Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1601825
152 Antonio da Trento. 
bliebe von den verzeichneten 36 Stücken nur 
etwa die Hälfte übrig, die unserem Meister als 
authentisch zugee-ignet werden könnte. Diese 
Zahl ist jedenfalls zu gering; denn Vasari sagt, 
dass Antonio da Trento ausser den 4 Stücken, 
die er von ihm hernennt, noch viele andere ver- 
fertigte. Wir haben keinen Grund an Vasarfs 
Aussage zu zweifeln, und zählen aber nur auf, 
was vor einer strengen Kritik mit Ehren zu be- 
stehen vermag. 
s. Huber und Rost, Handbuch für Kunstlieb- 
haber (1799). III. 165.  Bartsch, Peintre- 
Graveur (1811). XII. p. 14-15.  Zani, Enci- 
clopedia. I. VI. 311. VIII. 272.  Joubert, 
Manuel de Pamatenr d'estampes (1821). I. 169.  
Zanetti, Catalogue des estampes du comte 
 de Cicognara (1837). p. 15-16.  Nagle r, 
Monograxnmisten (1858). I. N0. 17. und 579.  
Passav an t, Peintre-Graveur (1864). VI. 195. 
1) Das Opfer Abrahams Nach Parmegianino. 
Helldunkel von 2 Platten. k]. F01. B. XII. 
Abth. I. 3; hier einem Ungenannten zugeschrie- 
ben. Dieses schöne Ilelldunkel trägt allerdings 
kein Zeichen; aber ich zweifle nicht, dass An- 
tonio da Trento der Verfertiger desselben ist. 
2) Maria, auf einem Sessel sitzend, herzt das in 
ihren Armen liegende Christuskind. Nach Par- 
m egianino. Helldunkel von 3 Platten. Oval. 8. 
B. XII. Abth. III. 4; hier einem Ungenannten 
beigelegt. Freilich befindet sich darauf kein 
Zeichen; aber ich bin überzeugt, dass es von 
Antonio da Trento herstammt. Jedenfalls ist der 
Formschneider derselbe , welcher das vorherge- 
hende Blatt ausführte. 
3) Die Rosenmadonna. Maria, halbe Figur, hält 
Rosen und hat auf den Armen das Christuskind, 
das sich an ihre Brust lehnt; daneben der schla- 
fende kleine Johannes, den Kopf auf seine bei- 
den Ilände gestützt. Nach Parmegianino. 
Ovales Helldunkel von 2 Platten. gr. Fol. B. XII. 
Abth. III. 12, wo es auffallenderweise einem 
Ungcnanntcn zugeschrieben ist. Vortreiilichcs 
Blatt; Vasari spricht davon und gibt es dem 
Antonio da Trento. Die Strichplatte ist mit 
mehrfachen Schrafiirungen ausgeführt; es han- 
delt sich nur darum, dass die Schrafßrilngen 
rein und klar sind, was ein Zeichen von dem noch 
frischen Zustande der Platte ist. Aegidius Sa- 
dclcr hat dieselbe Zeichnung in Kupfer gestochen. 
4) Maria, das Jesnskind und der kleine Johannes. 
Maria sitzt am Fuss eines Baumes und hält auf 
ihrcm Schooße das Christuskind, welches den 
vor ihm stehenden kleinen Johannes bei der 
Hand fasst und mit der aufgehobenen Rechten 
segnet. Nach Parmegianino. I-Ielldunkel von 
2 Platten. II. 240 mill., Br. 185 mill. Ein bis- 
her noch nicht beschriebenes Blatt, sehr schön 
und ganz in der Art des Antonio da Trento be- 
handelt. 
