Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1602501
351292. 
Arcis. 
einer"Hßfabfßrtläunä" Voll 1500 Gulden bßlühflf- Einen wirklichen Ruhm erwarb sich Arcim- 
Nach Mailand zurückgekehrt, ist er dort iIII boldo als Porträtmaler. Die Bildnisse, die er 
J. 1593 gestorben. von Kaiser Maximilian verfertigte, fand Lo- 
Von den Malereien, die Arcimboldo in Deutseh- mazzo edel und würdcvoll: er gewahrtc in ihnen 
land zurückgelassen hatte, zält ein Prager In- nach Widerschein (ler kaiserlichen lllajestäta. 
Vcnmüum um 1621 die fülgenden auf? s. Archiv für Österreich. Geschichtsqucllen.1850. 
die vier Elemente in vier Bildern, V. 7091i.  Mittheilu ngen der Österreich, 
zwgimal die vier Jahl-egzgiten, Centralkomnrission. 1865. X. 207.  Hormayr, 
nein Kuchen, wie ein Katz Fisch frisstc, Arfhiv- 1325- P' 573-  Campari, Raccolla 
ein Kopf von Kräuterwerk, de catalogil.  720 lIl a zz c , Trattato della 
zwei Oonterfct, das eine von Fliigelwcrk Plthm am    
und das andere von Büchern, Nach ihm gestochen; 
drei nAngesifzht von Rüben' von Obst und 1-4) Die vier Jahreszeiten, Köpfe aus Blumen 
von allerlei Gebratenemi"  und Früchten. Gest. von einem Unbekannten. 
Gewiss hatte der Künstler noch weit mehr Hemekmh 
Werke vcrfertigt, aber selbst die eben genann-  Jansen. 
ten verschwanden mit der Zeit zum grössten Ayeioni. Dgtnielc Arcioni oder Arcione, 
Theile, und das Inventariunl der kaiserlichen Ggldgchmid aus Ithiland um 1500, genoss Sei- 
Schatzkammer von 1771 kennt nur noch die viel" ncr Zeit eines bedeutenden Rufes in der Niello- 
Bilder, deren wir zuerst gedachten, und die das arbeit.  Er wird besonders gerühmt von seinem 
Belvcdere aufbewahrt. Sie sind säimmtlich auf Zeitgenossen Ambrogio Leonc aus Nola, einem 
Holz gemalt und jedes ist 2' 1" hoch und 1' 8" der berühmtesten Aerzte zu Venedig und einem 
breit. Winter und Sommer, Feuer und Wasser Mann von grosser Gelehrsamkeit (l- 1515), in 
sind als menschliche Gestalten dargestellt, aber dessen Werk de nobilitate rcrum, cap. 41 : Quin 
selbst die Gesichter derselben sind jcdesmal etiam nostra tempestate duorum Mcdiolanensium 
aus den Produkten oder Eigenschaften u. s. w. generc, sculptura clarissinloruln opcra subtilis- 
der Jahreszeiten und Elemente zusammenge- sima et ingeniosissima florescunt atque praedi- 
setzt: der Sommer aus Früchten, der Winter aus cantur. Alteri Carad ossus (d. h. Antonio  
knorrigcn Stämmen und Gewurzel, das Feuer radosso Foppa), alteri Danieles ex falllilia 
aus Pllammen und Fcuergerät, das Wasser aus Arcionum nomen est. Vcrum hie in eo genere 
Fischen und Seethieren. Die beiden ersten Ta- praescrtim pollct, quod Nielluln novato verbe 
feln sind bezeichnet GiuscppeArcimboldo f. 1563, appellant, neque alitcr in eo splendet, quod vi 
die beiden andern Josephus Arcimboldus Mlncn- treum est, ipsi vero fusores smaltum vocant. Eu- 
SiS f- 1566.   gencPiot schreibt unserm Künstler die Erfindung- 
lllünzllur beschreibt ein Bild, bezeichnet Giu- einer besonderen Art Email zu, wic sie aus Mai- 
scppe Arcimboldo f. 1573; in vier Abthcilun- liinder Fabriken hervorgegangen ist; nach La- 
gen enthält es vier Brustbilder, die aus Pilan- ba-rrte indessen sind seine Emaillen wol in dem 
zcntheilcn, aus Wurzeln, Blumen und Idriichten (Ende des 13. J ahrh.) in Italien erfundenen Cha- 
gebildet sind. Die vier Nasen werden der Reihe rakter der vEmaux de bassc taillec gewesen, in 
nach aus einer Glockcnblumc, aus einer Wurzel, welchem die auf Gold oder Silber in leichtem 
einer Birne und einer Gurke fabrizirt. Campori Relief gearbeiteten Darstellungen mit durchsich- 
erwiihnt, dass im 17. Jahrh. der Advokat Cur- tigem Schmelz bedeckt sind. 
toni zu Verona von Arcimboldds Hand die vier Im Kabinet Malaspina di Sannazaro zu Padua sah 
Jahreszeiten besass nßhe formanu uns, festen, Duchesrle den Abdruck eines ldiello, ein Muster 
Aus der Ferne gesehen , zeigten alle diese Gc-  Z1: Cpjlneäls  Mcssclhclt- 
318151:ääggnätgietgtlgltilßläzälälägSt 510311121231: i naläg; q DUGhOSIIO glaubte dies Niello dem Danicle Ar- 
   cioni beilegen zu dilrlen, auf welchen die Inizia- 
wunderhch blzarres Arrangement mit das bls" len allerdings passen. Auch der Umsland, dass 
Weilen W01 Lachen, über gewiss nie ästhetischß wir hier die Arbeit eines Goldschmidcs vor uns 
Befriedigung erregen durfte. Durch SOlChe PYO- haben, gibt der Annahme immerhin Wahrschein- 
duktionen machte sich die Kunst zum Rivalen lichkcit, wenn auch freilich nochkeineGewisshcit. 
des  Abgl- Arcjmboldo, dgy S. 151010111, NOtiZia da llll. aIIOIIiIIIO. p. 205.  
nseltsame Malern, wie ihn Füssli nennt, stand Ülslolgltcblägsäilgffdlgg iililicxglmisäkfg-  
mlt Samen Possen (iurchails nlcht allem Fran-  Cabiiiet de FAmateur. Nonvelle Serie. 1863. 
cesco Zucca und Glovanni da Monte verstanden P_ _17_  J_ L abarte, 155mm des am intim 
sich auch darauf und dazu Und schün fandcn striels. IV. 20. 151.  Nagler, Monogr. Il. 
alle diese Meister in Lomazzds Kunsttheorie N0, 921. 
ihre Rechtfertigung: er wünschte nur, dass ihre Notiz von A. Pmchart. 
Gemälde an diejenigen Orte gebracht würden, w- Schmidt- 
von denen sie eine so lebhaftcVorstcllung geben, Arcis. M a r c d'Arei s , Bildhauer der Teu- 
also wahrscheinlich in Küchen und auf Fiseh-' louser Schule, geb. zu Mouzens bei Lavaur (Dep. 
und Gcmüsemärkte. 'l'arn) im J. 1651, studirtc unter Pierrc Rivals
        

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