaubte ihn zu einer Schule von fenli, Wild eWiiieieieiAinnid" genenni- Aneii in 
Salzburg rechnen zu können. Indessen ist der Dresden Wer der Künstler, Wie deftige Ohm" 
Altar mit Maria Verkündigung und den stehenden nieten beiieiiien, e-n einem bedeutenden Beile 
Heiligen bereits unter dem Einflusse derVan Eyck beiileiiigi, den in den J- 1467-1477 ein Reßi" 
gemalt, und ebenso ist die eine der beiden Marien denzeenieee vorgenommen Wurde- 
im Kornährengewande entweder eine spätere  C- Clause- 
Kopie eines alten Bildes oder ganz übermalt, Arnold. J onas Arnold, Maler und Radirer 
was sich bei der hohen Stelle des Bildes nicht  - zu Ulm, 1640 als Bürger auf- 
entscheiden lässt. Am ersten versucht wäre man H, R B, genommen, rl- 1669, malte 
wegen des Fundortes das Pähler Bild zu einer l ' Bildnisse, Historie, und ver- 
bayrischen Schule zu rechnen. In diesem Falle stand sich auch auf s Architektur- und Pflanzen- 
aber müsste man annehmen, dass die bayrische Zeiehnen- Das Verzeichniss der "Knnst- und 
Schule in späterer Zeit nicht gleichen Schritt mit Naturalkammeru von Christoph Weikmann zu 
den anderen gehalten, während sie sich in diesem Ulm (1659, kl. 8., p. 69) sagt, dass unter den dort 
Werke mit ihnen vollkommen messen könnte. vorhandenen Malereien besonders merkwürdig 
Nahe läge es auch an das nicht sehr entfernte seien: "In die 200 Stück von allerhand schönen 
Augsburg zu denken. Aber leider mangeln hier und von Jonas Arnolden sehr iieissig auf Per- 
die Denkmäler zur Vergleichung. So wird man es gemin (Pergenleni) eentrefellien Tulipenn aus 
einfach unter die Rubrik voberdeutsche Schulen dem Weikmandschen Garten. In der alten 
bringen und den oben erwähnten Vergleich, dass ihrer Zeit berühmten Furtenbachschen Kunst- 
es den fränkischen Bildern (ImhoiYscherAltarin kenlmer Zll Ulm Wel" V0n A- des Bildniss der 
Nürnberg, den Berliner Tafeln, N0. 1207-10 des Großherzogin Bianca von Florenz (jedenfalls eine 
Katal. von 1860 etc.) verwandt sei, annehmen Kopie nach einem älteren Italiener), das Haupt 
müssen. Im Nationalmuseum gibt es noch ver- Johannes d. T., und das Lob der Pallas, letzte- 
schiedene Gemälde dieser Van Eyck vorangehen- res mit der Feder gezeichnet. In der Galerie des 
den Richtung, jedoch nicht von derselben Bedeu- Friedensrichters A. Fahne auf Schloss Roland 
tung.  Die Entstehung wird um das J. 1400 an- bei Düsseldorf befinden sich zwei nschönen Bil- 
zunehmen sein; vielleicht etwas früher oder spa- der auf Leinwand von ihm, Herbst und Sommer, 
ter, das lässt sich nach dem jetzigen Stande der das eine mit dem Monogramm des Künstlers und 
Forschung nicht bestimmen. Die Figuren sind 1663, das andere mit dem Namen Jon. Arnold 
noch schlank, während sie später gedrungener fecit. Man findet auch Zeichnungen mit dem 
werden, bis sich dann allmälig die neue dan- Monogramm, die nach Nagler mit der Feder um- 
drische Kunstweise überall mit Entschiedenheit rissen, ausgetuscht, mit Weiss gehöht und sorg- 
Bahn bricht. faltig vollendet sind. Das Monogramm legte man 
s. Literatur ausser der im Text genannten: früher dem JOSGph Furtenbach bei, dessen "Go- 
Hotho, Die Maler-schule der van Eyck, worin vatters Arnold war. 
Meyer, Künstler-Lexikon. lI. 35
        

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