Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1602490
Archirochqä 
Qxäiimboläo: 
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genannt:Hirschfeldtituli statuar.n.77. Vonihm Meister ein und dieselbe Person? Ist eine der 
ist wahrscheinlich ein Archidaixios, Sohn des Ni- beiden Stadtcangaben unrichtig? Archita ist wol 
komachos, verschieden, dessen Name ohne An- nur Beiname, vielleicht nach dem antiken Ar- 
gabc desVatcrlandes sich auf einer Basisvon l-Iali- chitas, lilathematiker aus Tarent. 
karnass findet: Corp. inscr. gr. 2657. Letztere s_ Titi ncsoüzione_ NL 7n_ 71_ 44m  nah 
trug die Statuen eines Tiberius und Drusus J u- 001i j Vnc de- {Mm am Pcmginn m, 155  
lius (Jaesar, nach Boeekh derselben, die von 16g 
Augustus im J  757 d. St. adoptirt werden wa- Jansen. 
ren. Areiniboldo. Giu seppc Arcimb oldo, Ma- 
mun" ler aus Mailand, entstammte einem adligen Ge- 
Archilochoß Arßhilochos, Arehitokt- Als schlechte und lebte von 1533 bis 1593. Er war 
solcher wird er in der Baurechnung des Erßßh" vorzugsweise in Deutschland thiitig; Maximi- 
theunfs angeführt: Stephanl in den Ann. d. Inst. linn {L berief inn nn seinen Hof nncn P1-ng_ Ur- 
1843, l); 320, 553 3'241 9- Dir 01' {ibcr Im" 3c" kundlich erscheint er hier zuerst im J. 1565 als 
ringe Diäten erhielt, so war er gewiss nicht der nflof-{jontorfettern mit einer Monntsbnsnlnrnng 
Leiter: Sondern nur d" Aufseher dßs Bmws- von 20 Gulden. vFiir etliche Conterfet und schöne 
BMW". genial, da er Irer königlichen Majestät gemacht 
Archimedes. Archimedes, der berühmte und gehorsamst priisentiertr, bekam er noch in 
Mechaniker, hatte in den Ilebtlomatlcn des Varro demselben J ahrc 225 Thaler. Unter den erwähn- 
scine Stelle unter den sieben berühmtesten Ar- ten Gemälden befanden sich wahrscheinlich die 
chitekten des Alterthums erhalten: Ausonius beiden Jahreszeiten vSommer und Wintern, die 
Mosclla v. 304. Doch sind Bauwerke von ihm noch heute in der Wiener Galerie des Bclvc- 
nicht bekannt.  dere sind. Beide tragen das Datum 1563, und 
Uwml- wir können hiernach annehmen, dass sie der 
Arehioli. Rafael de Archioli war in Val- Künstler noch in seiner Ileimtrt vcrfertigtc. In 
ladolid unter Kztrl V. als königlicher Baumeister Prag machte er 1566 zwei Pendants genau in 
mit fester Besoldung angestellt. Man findet ihn derselben Grösse dazu, das nFeuerK und das 
1551 und 1552 bei dem Kloster Abro j o und 1554 nWasserw, die man gegenwärtig ebenfalls im Bel- 
bei der Festung Simaneas beschäftigt. vedere sieht. Aus den Hofhaltsrechnungen er- 
s. Llaguno y Amirola, Noticias. II. 54. fahren wir, dass Arciinboldo 1566 nZlJ einer Zei- 
U. tung in Italiar 100 Gulden erhielt, dann 1570 
Archion. Archion, angeblich Steinschnci- "aus Gnaden des Kaisersr 100 'l'haler, 1574 fül 
der. Der Stein mit seinem Namen ist eine mo- vetliche Conterfets in die aigene Kammer Ircr 
derne Fälschung. Majestät" 54 Thaler und endlich 1576 wieder 
n 31-1, "n, (jßschichtg der gl-icdn Künsunn 11, 200 Gulden als Gnadengeld. In dem letztgenann- 
604. ten Jahre starb Maximilian II., aber sein Nach- 
Brunn- folger Rudolf II. behielt die Künstler desselben 
Archita. Areh ita aus Perugia malte nach bei sich und vermehrte noch ihre Zahl. Der Mc- 
Titi im Anfange des 17. Jahrh. in S. Sebastiano dailleur Antonio Abondio der Jüngere war seit 
vor den Mauern Rom's an einem Altar den hl. 1566 nContrafettei' und Malern des Kaisers ge- 
Girolamo und an einem andern die hh. Bernardo Wesen. Martinengo trat 1582 mit einem Monats- 
und Carlo, beide Male a frcsco. Eines der Bil- gehalt von 15 Gulden ein. Hoftanzmeister war 
der ist rcstaurirt. Der Name des Meisters, der Carlo Becearia aus Mailand. Der niederländische 
sonst weder als Vor- noch als Zuname in Italien lllalerSprangcr wurde 1581 mit monatlich 10Gul- 
erscheint, erregte bei Pascoli Bedenken, um so den engagirt und bekam 15 Gulden seit 1582. 
mehr, da er in Perugia keine Spur von diesem Man bemerkt, Arcimboldo war gleich von vorn- 
Manne entdecken konnte. Allein sein Patrio- herein am besten gestellt. Bei Rudolf II. stand 
tismus reichte doch aus, Titi auf das Wort zu er in hoher Gunst. Als Erfinder, Anordner und 
glauben und überdies Archita zu einem tiichti- Dekorationsmaler spielte er bei allen Festen und 
gen Maler zu Stempeln. Denn, so sagt er, die Feierlichkeiten, bei Schauspielen und Karnevals 
Kirche S. Sebastiano wurde unter dem Kardinal eine grosse Rolle. Seine Kunst eignete sich dazu 
Borghcse hergestellt und ausgeschmiickt, und mit Geist und Witz dem Augenblicke zu dienen. 
ein Mann von dem Geschmaeke und der Gesin- Areimboldo besass fiir alles Kenntniss und Ge- 
nung des Borghese hätte nie einen mittelmässi- schick. Einmal schickte ihn Rudolf II. an den 
gen und trivialen Professor beschäftigt. Aus Bürger Raymund in Kempten, der von den Fug- 
freier Iland konstruirt er zuletzt fiir Archita eine gern Antiquitäten und Kunstsachen, von den 
Lebenszeit von circa 1560 bis 1635. Derselbe Welsern und Hochstettern aber Wundcrvögcl 
Schriftsteller übersah, dass Titi auch einen Ar- und allerlei 'I'hiere aus der neuen Welt erhalten 
ehita aus Lucca erwähnt, der in derselben hatte. Alle diese Kostbarkeiten sollten fiir den 
Zeit wie jener Andere in einer Grotte der Villa Kaiser erhandelt werden. Im J. 1587 schied 
Borghese Grottesken, Musen und andere Gott- Arcimboldo aus dem Hof leben aus. Sein nlang- 
heiten a fresco malte. Waren vielleicht beide wieriger treuer und embsiger Dienste wurde mit 
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