Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1602733
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von ihm selbst in Holz" geschnittenen Bilde vor deren Entwurf das Kapitel 1588 annahm, kam 
seiner Varia Comensuracion hervorgeht. Seine nicht zur Ausführung. Um dieselbe Zeit machte 
Lehrer in der Goldschmidekimst, wie in den er mit seinem Schwiegersohn Lermes Fcrnaudez 
nöthigen Kenntnissen der Architektur und Bild- del Moral eine kleinere, aber vorzüglich gut aus- 
hauerkunst waren Vater und Grossvater, und geführte Custodia für die Kathedrale zu Osma, 
obgleich er einer ganz anderen Richtung zu- und 1600 zu Madrid eine kleinere für die Brü- 
gewandt war, so erkannte er doch vollkommen dersehaft des Allerheiligsten in der Pfarrkirche 
nicht nur die hervorragende Bedeutung seines S. Martin. Dies war seine letzte Arbeit, und sie 
Grossvaters, sondern auch die Unfähigkeit seiner wurde in Madrid ausgeführt, wo Arfe und Moral 
Zeitgenossen und den drohenden Verfall (s. oben zusammen einquartiert waren. Von Einigen wird 
den Art. Henrique de Arfe). Er hat sich darüber dem Arfe auch die Custodia von Palenci a zu- 
in einem Lehrgedichte in Ottave Rime ausge- geschrieben. Die Kathedrale zu Luge endlich 
sprechen, das er 1585 in Sevilla unter dem Titel: erhielt noch lange nach seinem Tode, 15230, eine 
De Varia Comensuracion para la escultura y zierliche silberne Custodia von dem Bischof 
arquitectura por Juan Arphe Villafane, mit Diego de Oastejon, der dieselbe in Madrid als 
Holzsehnitten herausgab. Das dritte und vierte eine Arbeit des Arfe erworben hatte. Ausserdcm 
Buch ist jedoch erst 1587 gedruckt, weil die lieferte Arfe für viele Kirchen grosse Kreuze, 
ersten Holzstöcke zu 'l'hierzeichnungen für das Bisehofsstäbe, Leuchter u. dergl. Philipp lll. 
dritte Buch verbrannt waren. Nicht alle Exem- erhielt 1599 von ihm ein Becken mit Giesskanne 
plare des äusserst seltenen Werkes sind ciaher von vergoldetem Silber für 4054 Dukaten. An 
vollständig. Es ist jedoch mit Arfe's Medaillon- dem Becken war Jupiter auf dem Adler in Gold 
bildniss zu Madrid 1675 und in 6. Aufl. 1773, 4, gravirt und die vier Elemente in Relief, und an 
wieder aufgelegt, und enthält werthvollc kunst- der Gicsskanne Orpheus , Pallas und Bacchus 
historische Notizen. Juan Arfe war im La- ziselirt und emaillirt angebracht. Von seinen 
teinischen und in der Mathematik unterrichtet, kirchlichen Arbeiten ist allerdings Vieles in den 
besuchte die Universität Salamanea, wo er bei napoleonischen Kriegen geraubt, namentlich soll 
Cosme de Medina Anatomie hörte, und ging ein Theil dessen, was die Kathedrale zu Leon 
darauf nach Tolcdo und Madrid, um an dem von ihrem reichen Silberschmuck verloren hat, 
ersteren Orte die Skulpturen des Vigarny und zu seinen Meisterstücken gehört haben, während 
Bcrruguete und an dem letzteren die des Becerra das Erhaltene meist von Henrique de Arfe her- 
zu studiren. Nach seines Vaters Tode liess er rührt. (Kunstblatt 1822. p. 263. Ford, Handb. f. 
sich in Valladolid nieder, und der ererbte Ruhm trav. in Spain. p. 549.) 
seines Namens verschaffte ihm rasch Gelegenheit, Juan hat auch in Kupfer gearbeitet Del- König 
seine Geschicklichkeit zu entfalten. Er war erst berief ihn 159d nach M ndi-i d, inn bei dem Zinn- 
25 Jahr all, als das Ddllilrdliitel Voll AVil d Sei" liren und Vergolden der Bronzestatuen zu hel- 
nen Entwurf zu einer 6Fuss hohen Custodia mit fen, die iin Hanse des Jnenmn qlrgzzl) fiii- die 
Vielen Statuen und Reliefs allndllllll die er Voll Grabmäler im Presbyterium von S. Lorenzo el 
1564 bis 1571 austiihrte, und Spätßf in der Vßflä, real unter Leitung- (195 Pompeo Leolrli geggsseyl 
Cdmeiisdrd-Cidii dbbildeie- Das Ddiiikdliiiei Zii wurden, und im folgenden Jahre übernahm er 
S evilla schrieb 1580 eine Konkurrenz zu einer die Anfertigung von 54 Büsten von Heiligen für 
Cllsiddiß aus, die jede andere im Königreiche das Eskurial. Sie dienten als Reliquienbehälter 
übertreffen Sollte, und es belohnte einen Eni- und wurden von Fabricio Castello bemalt und 
wurf des berühmten Francisco Merino reichlich, Vel-gQldet_ Der Staatssekretär Iban-a, schlug ihn 
aber der des Jdall Arie erhielt (lien Vorzug, doch am 11. Febr. 1598 zum Oberprobirer von Kasti- 
wurde Fernando Bdlleiitdrds beauftragt, ddrdn lien und Aufseher der Grabmäler des Eskorial 
zu helfen. Sie vollendeten das Werk 1587. Arfe an der Steile des Versldrbelleii Felipe de Benn- 
veröffentlichte eine Beschreibung davon, die vides vor, doch gab der König dem Sohne des 
Üedii Bermlldez (Didd- I- 5d) Wieder abdrucken letzteren, dem Lizeneiaten Juan Beltran de Be- 
liess, und gab ebenfalls die Zeichnung derselben nnvides diese Stelle. Ai-fe wan- in jener Zeit als 
in der Varia Comensuracion. Diese Custodia Pfgbifel" bei der Münze in Segovia angestellt. 
war I2 Fuss hoch und die Ideen zu dem Bildwerk Die Gründung der Münze zu Valladolid im J. 1570 
hatte der gelehrte Dichter und Kanonikus Fran- hatte ihm Veranlassung gegeben, zur Belehrung 
disdd Padliedd im Auftrage des Ddmkdpiiidiß im" der Münzmeister den Quilitador de oro y plata, 
gegeben (Rodr. Gare, Antiques de Sevilla, Sev. Valladolid 1572, herauszugeben, und Klagen 
1634. F01. 74). Während er noch im derselben über (ienMünzgehalt, die im J. 1585 lautwurden, 
arbeitete, übernahm Arfe eine dritte für die und denen die vom Könige berufenen Probii-ei- 
Kirche S- Pablo in Bdrgoß , die C1" 1583 Voiißll- nicht abzuhelfen wussten, bewogen ihn, zu ihrer 
dete, und die später in der Kathedrale daselbst Belehrung dasselbe Buch völlig umgestaltet 
(vielleicht für die von Henrique verfertigte, die wieder aufzuleg-elL ln Folge dnvnn wurde ihm 
von den Franzosen geraubt wurde) aufgestellt jenes Amt den Münzwardgins verliehen, und 
ist. Für Valladolidlieferte er1590 eineöFuss als solcher veröffentlichte er 1598 noch eine 
hohe Custodia. Eine andere für Segovia, dritte Ausgabe des Quilitador, zu der aber das 
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