Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1601840
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Antonio da Trento. 
setzt worden; denn Vasari meldet ausdrücklich, 
dass Parmegianino den Formschnitt in Helldun- 
kel, welcher die Marter der zwei grossen Apostel 
vorstellt, während seines Aufenthaltes in Bo- 
logna, also 1527, verfertigen liess. 
21) Die hl. Oäcilia singt Loblieder auf Gott und be- 
begleitet sie mit der llandorgel. Halbe Fig. in 
einem Rund. Nach Parmegianin o. Hell-N 
dunkel von zwei Platten. Fol. B. XII. Abth. 
IV. 37. 
I. Ohne Zeichen. 
II. Mit A. Andreanfs Monogramm. 
.22) Die tiburtinische Sibylle zeigt dem Kaiser Au- 
gustus die hl. Jungfrau, die mit dem Christus- 
kinde auf ihren Armen in der Luft erscheint. 
Nach Parmegianixro. Helldunkel von zwei 
Platten. Fol. B. XII. Abth. V. 7. Ohne Zeichen. 
Dieses von Vasari erwähnte Blatt wurde von An- 
tonio da Trento unter Parmegianinds Aufsicht 
und Leitung geschnitten; es gehört darum zu 
den schönsten, die nach jenem Meister ausge- 
führt worden. 
Nach derselben Zeichnung exis-tirt ein ande- 
res Helldunkel, mit drei Platten gedruckt, und 
von einem der vortrefflichsten Formschneider, 
die in diesem Genre arbeiteten, verfertigt: man 
vermuthet, dass es von G. N. Vicentini herrüh- 
ren könne. Es ist unbezeichnet und in den 
Schatten mit einer einzigen Strichlage schraffirt. 
Ein fast noch schöneres und von jenen beiden 
verschiedenes Helldunkel sieht man in der Samm- 
lung des Berliner und Pariser Kupferstichkabi- 
nets: es ist ohne alle Schraffirurxg, Taille und 
Kontur; wie mit Pinselziigen ausgedrückt, ahmt 
es vollkommen eine getuschte Zeichnung nach, ist 
übrigens on derselben Grösse und die Figuren 
sind nachxäerselben Seite hingewendet. Die Be- 
handlung erinnert entschieden an Ugo da. Oarpi. 
Abgesehen vom Machwerk, unterscheidet man die 
beiden zuletzt erwähnten Ilellduirkel von dem 
ersten leicht daran , dass hier unten auf beiden 
Seiten ein wenig Terrain mit Pflanzenbewuchs 
ist und oben rechts die Säulenfüsse von Ge- 
sträuch umrankt sind; dort hingegen, unteni 
ebener Fussboden und oben rechts hinter den; 
Palastsäulen ein Fenster angedeutet ist.  
23) Diana, beinahe vom Rücken gesehen, nach  
 links hingewendet, hält einen Bogen in der er-, 
hobenen linken Hand; links zwei Nymphen in 
einem vertieften Terrain. Nach Parmegi a- 
nin o. Helldunkel von zwei Platten. Ohne 
Zeichen. 8. B. XII. Abth. VlI. 9. 
24) Diana geht auf die Jagd, von dreien ihrer Hunde 
begleitet; ihr vorauf laufen andere Hunde, die 
einen Hirsch verfolgen. Nach Pa r m eg i a nin o. 
Helldunkel von zwei Platten. Ohne Zeichen. 
kl. qu. Fol. B. XII. Abth. VII. 10. 
25] Pallas, stehend, mit der linken Hand einen 
Speer schleudernd und die rechte Hand auf 
einen Schild stützend. Nach Parmegianino. 
Helldunkel von zwei Platten. Ohne Zeichen. 
Ein bisher noch nicht beschriebenes Blatt. 8. 
H. 105 mill.; Br. 72 mill. 
26) Circe reicht den Gefährten des Odysseus einen 
Zaubertrank, um sie in Schweine zu verwan- 
deln. Nach Parmegianino. Helldunkel von 
zwei Platten. Oval. qu. Fol. B. XII, Abth. VII. 6. 
Hier wird es einem Ungenannten zugeschrieben. 
Sehr wahrscheinlich ist dieses Blatt sowol als 
auch das nachfolgende von Antonio da Trento. 
