Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1602478
Archelaos 
7534413 
myomaehie an. Ihm entgegen bewegt sich eine chen, der mit den Statuen der Musen und ver- 
Opferprozession, durch die Gegenwart eines Al- scliicdenci- Dichter reich geschmückt war (Pans. 
tars und eines Opferstiers bezeichnet. Ein Knabe, IX. 29, 5 sqq.), um so mehr, als die Musen nicht 
mit Kanne und Schale, der Mythos, versieht die nur zur Geburt l-lomeriSi 301156111 auch Zur Grün- 
Stelle des Opfcrers; es folgen Historia, Poeisis, dung Sinyrnas eine bestimmte Beziehung ha- 
Tragodia und Komodia, dann nach einer zweiten ben (Philostratus, imagg. I1. S). Natürlich kann 
Kindergestalt, der Physis, vier andere Frauen- diese Vermutung nur durch eine Prüfung der 
gestalten: Aretc, Mneme, Pistis und Sophia. Lokalitäten selbst ihre Bestätigung finden. Sollte 
Ueber dieser Szene erhebt sich ein Berg mit sie indessen richtig sein, so wäre das Relief ein 
einer Grotte, neben der auf einer Basis eine landschaftliches Porträtbild, wenn auch natür- 
männliche Statue vor einem hohen Dreifuss auf- lieh nicht in sklaviseher Nachahmung, sondern 
gestellt ist. In der Grotte steht Apollo Cithar- in der bei den Alten üblichen freieren Auffas- 
oedus und eine etwas kleinere weibliche Ge- sung; die Darstellung der Stätte, von welcher 
stalt; zwischen ihnen der Omphalos; ausserhalb aus sich die homerisclien Gesänge mit ihrem so 
aber in derselben Reihe drei Musen. Vier an- zu sagen kanonischen Ansehen und daher auch 
dere befinden sich über diesen in einer zweiten als die älteste Urkunde für das von den Aenca- 
Reihe, während die beiden übrigen den Ueber- den sich herleitende julische Geschlecht maßge- 
gang zur Höhe bilden, auf welcher Zeus in halb bend, über die bewohnte Erdevcrbreiteten. 
liegend-er Stßiirlng dargesieiit isi-  Der riiiiiii" s. Brunn, Geschichte d. griech. Künstler. 1. 572. 
liehen Trennung entsprechen sehr wesentliche 534_  Qveybgck, Geschichte d_ Plastik 11_ 
Verschiedenheiten in der ganzen Auffassung und 332.  K orte gern , De tabula Archelai. Bonn 
Behandlung. Im oberen Theile sind die Gesetze 1862- 
der griechischen Reliefbildung in auffallender H- Bmmr 
Weise vernachlässigt; die einzelnen Figuren Arehcnault. Adrieu Frangois Theodore 
machen vielmehr den Eindruck von auf den Arehenault, Maler, geb. zu Paris am 25. Dez. 
Grund aufgesetzten Statuen und um von andc- 1825, Schüler von Abel de Pujol und H. Vernet. 
rcn Reminiszenzen zu schweigen, ist namentlich Er beschäftigte sich anfänglich (von 1837-1840) 
die Pnlyhymnia, geradezu die Kopie einer be- mit dein Ziseliren. In den Salons von 1S59,1S64 
kannten Statue. Die Komposition des unteren und 1365 hat er Bildnisse ausgestellt- 
Theiles entspricht dagegen vollkommen der S_ Bellicr de 1d Charigilel-ior Dick 
Weise griechischer Votivreliefs. Während so- W. Sclnnidt. 
dann oben die bekannten Wesen der griechischen Arenen A r cir n r l englischer Baumeister. irn 
Mythologie erscheinen, ist die untere Szene eine ersten Drittel des isl Jrrlrrbw baute irn Siile 
reine Aiiiigniiinr weiche Onnn nie beigefügten iii' des ausschwcifcndsten Barock. Walpole nennt 
Schriften durchaus unverständlich sein würde. ilrn einen unmittelbaren Nachfolger John Van? 
Es ist derselbe Geist, der zuerst in der Diabole brnglrls; nr lnrbn jedoch ninln. als dieser. mil- Re_ 
des Apelles (s. o. 5. 1h?) hervor-tritt und sich erst gern in dnr Arnlrirelrrrrr. gesehen Er bekleidete 
in der gcsammten Geistesriehtung des alexandri- die Stelle einen Grobrn nnrmr. (ein nur-rund Um 
nischen Zeitalters weiter entwickelt.  Die Lö- rcr seinen Bauten werden genannt: rlntbrbn 
sung (llCSOPWlÖGYSPYÜGlIC kann nur auf demWege eine Kirche in Wrestl Sir Philips (llinrnlr in 
dcrVermuthungund zwar durch dieAnnahmcvcr- Birmingham die Villa Gar), in Rbblramprnn 
sucht werden, dass der Künstler nicht frei, son- und der Ldndsirz Clinfden in der Grafschaft 
dern durch bestimmte Voraussetzungen gebun- Buckingham Eine Fassade des letztclvn wrrr zu 
iieii wiii" Dnihnnig in deinen individuellen Foii" ebner Erde mit jonischen Säulen geziert, zwi- 
IIIGIJUWCISlZ auf ein bestimmtes Lokal hin. Doch sollen je Zwninn derselben war eine Nische am 
genügt die Gegenwart des Leus nicht, um an gebrrrnirb Auch die Schönen Gärten desselben 
de" OiYmP, noch iiiii Giioiiii iinii Apniini iiin iin sind von ihm angelegt. Von der Villa in Roe- 
Dnipni n" nennen nnnnn die Hniinni des Kiinni" hamlaton sagt Walpole, dass sie als ein Beispiel 
lcrs weist nach Kleinasien, noch bestimmter aber seines verdorbenen Stiles in dem (von C 01ml? 
iininnii iiiin Sinnen eigenen Gnniiiininiii Sinyiinii bell J. Wolfc und J. Gandon herausgcgebnnen) 
hin. Dort befand sich an den Quellen des Meles Virrfnvins briinnnicils (l7i 5__l77i 2 Aldi der. 
eine Grotte, wo Homer seine Gedichte verfasst 3 nrsienrlllieile1757)gdselienivnrdnnlriinnn doch 
niinnn sonne (Piiiiisiininn Vii 5' inr Es ist gewiss sei das Hauptwerk seiner Manier die Kirche St. 
nicht unwahrscheinlich, dass sich in der Nähe John in Wdsirninnlnn 
dieses Platzes eine Art Heroon befunden habe,  W r r 8 A d    r. r A li 
in welchem die gewissermaßen göttliche Bedeu- m 1781i P U 8b im Oma "i. iiiim "n? r"  i 
     p.   Moiialdini, Vitc du piu u,- 
tung der Homerisehen Gesange durch ein Relief lcbri Arnlliinlrr ilonia 1765i n 39g  r-in_ 
Ürier Gemälde gefeiert sein riiociltri, VOII 110111 11115 rillo , Geschichte der zeicliu. Künste. V. 558. 
der untere Theil des Reliefs vielleicht ein Abbild  Fii ssli, Kilnstlcrlcxikoii u. Neue Zilslitzc. 
darbietet. Die weitere Umgebung der Höhle nach W. Sclunidl. 
dem Berge hinauf liesse sich aber sehr wol mit Archer. M. A r e h c r, sonst unbekannter 
dem Haine der Musen auf dem Helikon verglei- Künstler, Ende des 18. J ahrh. 
Meyer, Künstler-Lexikon. I1. ' 28
        

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