Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1601770
Antonio de Hollanda  Antonio da Morbegno. 147 
 
spektive als die schwache Seite des Künstlers der Miniaturmaler: vAntonio de Hollanda, mein 
verrüth  halten zwei Genien ein Medaillen mit Vater, dem wir den Vorrang zuerkennen müssen 
der Umschrift: Alexander. Valentinus. Borgia. als dem ersten, der in Portugal eine anmuthige 
Pontifex. Max. VI. Art grau in grau zu malen kennen lehrte, die 
Photographische A bbildiingen beider Fragmente sieh allen in andern Ländern verbreiteten vor" 
in den Ph0tQgf_ des k_ k_ 55g Museunns für fahrungsweisen als überlegen erwiesw. Etwas 
Kunst und Industrie in Wien. von diesem überschwänglichen Lob wird man 
A156?! 119- Wol abziehen müssen. In dem Kapitel, das die 
Antonio. Antonio de Hollands, Maler, Uobolsolllllll half "Von delll Nutzen lllld der 
insbesondere von Miniaturen, der gegen Ende Keniitiiiss der Zeichnungrq erinnert Francisco den 
des 15. Jahrh. aus den Niederlanden nach Portu- Kolllg Doll Sflbdsllall an dlo Von sellledl Vdter 
gal berufen wurde, wahrscheinlich durch den gololstollell Dlonslonlllld Sagt daml Welterllllll 
König Emanuel, dessen Regierung den Beginn "llll Werdet 1111011 1'111: die Goldverzierungen der 
des Wiederauflebens der Kunst in Portugal be- Sattel und der Hojflllsollo:  dlo Dfigolll dle 
zeichnet. Wie viele fremde Künstler, welche llolollor dlo lldlslldlldor: dle Donkllldllzoll llnd 
sich damals in Portugal niederliessen. hinterliess dlo nodoll Goldmlllldon don Woldl der Zololl" 
er eine Schule und zudem in seinem Sohne Fran- llllng filnerkßnnßll; 61116 Wichtige Sache, worin 
cisco, den überlieferten Nachrichten zufolge, den man blsllol" Vlol Folllel rgonlaßlll lldt- Das kann 
geschicktesten und berühmtesten seinerNachfol- man dbor lllolll; doll  
gen E1. lebte zu Evnrn; einin den k_ Arehiven welche "1116111 Vater und ich fur die goldenen 
noch vorhandenesDokumentbekundet,dass151S Denkmnnnen des hl. llhonias und des hl. Vin- 
oder 1519 nach Ausbruch der Pest zu Lissabon A. Zenz, S0w1e_v0nandernkleinen Munzen gemacht 
dem Maler Francisco Hcnriqucz, der an der Epi- lldlleln- W11 Wlseßn n1ßht,__ob solehcuMunzen 
nenne gestorben wer, als Wnnnennennld des noch vorhanden sind, und überhaupt lasstsich 
Königs nachfolgte. In den Handschriften, welche Voll dell Arbolloll des Allllolllo llls Jetzt lllollts 
sein Sohn Francisco hinterlassen hat, finden lldollwolsollg     
sich einige auf die Arbeit des Vaters bezügliche Wdllrsollollllloll lobte A- lllo Segen dlo Mlllto 
Nachrichten. So lehrt uns das Manuskript von des lo-glallrnj 1181111 als Francisco im J. 1549 
1571, den den Titel hat, Fahnen qne fnneee n nach seinei-Ruekkehr aus Italien seinManuskript 
eidnne de Lieben] dann A_ im Auftrage den Kö_ uber die Malerei  Alten vollendet hatte, wid- 
nigs Emanuel Mess- und Chorbüclier malte molo er es deldKolllg Johann lll- "zufolge dem 
und auch die Miniaturen in einem Brevier fer- Wolsoll Ratll Solllos Vatolld-  
tigte, welches der Donna Leonor, der Gemalin 5' lilallllskllpte d? Flallclsoo de Hogallda 
Johannes? II. angehörte, wobei Francisco liinzu- ugaeräos nilfäb Talg?! Üzuslrtinka? "lies ging 
fügt, dass diese verschiedenen Werke iiniit gros- en Ponnnan; nnrnier Die Mennskn des 
5er Sorgfalt und glossor Elllslollt" gozelollllell Franc. d'0llanda in: Jahrbiiclier für Kunstwis- 
waren.  Gegen 1525 erhielt A. vom portugie- Seilschaft 1, 335_ 
sischen Hofe den Auftrag, das Bildiiiss des Lefort. 
Kaisers Karl V. zu malen. Er begab sich des- Antonio. Antonio da, S, Znane Evan- 
halb nachToledo,ivo damals der Kaiser residirte. gelista, war einer der Bildhauer, die 1508 an 
Karl V. war mit der Arbeit sehr zufrieden; noch der Kanalfassade des Dormitol-iums von S_ Gior- 
1535, als Francisco seinerseits zu Barcelona das gio Maggiore in V e nedig gearbeitet haben, 
Bildniss des Kaisers malte, rühmte dieser das  S_ Mothes, Gasen der Baukunst 1]_ S_ W_ Vene- 
Werk des Vaters und fügte hinzu, dass keinem digs. II. 103. 
Künstler, selbst Tizian nicht, es besser gelungen JMSM- 
sei, sein Porträt zu malen. Aus der folgenden Allt0ni0- Antßnin da MOIbGgIIO, d- h. 
Stelle der schon genannten lllandschrift geht in Morbegiio im Bezirk Sondrio arbeitete als 
hervor, dass A. den Antrag erhielt, in den Bildhauer im Anfange des 1G. Jahrh. in Ober- 
Dienst des Kaisers iiberzutrcten. Francisco 111111911 Manldd Sollolnt längere Zelt Seln 
schreibt: nlndem ich ablelmte, dieses Land zu WOhIIONI gewesen Zll Sßin- F 111" die Gräfin 1111013 
Verlassen, wollte ich treuer Portugiese bleiben Rdngülli 311503 H" 27- Aüg- 1503) verfertietß 91' 
und mich als den würdigen Sohn des Antonio de ein Grabinonument in der Plamilienkapelle der 
Hollanda erweisen, dem der Kaiser Don Carlos Rangoni im Dome von Modena. Drei Jahre 
und die Kaiserin alle Gunst in Kastilien erwei- Später, 94111 5- Oßtßbü 1511, verschied 1111" Gelnßl 
sen wollten; wir haben beide vorgezogen, in Graf Francesco Maria Rangoni; seinem letzten 
Portugal weniger geschützt und arm zu bleiben, Willen geinäss wurde er in S. Agostino zu Spil- 
als reich und angesehen in Kastilien, Frankreich amberto bestattet. Auch für ihn hat Antonio 
oder sonst wo zu werden, denn die Malerei ist das Denkmal ausgeführt. Beide Werke  
überall mehr geschützt als in Portugal". fast gleichzeitig 1515 vollendet  sind sich 
In dem Vcrzeichniss , das Francisco von den durchaus ähnlich. Ein einfacher Sarkophag, be- 
berühmtesten Künstlern seiner Zeit aufgestellt krönt mit einer Urne, stilvoll architektonisch 
hat, setzt derselbe seinen Vater an die Spitze gegliedert und pi-ofilirt, bciiiidet sich in einer 
19'
        

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