Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600382
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Delphinen , die Gubbio eigenthiimlich sind und Zeit ist weniger durch rege Thätigkeit des Mei- 
sich von den rafaelesken Grotesken des Urbi- sters und seiner Anstalt ausgezeichnet; lälisl 
natenstiles wesentlich unterscheiden, ist grossen- erfolgt ein Aufschwung, und 1536 trennt er sein 
theils dem Bruder Salimbene zugetheilt ge- Geschäft von dem des Sohnes Vicenzo. Nach- 
wesen; in den Sammlungen Yvon, Rothschild, weislich War A. bis 1537 für die Majolikßfä-brlk 
J arves und Schmidt befinden sich solche Arbei- von Gubbio thätig; nach 1541, mit welchem Jahr 
ten, darunter eine von 1531 mit Palmettenmu- eine Schüssel der ehemaligen Pasolini-Sarnm- 
stern auf blauem Grunde, lung datirt ist, kommen die Stückehin seiner Art 
Im J. 1520 scheinen nur wenige Werke aus 11101113 mehr V01"; 1552 1e11_1e der KnneQenneCh, 
des Künstlers Händen hervorgegangen zu sein. WM jedeeh bereite gcßehwäßhtund nlnfaufg- E)" 
Um diese Zeit werden die rein ornamentalen hatte dfei Söhne, Ven denen Ylneenzo 11111111561" 
Stücke seltener und treten figurale, historische ner Kunst 1131311191219, und eln anderer , Fran- 
und mythologische Darstellungen in den Vorder- C6500: Rechtsgehihrter War- 
grund. Hierher gehört die mit 1520 datirte   
schöne Schüssel mit dem Parisurthcil in der 11' Dm 291011" d" Memtem 
Sammlung Dutuit, deren Zeichnung wol etwas Von besonderer Wichtigkeit ist bei diesem 
unbeholfen ist, doch aber eine gewisse Grösse merkwürdigen Künstler die Beachtung der Z ei- 
der Auffassung verräth. Der Einfluss der Um- chen, mit welchen die Werkc seiner Hand, sei- 
brischcn und Römischen Malerschulen tritt darin ner Schule und endlich auch viele fremde, denen 
deutlich zu Tage, das Kolorit ist einfach, die seine Geschicklichkeit durch Anbringen des Me- 
Gold- und Rubinfarbe auf Nebendinge bc- tallglanzes Reiz zu verleihen wusste, bezeichnet 
schränkt. Die Inschrift: M. Giorgio, 1520, Adi sind. Ich glaube im Folgenden die bisher be- 
2de Otober BDSR in Gubbio beweist durch die kannten und wichtigsten, die bisher nur sehr 
die Sorgfalt, mit welcher sie gegeben ist, dass zerstreut gefunden werden konnten, vereinigt zu 
wir ein von dem Meister ganz Vollendetes Stück haben. Die Notizen zu den einzelnen Marken 
vor uns haben (davon eine ausgezeichnete Ab- ergänzen zum Theil die schon gegebenen Nach- 
bildung in Farbendruck bei Darcel). Hieran richten. 
reiht sich eine Schale (Venus entwaffnet ihren nach Nagler (Monogn- 
Sohn) bei Baron Gustav v. Rothschild und jene I Lex. I. 38) nur auf den 
mit dem Sturz des Phaeton in der Sammlung II frühcstenWerkemnacli 
Basilewski. 1521 ist spärlich vertreten, reich- Greslou (p. 200) hatte 
licher das folgende Jahr, 1523 und 1521-1 wieder . der Meister das Zeichen 
in geringerem Maße; doch besitzt Baron v. R0th- A 5' nach seiner Ankunft in 
schild vom J. 1524 herrliche Schüsseln mit Wap- Gubbio erst angenom_ 
penmalerei, deren Bordüre wahrhaft blendende men, ca. 1498. Es er-" 
Ornamente zeigt. Von 1525 bis 1534 macht sich scheint dann auch in 
unter den mit Andreolfs Signatur versehenen nebenstehenderGestalt, 
Arbeiten eine auffallende Wcrthverschiedenheit roth, mit dem Pinsel 
bemerkbar. Man sieht deutlich, es ist die Zeit ausgeführt. Ohaifcrs 
gekommen, in welcher der Künstler stets mehr (I_ Aufl, p_ 55) nennt es 
in dem Unternehmer, Feblnknnten aufging ä 811011 nur dem Meister zugeschrieben und kennt es von 
gmnbt man, dass A- nnl 1525 In lnn1en aufge- einer Tasse im Besitz des Herrn J. Falke. 
hört habe, vielleicht in der Erkenntniss, dass er 
als Künstler der alten Schule dem neuen Ge- Blggg mit den] G bgzgiqhnete Stücke 
schmacke nicht mehr gerecht zu werden ver- sind selten und zwgifelhaft, Chanel-s 
nnöge. Das folgende Jahr scheint das frucht- sah eine Platte in dei- Campan3_ 
barste gewesen zu sein; 1527 ist wieder durch Sammlung mit diesem Zeichen V91. 
eine geringere Zahl erhaltener Werke vertreten. sehen, vnrntnllend den König Saloninn, 
Damals scheint der Meister die Goldretlexfarben 
noch nicht gänzlich in seiner Gewalt gehabt zu Kombination beider Initialen 
haben. Das Museum Correr in Venedig besitzt des Namens scheintcinermitt- 
nämlich (sub N0. 233 bei Lazari) einen ornamen- leren Zeit zwischen der Pn- 
tal dekorirten Teller auf dessen Rückseite ein riode, 1n we1ener bloss je ein 
R in Goldlüstre, das Zeichen Andreolfs dagegen Anfangsbuchstabe gebraucht 
in Rubinlüstre steht. Auf einem Stück derSamm- wurde, (wenn das Vorkommen 
lung Fountaine aber, das nur den goldenen Me- des einzelnen A oder G überhaupt auf unseren 
tallschimmer hat, findet sich jenes R. alleini Meister bezogen werden darf,) und der späteren 
daraus lässt sich vielleicht schliessen , dass sich Zeit anzugehören , in welcher der in den Patri- 
A. für solche Arbeiten mit einem darin erfahrc- zierstand erhobene Meister M. G. angenommen 
neren Meister vereinigt habe. Ein prachtvolles hat. Greslou (p. 201) gibt an, einige hielten dies 
Werk dieses Jahres ist die Schüssel mit den Zeichen für eine Vereinigung der Monogramme 
Wappen derVitelli (s. WerkeNQA). Die nächste des A. und des Orazio Fontana, was sehr un-
        

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