Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1602598
Ardemans 
 Ardenne. 
B9 
zu Granada. Unabhängig von den Besohäfti- cisco Ortega zu überlassen, und Ardemans war 
gungen seines Amtes vollendete er einige reli- noch mit der Ausführung derselben in Madrid 
giösc Malereien und beschäftigte sich mit der beschäftigt. als er am I5. Febr. 1726 starb. Er 
Hydraulik, wofür er beträchtliches Material ist in der Kapuzinerkirche des Prado begraben. 
sammelte; er gab es später heraus. Im J. 1691 Ardemans war bereits der Manier verfallen, 
kam er zurück nach Madrid, hier ward er Stcll- die seine Zeit beherrschte, indessen zeigte er 
vertreter des Stadtbaumeisters. Am 21. März sich doch allen seinen Zeitgenossen über- 
1694 ernannte ihn das Domkapitel zu Toledo legen- 
zum Obermeister der Kathedrale, und im J. 1700 S_ (man Befmudez, Dich  Llaguno y 
der Stadtrath von Madrid definitiv zum leitenden Amirola, Noticias IV. 110. 217.  Po n z, 
Architekten der Stadt. Nach Josef del Olmo's Viese de 135987111- 
Tod am 30. Mai 1702 berief ihn Philipp V. zum LCfOTi  F'- W- Uni?"- 
Obermeister der k. Bauten von Madrid und der Nach seiner Zeichnung gestochen, 
Umgegend mit dem Gehalt von 400 Dukaten,     
und endlich am 20. Juni 1704, nach dem Tode l) Phlhppus  H1SP'.Rex' Ganze Flgur i" PERL 
des Francisco Ignacio Ruiz de la Iglesia, wurde E2; aläleäriäigläg Fläägig, ugllfäbegiaräzesffe VS; 
er Kammermaler "Pintm de 931793111" und schloss" Viages de Felipe  Fol. liobert-Dumesnil 295. 
hauptmann, was er bis an seinen Tod blieb. W_ gchmidp 
Als Maler warAfsThätigkeit sehr beschränkt. 2) Km IL von Spanien v von 2 Figuren gehalten; 
Von seinen Bildern ist nichts mehr nachzuweisen. das Ganze in einer hübschen Karhlsßhe. Titelbl. 
Ceau Bermudez führt den Plafond der Sakristei zu: D. Antonio de Solis, Histoi-ia de la nueva 
des Klosters S. Francisco dritter Ordnung auf, Espaüa. Madrid 1684. Theod. Ardemans inv. 
der von A. mit Fresken geschmückt war, eine J- F- Leonaldo SCIIIP- F01- 
grosse dekorative Arbeit, deren verständniss- Alm Pmchmt- 
volle Ausführung und Zartheit cr lobt. Davon Arflßllllß- Gill QS (T Afdellne, Golllsßhmid 
hat sich aber nichts erhalten. und Ziscleur aus Lüttich. Die einzigen Nach- 
Anders steht es aber mit seiner Thätigkeit als richten über diesen Künstler findet man in dem 
Architekt; hier hat er wenigstens Spuren hinter- lxästbgen Werke des Lütticher Malers Louis 
lassen. Nach Beendigung des Erbfolgekricges ri( nde des 17. Jahrh.), das neuerdings durch 
leitete er den wieder aufgenommenen Bau des läclbig und Bormans veröffentlicht wurde. Diese 
Palastes von Aran j uez , dessen Ausführung uellc wurde ein Jahrh. später vom Baron 
jedoch dem Juan de Echave y Zabellas zufiel. Villcnfagne benutzt, dann auch vom Grafen 
Dieser baute einen grossen Theil der Ostfassadc Becdelievrc und Baron Saint-Genois wiederholt. 
und eine Wand des Hofes, wobei er sich glück- A., Sohn des Goldschmids Matthias d'Ardenne, 
lich dem Stil der von Juan de Herrera aufge- war in Huy im Fürstenthum Lüttich geboren; 
führten älteren Theile anschloss. Philipp V. er wurde am S. Septbr. 1616 in der Kirche S. 
kaufte 1718 von den Mönchen von Parral die Hilaire getauft. Nach Abri hielt er sich mehrere 
Meierei S. Ildefonso oder la Granja in Alt- Jahre in Antwerpen, Frankreich und anderwärts 
kastilien und liess hier von Ardemans vcrschie- auf, wo er Statuen und andere Hauptwerke aus- 
dene neue Bauten aufführen, von denen die führte. Die Rechnungsbüchcr der hl. Lukas- 
Kapelle, die später zu einer Kollegiatkirche er- Gilde in Antwerpen vom J. 1642-1646 erwähnen 
weitert wurde, der bedeutendste ist. Ausserdem in der That unter den Kunstfreunden, die eine 
machte Ardemans die Zeichnungen zu den Kata- jährliche Abgabe zalten, einen S1". Darden, Daer- 
falken für den Dauphin Louis de Bourbon und deyn oder Derden. Dieser ist vielleicht unser 
Marie Adelaide von Savoyen, 1712, für die Kö- Künstler. Er erscheint mit seiner Frau in den 
nigin Marie Louise von Savoyen, erste Gemalin Büchern 1643-44 und 1644-45. G. dlA. kehrte 
Philipps V., 1714 und für Ludwig XIV., 1716. nach seinen Reisen in sein Vaterland zurück und 
Endlich zeichnete er den Plan zu der Kirche S. führte in Huy und Lüttich mehrere Werke aus, 
Millan in Madrid, die 1722 erbaut wurde, ein die ihn sehr berühmt machten. In letzterer Stadt 
mittelmässiges Werk, das zur Genüge beweist, hielt er sich mehrere Jahre auf und warf sich 
dass der vmaestro-mayora des Schlosses und der dann mit vielem Eifer auf die Malerei, mit wel- 
Stadt Madrid, nicht der Mann war, die seit eher er sich Bifs zu sseinern (nach den Sterbo- 
Philipp IV. in Verfall gerathenc Baukunst wie- Registern der arrei t. Adalbert) am 11. Febr. 
der aufzurichten. Auch gab er zwei Schriften 1700 erfolgten Tode beschäftigte. In derselben 
heraus, nämlich 1719: Declaracion y extension Kirche wurde er neben seiner Frau beigesetzt. 
sobre las ordenanzas de Madrid que habia escrito Abri sagt: A. sei beinahe 80 Jahr alt geworden ; 
Juan de Torijo, y de las que se practicaban en jedoch irrt er sich, wenn er 1690 als sein Todes- 
Toledo y Sevilla, con algunas advertencia a los jahr annimmt. 
alarifes, und 1723: Fluencias de 1a tierraycurso Die Werke A's sind wahrscheinlich durch- 
subterraneo de las aguas. Ein heftiger Gichtan- gehends verloren gegangen. Man schreibt ihm 
fall nöthigte ihn, die Zeichnungen zu dem Altar- sechs Kandelaber zu, die den Altar der Notre- 
tabernakcl in- S. Ildefonso seinem Schüler Fran- Dame de bon-Secours in der Kathedralkirche
        

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