5) Die heilige Familie und zwei IIeilige. Maria, 
sitzend, hat neben sich eine knieende Heilige, 
welche das Jesuskind in ihre Anne nimmt, und 
auf der Seite, Joseph, begleitet von einem heiligen 
Bischof: nach Parinegianino. Sehr schönes 
Helldunkel von 2 Platten. Man weiss nicht be- 
stimmt, wer der Urheber davon ist; ich sehe 
Niemand, dem es sich passender zuschreiben 
lässt als dem Antonio da Trento. Dieselbe 
Zeichnung wurde zweimal von Ungenannten in 
Kupfer gestochen. Fol. B. XII. Abth. llI. 24, 
wo es einem Ungenannten beigelegt ist. 
I. Ohne Zeichen. 
II. Unten links, A. Andresnfs Monogramm. 
6) Johannes der Täufer, in der Wüste sitzend, 
streckt den Arm nach einem Kreuze aus und 
will damit auf den Messias hindeuten; neben 
ihm liegt das Lamm. Nach Parmegianino. 
Der Gegenstand ist mit einem Rande umgeben, 
5  e- 
worauf unten folgendes Zei- 
chen eingeschnitten ist, welches den Antonio d; 
Trento bezeichnet. 4. B. XII. Abth. IV. 17.  
Eigenthümlich schönes l-Ielldunkel; aber man  
muss es gut gedruckt ünden, aus der Zeit, wo 
die Platte neu war; alsdann sind die Ilöhungen 
mit Weiss schrafilrt und nicht ileckweise hinge- 
gesetzt, wie in den späteren Abdrücken; und 
die Striche des Schnittes sind klar und sauber; 
je mehr die Platten sich abnutzen, desto mehr 
vermengen sich die Schrafflrungen und werden 
schmutzig, als ob es Klekse wären. Das be- 
wirkt sogar einen solchen Unterschied, dass man 
meint es seien mehrere Plattenzustände , es ist 
aber nur ein Plattenzustand im grösseren oder 
geringeren Grade der Abnutzung.  Bartsch be- 
merkt mit Unrecht, dass die Abdrücke mit dem 
Monogramm im Rande von den schon abgenutz- 
ten Platten herzurühren scheinen. Das Zeichen 
ilndet sich auf Abdrücken der schönsten und 
frischesten Art; sehr oft aber ist es abgß- 
schnitten. 
7-19] Christus und die Apostel. Nach Parme_ 
gianin o. Folge von 13 B11. Helldilnkel von 
3 Platten, die, wie man gewöhnlich annimmt, 
von Antonio da. Trento, aber nach meiner Mßi- 
nung, von Ugo da Carpi ausgeführt sind_ 
Der grösste Theil der Apostel hat keinen Heili- 
genschein um den Kopf, sondern bloss eine halbe 
Zackenglorie oberhalb desselben. Jede Figur ist 
mit einem doppelten Einfassungsstrich umgeben, 
der einen ziemlich breiten Rand entstehen lässt, 
Die Abdrücke mit den zwei Einfassungsstricheil  
sind aber sehr selten; meistens finden sich nur 
solche, wo der Rand abgeschnitten und nur noch 
e i n Einfassungsstrich übrig ist. Auch trifft man 
diese kleinen Stücke äusserst selten von gutem 
Farbenton und Druck; die schönsten, die ich ge- 
sehen habe, waren in ltoth gedruckt. Die ganzg 
Folge habe ich noch nirgends beisammen ange- 
treffen; selbst theilweise kommt diese Folge so 
selten vor, dass vier Stücke davon Bartsch un- 
bekannt blieben. 8. B. XII. Abth. IV. 1-12. 
7) Christus, mit Nimbus und Glorienschein, 
der Kopf in Protilansicht links, der Körper 
nach der anderen Seite hingewendet, hält 
mit der Linken sein Gewand in die Höhe 
und betheuert mit der aufgehobenen Rech- 
ten seine göttliche Sendung. Dieses Blatt 
fehlt bei Bartsch. 
8) Petrus, in Dreiviertelansicht rechts, der 
Körper nach der anderen Seite hingewen- 
det, hält die Rechte auf der Brust und 
trägt in der Linken zwei Schlüssel. B. l.
        

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