Beide Blätter sind mit mehrfachen Taillen 
schrafllrt; das erste ist vortrelTlich, das zweite 
aber bei weitem nicht so schön als das Hell- 
dunkel, welches Ugc da. Carpi nach derselben 
Zeichnung ausgeführt hat. 
'I. Ohne Zeichen. Die Abdrücke dieses Zu- 
standes sind klar, und die Platte ist noch 
nicht wurmstichlg. 
II. Unten in der Ecke, rechts, das Zeichen 
A. Andreanfs und die Jahrzahl 1602. 
27) Derselbe Gegenstand, anders behandelt. Circa 
ist hier abgebildet, wie sie selbst ihren Zauber. 
trank probirt, um durch solches Vortrinken die 
Gefährten des Odysseus sicher zu machen und 
desto besser zu täuschen. Nach Parmegia- 
nino. Helldunkel von zwei Platten. Oval. F01. 
B. XII. Abth. VII. S. 
I. Ohne Zeichen. 
II. Mit A. Andreanfs Monograrnni, unten in 
der Ecke links. 
28) Mutius Scävola verbrennt seine Hand. Er Steht; 
vor einem Heerd, worauf ein Feuer lodert; ihm 
gegenüber sind drei Frauen, die mit Fingern 
auf ihn zeigen und zwei Männern die Handlung 
bemerklich machen; dabei zwei Kinder. Nach 
Parmegianino. kl. qu. F01. B. XII. Abth_ 
X. 21. Hier ist dieses Helldunkel von zwei 
Platten einem Ungenannten zugeschrieben und 
M138 Opfern betitelt. 
29) Die Vestalin Tuccia trägt Wasser in einem Sieb, 
zum Beweise ihrer Jungfernsehaft; sie geht 
eilig nach rechts hin, den Kopf herumwendend 
um hinter sich zu blicken, und hält das Sieb mit; 
beiden Händen; über ihrem Kopfe flattert ein 
leichter Schleier. Nach Par megianin o. Hen- 
dunkel von zwei Platten. Ohne Zeichen. 8_ 
B. XII. Abth. X. 2. Wunderlicherweise betitelt 
Bartsch dieses Blatt udic Frau mit der Schüsseln, 
Ich halte die obige Bezeichnung unbedingt für 
richtiger; es ist gerade dieselbe Figur als die, 
welche sich in einer von Parmegianino erfunde- 
nen und von einem Ungenannten in Kupfer ge- 
stochencn ilgurenreichen Darstellung gleichen 
Inhalts befindet, nur mit dem Unterschiede, dass 
der Kopf nicht dieselbe Haltung hat. Uebrigeng 
ist dieses kleine Blatt ein vortreffliches Hell- 
dunkel und sehr gut ausgeführt, ich glaube ganz 
gewiss von Antonio da Trento. Wir besitzen 
mehrere Helldunkel von ähnlicher Dimension, 
die in derselben Weise behandelt sind. 
Dieselbe Zeichnung des oben genannten G8- 
genstandes besitzen wir in einer geistreiche" 
Radirnng von dem Meister, der noch mehrere 
kleine Stücke radirt und mit den Initialen F. P_ 
bezeichnet hat, unter anderen die Folge del- 
12 Apostel (N0. 7-49], im Kleinen nach den- 
selben Zeichnungen des Parmegianino, die in 
gleicher Form in Ilelldunkel geschnitten wirr- 
den; denn, wie schon gesagt, bemerkt man, 
dass alle auf solche Art geschnittenen kleinen 
Stücke in gleicher Grösse radirt vorkommen und 
wahrscheinlich dem Aetzkünstler als Vorbilder 
dienten. Vergl. N0. 24, 25, 30, 31, 32, 34. 
30] Die Stärke, perscniflzirt durch eine Frau, die 
mit beiden Armen eine Säule umspannt" Nach 
Parmegienino. Helldunkel von zwei Platten 
Ohne Zeichen. S. B. XII. Abth. VIII. 7.  
31) Die Wahrheit, versinnbildlicht durch eine auf 
einem Fussgestell stehende und von Sonnen- 
strahlen beschienene nackte Frau, welche die
        

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