Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1601699
Antonio Federighi. 139 
 
Arbeit vmit dem Bohrer und mit seinen Meisselnrr sen, wurde am 28. März 1460 an Goro Soli Pic- 
erhielt Antonio 25 Lire Bezahlung. Die Zeich- colomini als Baumeister für den Papst Pius II. 
nung zu dem Werke hatte der Oberdombaumei- von der Republik Siena sehr eindringlich em- 
ster Pietro della Minella gemacht; er leitete auch pfohlen. Es handelte sich um den Bau ades Tea- 
die Ausführung und Zusammenfügung desselben. trum in platea S. Martinirr, d. h. der Loggia del 
Am Altar der Kapelle S. Crescenzio im Dome Papa bei San Martino in Siena, und Vecchietta 
zu Siena, welche derselbe della Minella mit verfertigte ein Modell dazu. Allein der Papst 
Reliefs von Ornamenten undFiguren geschmückt ertheilte den Auftrag an Antonio, undVecchietta, 
hatte, steht noch heute das Grabdenkmal des darüber verstimmt, war im Begriff Siena zuver- 
Bischofs. lassen. Damit er aber bliebe, übergab ihm die 
Auch an den berühmtenPavimenten, den rMar- Stadt am 3. April die Ausführung der zwei Sta- 
morintarsienr im Dome, die seit 1369 begonnen, tuen Petrus und_Paulus und bezahlte ihm dafür 
im J. 1450 eine technische Aenderung in der 1000 Lire, doppelt so viel als Antonio erhalten. 
Ausführung erfuhren, war A. beschäftigt. Auf Dieser aber konnte bereits am 18. Mai 1462 die 
dem Boden vor dem Portal von S. Giovanni hatte erste Säule der Loggia del Papa aufstellen. Ein 
zum erstenMalein dem genannten J Bartolommeo paar Jahre später war der Bau vollendet. Die 
di Mariano (gen. il Mandriano) ein solches Werk Bogen sind weit gespannt, aber sie erscheinen 
aa trapanorr d. h. mit dem Bohrer gemacht; un- dem Auge fast nzu dünn und zartr. -Aus einem 
mittelbar daneben hat dann 1451 Antonio ein an- Briefe vom 1. Juni 1463, worin jene Bezeichnung 
deres Werk in derselben Weise ausgeführt. Es de Ptholomeis vorkommt, erfahren wir, dass 
ist die ügurenreiche Darstellung einerKindtaufe, Antonio damals Arbeiten und Lieferungen für 
die leider mit der Zeit arg mitgenommen wurde. den Bau des Palastes hatte, den Bernardo Ro- 
Dcr Maler Nactagio di Guasparre lieferte zu bei- sellino von Florenz für Caterina Piceolornini, die 
den Intarsien die Kartons. Schwester Pius' 11., entworfen hatte und der 
schon Stand Antonio in Ansehen, und wie heute delle Papesse oder Ncrucci hcisst-Eine 
zum Dombau in Orvieto längere Zeit wiederholt kühne und geschickte Leistung war es, als 81' 
Obermeister aus Siena geholt wurden, so erhielt 1465 P1111 9119 9119119 g9111199119 K9P9119 am Sie; 
auch am 14. Sept. 1451 A. diese Stelle (nach Ab- 1191191 119-1111191159 91119 119119 1399991111118 111111 B9" 
Setzung des Giovanni di Meuccio, s. diesen) mit 11191111118 111 1911191 1191191999999 911111991119- Im 
dem Jahi-oglohn von 109 Go1d-])nketen_ Diese J. 1480 empfahl sich Antonio seiner Vaterstadt 
verwaltete er bis 1456,ohne dabei seine Beziehun- 91111911 9111911 9198911999911 39119111 1119 3911111919191 
gen zu Sienn, zu nnieibi-eenen Zwei seiner Schi; und Oberbeamter für die Kloaken und Brunnen; 
ler, Polimante von Assisi und den Deutschen Vito 911191 111911 991191111 91111 991119 1791991119139 111111 A11' 
di Mareo, hatte er beständig bei sich. Mit einem ßrbietuneen nicht eingegangen w Sein- 
Geleitsbriefe der Republik Florenz und des Kii- Dies ist alles, was wir von Antonios Bnnthä- 
nisß 17011 11991191 119g11b 91' 91911 1453 9191 113-911 tigkeit wissen. Als Obermeister am Dom wird 
Carrara und dann nach Corneto, um dort Marmor er in den J. 1454, 1468 und 1475 erwähnt, Miin, 
911 1119911911- A11 911191 E9119 1191 F 915511919 des D0- nesi und nach ihm manche andere sind der Mei- 
11199 9191119 91' 1111 59119 1456 91119 119119 99-91 W9' nung, dass der herrliche Baoksteinbau des Pa- 
nigstens eine von ihm durchaus erneuerte Statue inzno de Dinvoii sowie dei- dazu gehörigen K3- 
11111- pelle vor Porta Camollia in Siena eine Schöpfung 
Am 30. Jan. 1457 (alten Stils 1456) wurde An- Federighfs wäre. Nach aufmerksamer Untersu- 
tonio mit der Ausführung von vier Statuen für chung habe ich mich nicht für diese Ansicht 
die Loggia della Mcrcanzia oder di San Paolo, entscheiden können: die Arbeiten an jener Ka- 
dem heutigen Casino de'nobili, in Sicna betraut. pelle sind so fein und stilvoll, wie ich sonst 
Er sollte zuerst eine derselben vollenden, und nichts von Federighi kenne; ein ganz neuer Geist 
dann, wenn diese gefiel, auch die übrigen. Schon spricht sich in ihnen aus. Dieses Werk sowie 
am 31. Dez. 1457 hatte er den hl. Petrus fertig andere Backsteinbauten und Terrakotten Sienafs 
gemacht, der allgemeine Billigung erfuhr und möchte ich einem noch unbekannten Meister zu- 
den 10. März 1458 an dem ersten Pfeiler der schreiben, der um 1510 thätig war. Hierin be- 
Loggia aufgestellt wurde, aber bald einer an- stärkt mich eine Notiz, welche die Herausgeber 
deren Statue weichen musste. Für das Stand- des Vasari mittheilen. Sie ist 3,115 dem Manu- 
bild des hl. Ansano erhielt Antonio am 23. April skripten des Giulio Mancini iiRagguaglio delle 
1459 272 Lire und um den denselben Preis fer- cose di Sienas und lautet folgendermassen: "Hier 
tigte er dann noch die Standbilder der hh. Sa- war in der Zeit des Pietro Perugino ein 
vino und Vittore. Diese Werke, alle drei aus Bildhauer, der schöne Sachen in Terra cotta 
karrarisehem Marmor, stehen noch heute an machte, und man sieht von ihm Werke in der 
ihrem Platze. Sie sind voll Leben und Bewe- Osservanza, bei den Monaohe di Campnnoi und 
gung, nur dass ihre Gewandung noch etwas wirr in der Kapelle den Palazzg do' Diavo1i_ Sein on 
und schwer erscheint. Namen weiss ich nicht, aber er war Sie- 
Lorenzo di Pietro (gen. il Vecehietta), der mit nese. Ich glaube ein Werk von ihm zu bggitzgn; 
Antonio Schüler des Pietro della Minella gewe- eine Madonna, mit dem Christkind und dem h1_ 
1811"
        

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