Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1602114
' Apollonios  Aponte. 181 
büste ist nicht eine originale Schöpfung, sondern Altarblattes der Pfarrkirche San Lorenzo aus- 
eine Reproduktion des in mehrfachen Wieder- geführt. Dieser Altar wurde im 18. Jahrh. zer- 
holungen vorkommenden Jünglingskopfes, der stört, doch hat der gelehrte Akademiker D. V. 
gewöhnlich auf den berühmten Diadumenos des Carderera kürzlich drei wichtige Bruchstücke 
Polyklet zurückgeführt wird: vgl. Friederiehs, aufgefunden. Man vermuthet, dass Aponte sich 
Bausteine p. 119; Conze, Beiträge zur Gesch. d. in Italien gebildet habe; der allgemeine Ein- 
gr. Plast. S. 7. druck jener Fragmente würde allerdings recht 
gut die Vermuthung Zapatefs bekräftigen, der 
Ausserdem findet sich der Name Ap olloni os ihn  Wir Wissen ninht, auf Welche Daten hin  
noch in zwei Inschriften, aber ohne Angabe des in der Schule von L. Signorelli seine Ausbil- 
Vaters, so dass eine Bestimmung etwaigen Fa- dung finden lässt. Jedoch, wenn der Charakter 
inilienzusammenhanges mit 3 und 4 nicht rnög- der Zeichnung, der Glanz und die Tiefe der Far- 
lich ist. Zuerst auf der Statue eines Satyrs in bengebllng in Apontds Werken einen ursprüng- 
der Sammlung des Lord Leconüeld zu Petwumu liehen Einfluss der italienischen Schulen erken- 
Die Ausführung wird gerühmt; der Erfindung nen lassen, so erlauben die knitterigen Gewand- 
naeh ist aber auch dieses Werk nur die Replik falten mit scharfen Winkeln, SOWiB die Anord- 
eines öfter (z. B. Wieseler D. a. K. n, 39, 459) nung und dieWiedei-gabe der geringstenEinzel- 
wiederkehrenden Typus; Müller, Amalthea in, heitcn in den Trachten andrerseits den Schluss, 
252; Conze, Arch. Zeit. 1864, Anz, S_ 239, Die dass der Künstler die Werke der nordischen 
zweite Inschrift steht am Trunk einer bei Aricia Maler gekannt und studirt habe. Aponte ist 
gefundenen Apollostatue in der Sammlung Des- vielleicht gar nicht in Italien gewesen, und hat 
puig auf Mallorca (Hühner, Bildw. in Madrid p. sich, wie so viele andere spanische Meister des 
297). Die Arbeit wird als die einen Kopieren 15. Jahrh. in seinem Vaterlande selbst durch 
nach Bronze charakterisirt; der Ernndung nach das Studium italienischer und nordischer Werke 
gehört das Werk zu der Reihe derjenigen Apol- jenen Mischstil aneignen können. Durch eine 
lostatuen, deren Typus von der Schule des Pa- Stelle bei Jusepe Martinez, einem Aragonesen 
siteles und Stephanos, wenn nicht erfunden, und Maler Philipps IV., erhält diese Meinung 
doch neu durchgebildet wurde. Vgl. Kekule, eine Art Beweis. Martinez ist der Verfasser 
Ann. d. Inst. 1865. p. 68, und: Gruppe des Me- einer sehr merkwürdigen Handschrift, Discursos 
nelaos p. 28. practicables del nobilisimo arte de la Pintura, 
neu herausgegeben durch die Akademie von S. 
5) Apoilonius y Bildhauer, Sohn desAeneas, Fernando mit treiflichen Erläuterungen vonCar- 
in der iukon-ekt geschriebenen oder publizirten derera. Cean Bermudez hatte es nur unvollstän- 
Inschrift eines vom Künstler geweihten Werkes, dig gekannt, W35 Sein Stillschweigen überApnnte 
wahrscheinlich aus Smyrna: Corp. inscr. gr. n. erklärt. Es lieisst darin; nDer König Don F 91'- 
316(;_ nando (Ferdinand der Katholische) hatte in sei- 
Die Inschrift arcoldiov auf einer kleinen Zeus- nen Diensten einen del" ßnsgezeichnetßten Male!" 
statuc des Museums von Lyon (Corp. inscr. gr. ienel" Zeit, genannt Pedln de Aponte, der ZII 
n. 6139), in der man den Namen eines Künstlers Saragossa geboren Wal" Da er aus Flandern und 
Apongniog hat finden wollen, igt mgdefn, Deutschland VOIIIPGiTliGlIIO und ill Spanien ge- 
suchte Bilder anlangen sah, so widmete er sich 
A pollonios, angeblich Münzstempelschnei- mit Solchnm Eifer seiner Kunst] dass i? 95 in 
den Apol, Apouon auf Münzen von Metäk kurzer Zeit diesen fremden Arbeiten gleichthat, 
pont und vonKatana ist nichtName eines Münb und selbst hinsichtlich der Bildnisse ein beson- 
steuipelschneiders, sondern des dargestellten (ieres Taient erlajngte" Jede bfdeutenfie Persön- 
Gottes; Apol, Apollo, Apollonios auf Münzen hchkelt m, Spanlen Wollte seiner Zelt Von ihm 
von Tarent dagegen Magistratsname_ genialuscinz Er solhauch der Urheber der 
s. Brunn, Gesch. der griech. Künstler. II. 423. Kylegihst mlt den ünglrten Mauern von Santa 
 v. S alle t, Künstlerinschriften auf Münzen. F9 beiderErobPrung von Granada gewesen Sei": 
p_ 11 und dies hat nichts Ueberraschendes, denn er 
I{_B1-un77,_ verstand sich  auf die Perspektive 
Aponte, Pedro de Aponte oder auch und war mit viel Genie sowol für die Erfindun- 
Ponte, spanischer Maler, geb. zu Saragossa 8'011 MS (im Maschmen nnsgßfüslißt- EY folgte 
im Beginn des 15_ Juhriu El- folgte, so glaubt überall dem Hofe Isabellas und Ferdinanifs. 
man, dem Roman de 1a Ql-tig-a in (191- Stelle eines Ich habe mehrere Arbeiten von seiner Hand im 
Malers der aragonesischen Reichsstände. Nach Königreich Aragnn, in Katalonien und Zn Vil- 
dcn Nachrichten über die aragonesische Schule lennin gesehen? es iSlS dieser Künstlnlä dßY Zll- 
von D. J. Zapater (s. Literatur) wäre Aponte, erst in Oel uralte. Er wurde sehr geschätzt von 
(lessen _Name von Cean Bermudez und Palomino den lilajestäten, zu (leren Hofmaler er mit be- 
nicht einmal erwähnt wird, zuerst in Diensten sondercniPi-ivilegium ernannt wurde; der erste, 
des Komgs Johann II. gewesen und häitte auf dem solche Gunst in Spanien zu Thcil wurde. 
dessen Befehl zu Huesca die Malereien des Dies trug sich um 1500 zur.
        

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