Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600332
 Andreas da Florentia.  Andreas de Pisis. 3 
wie diese, ausgeführt sein müssten. Auch diese beiden Saliceti mit der Jahreszahl 1403 befindet 
Gemälde sind restaurirt (zum Theil stark über- sich im Kreuzgange von S. Martino, und das des 
malt), machen aber, auch abgesehen von der berühmten Juristen Bartolomeo Saliceti,  1412, 
eigenthiimlichen interessanten allegorischen im Kreuzgange von S. Domenico. Es enthält 
Komposition der beiden grossen Seitenwände, eine Darstellung des Rechtslehrers auf dem Ka- 
einen besseren Eindruck als die Gemälde des theder, umgeben von seinen an ihren Pulten 
Campo santo; Schnaase findet diese Darstellun- sitzenden Schülern, und zeichnet sich durch 
gen vvortrefilich ausgeführt, im Ganzen noch in schlichte natürliche Auffassung und Anordnung, 
strengem Stile, aber doch recht lebendig und sowie den lebendigen Ausdruck der Köpfe vor 
mit aus dem Leben gegritfenen Episoden", wäh- ähnlichen Denkmälern aus. Bei diesem sonst 
rend jedoch Crowe und Cavalcaselle weniger ganz unbekannten Meister an der Grenzscheide 
günstig davon urtheilen. Jedenfalls können sie der mittelalterlichen Kunst zeigt sich die Rich- 
nicht von Simon sein, der 1339 Italien verliess tung ausgeprägt, die ein Menschenalter später 
und 1344 starb; sie zeigen eine schon weiter ent- von Masaccio und Donatello grösser und freier 
wickelte Kunst, allerdings von sienesischem Cha- ßllsgebildet Wird. 
rakter, an. Doch war die Ausmalung der Kapelle Dieser Künstler ist nicht mit Andrea Ferrucci 
nach der Grabschrift des Luca Guidalotti, der zu verwechseln, der bisweilen ebenfalls Andrea 
den Bau derselben 1320 begonnen hatte, schon da Fießoie genannt Wird- 
vor seinem Tode 1355 angefangen, s. Il B ologne se istruito. Bologna 1850. pp. 22. 63. 
 Abbildung des Denkmals in S. Domenico in: 
Ein anderer Andreas de Florentia malte laut Cißßgßßrß, Sivria deilß Sßvltlliß- 11- 40 11m1 
Aufschrift 1437 ein grosses vieltheiliges Altar- T"- IV- 
blatt (s. die Beschreibung bei Crowe und Caval- F" W' Uwe" 
caselle) in einer ehemaligenKapelle bei Sta. Mar- Äiiiireag- An d 1' e a 5 Ai ß Ciii 911er Aißx i ii S, 
gareta zu Cortona, worauf er als ein schwacher Andre?- iiiAies Siß Vüil Diiiä-ZZO , Baumeister 
Nachahmer des Masolino und Angelico, vielleicht iiiid Steinmetz, Vßrfertisfß 1454 einen giitiiisßiieii 
als ein Gehülfe des letztern erscheint; Crowe Schnitzaltar in S. Giovanni Battista zu Arbe in 
und Cavalcaselle halten dafür, dass manches Daiiiiiiiieii, deijeizi Ziemiißii zerstört isi- 595i? 
schwächere Bild, welches unter Fiesoles Namen iei lebte er in Trau iil Dßima-iiell- D011 baute 
gehe, von diesem Andrea herrühre_ Die 501-911- er 1467 das Baptisterium des Doms und führte 
einer Malerfollg (bei Gaye) führt überhaupt meh- in Gemeinschaft mit Niccolo Biorentini 1463- 
rere Mehr des Namens Andreas auf, und es 1468 die Kapeile des sel. Johannes Ürsinus auf. 
bleibt ungewiss, welcher darunter mit der Be- Von Einigen werden ihm auch Aibeiißli in der 
nennung Andreas de Florentia gemeint sein Kapelle des Evangelisten Johannes zu Spalato 
kann (s. die oben unter dem Kollektivnamen zugeschrieben, die nach VaSßYi Voll Aißßßaildfß 
Andrea angeführten Meister). Am wenigsten Viiißriii- herrühren- 
ist Andrea di Cione, bekannt unter dem Namen S- Eiißibersßr illß Jßiirbiißher lief k- k- Cen- 
Orcagna, für den Maler der Geschichten des hl. trabcommission" V' 158 204' zur 23a 
Rainerius zu halten, da dieser (nach einer Ur- F" Wjvngwj 
kunde beiBonaini) am17. Jan. 1376, also geraume Andmiim Anfireaß von Clever ein Stau" 
Zeit vor der Zahlung an Andreas de Florentia mfitzr Wfilcher m den Baurechnungen der_st' 
nicht mehr lebte, Viktorskirche zu Xanten 1495_als Verfertiger 
Ueber einen Bildhauer An dre a9 de F1O_ eines Marienbildes erwahnt wird._ Letzteres, 
rentia in Neapel s_ den Art Andrea Cic_ eine Sandstein-Statue, befindet sich noch an 
ci O n e_  einem Pfeiler des Mittelschlffes in der genannten 
s. Vasari, ed. Le Monnier. II. 93.  E. För- Kirche"  
ster, Beiträge etc. p. 114i; vergl. auch Süd- s. Schulten, Baurechnungen der St. Victors- 
deutsche Presse, Febr. 1870.  Gaye, Car- kimhe zu Xanten P" 60' 
teggio etc. 11_ 35_  B O nai n i, Memorie in- Abbil du ng der Marien-Statue in: AudmWeerth, 
edite am m, m; 1Q5_ 141_  Schnaase, Kunstdenkmäler in den Rheinlanden. I. I. Taf. 
Geschichte der bild. Künste. VII. 473. 483.  XVHI- 9' 
Crowe und Cavalcaselle, Gesch. der ital. H- 0m- 
Malerei. 11. 13er. 255-260 [daselbst Beschrei- Andreas. An dreas d e Pisis (nicht zu 
bnng der Gemälde in der Capella degli Spag- verwechseln mit Andrea Pisano, noch mit dem 
mioiÜ- obengenannten Andreas de Pisis) , Maler von 
Abbildu ngen der Gemälde im Campo Santo in: Pisa gegen Ende des 15. Jahrh. Von einem so 
C; ifaiiiiio, Piiilirß ß Fresßß üßi CMIIPO 53m0 benannten Meister findet sich ein Altarbild in 
x (h Pisa- Fireme 1812- qu- ROY- F 01- der Kirche Pievania di Cevoli (Kastell im Gebiet 
  FR W' Ungar" von Pisa) mit der Jungfrau und den hh. Petrus 
Andreas. Andreas de Fesulis (von Fie- und Paulus. Es ist bezeichnet: 
sole) nennt sich laut Inschrift der Verfertigei- Anlasses m: PISIS m: PINSIT Mccoexcv. 
zweier Grabmäler von Mitgliedern der Familie S, Da Mon-onn, Pisa Illustrata 11. 451. 
Saliceti in B ologna. Ein' schönes Grabmal der i 
l il- 
Andpgas da. Florentia.
        

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