Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600315
Andreas 
Andreas J acobi Ognabenis. 
Andreas. Andreas, Erzbildner aus Arges,  
verfertigte die Bildsäule eines Siegers im Ring-  
kampfe der Knaben, Lysippos aus Elis  Pausa- 
nias v1. 16, 5. Seine Zeit ist unbekannt. 
H. Brunn. 
Andreas. Andreas soll nach Ricci (Storia 
dell' Archit. in Italia I. 395) der Verfertiger der 
Bronzethiire am Dom zuAmal f i heissen. Allein 
das: Opus Andree memori etc. der Inschrift be- 
zieht sich auf den Apostel Andreas, dem der 
Dom geweiht ist. Die Thiire enthält vier Plat- 
ten mit Figuren, die durch eingegrabene Um- 
risse und Ausfiillungen von Silber und Email 
gebildet werden. S. über dieselbe Schulz, Denk- 
mäler der Kunst im Mittelalter in Unterital. II. 
245f. und Taf. 85. Fig. 7. 
U. 
Andreas. Meister Andreas von Lanziano 
baute (nach einer allerdings nicht unverdächti- 
gen Inschrift) im J. 1203 mit seinen Zunftgenos-, 
sen (cum sociis de Lanziano Comacinis Solidis! 
suis) die Kapelle des wunderthätigen Marienbil-  
des, die angeblich auf der Diokletianischen  
Brücke bei Lanziano in den Abrnzzen gestan-r 
den haben soll.  
s. Rom an elli, Scoverte patrie nella regione Fren- 
taxia. Nap. 1809. II. 152.  Schulz, Denk- 
mäler der Kunst etc. in Unteritalien. II. 50. 
U. 
Andreas. Andreas magister Remanus; 
verfertigte die marmornen, mit Reliefs und Mo-i 
saik im Stil des 13. Jahrh. gezierten Chor-  
schranken in S. Pietro zu Alba Fucense in den 
Abrnzzen. Dies ist ohne Zweifel derselbe bonus  
Andreas, den eben dort eine andere Inschrift an 
einem Ambo, welcher sehr an die Gestalt der 
römischen, namentlich in S. Lorenzo erinncrtg 
als Collega einesJohannes nennt, und zwar mit 
dem auffallenden Zusatzc : Nobilis et prudens 
Oderisius abfuit abas, während ein Abt dieses 
Namens bei den Geschichtschreibern des Be- 
nediktiner-Ordens nicht vorkommt. Verrnuth- 
lich ist es auch derselbe, der durch Inschriften 
in Rieti bekannt ist, wo ein Andreas 1252 mit 
Petrus und Henricus den Glockenthurm der Ka- 
thedrale S. Agostino baut und  wenn dies nicht 
ein Andrer ist (Gaye, im Kunstbl. 1839. p. 246) 
 1283 den von einem der Pisani, vielleicht 
Giovanni, begonnenen Bischofspalast als Operi 
M ß y er , Künstler-Lexikon. II. 
Praefectus vollendet. Vergl. den Artikel J 0- 
hannes. 
s. Promis, Notizie epigraiiche d. artedci Ro- 
rnani. p. 12-14.  Schulz, Denkmäler der 
Kunst in Unteritalien. II. 83. 
Fr. W. C7nger. 
Andreas. Andre a s Pueci und sein Bruder 
Tallinns, Goldschmiede in Pistoja, verfertig- 
ten 1287 für die Kapelle S. Jacopc in der Ka- 
thedrale daselbst einen neuen Kelch, und muth- 
masslich auch den aus einem Antipendium und 
einerAltartafel mit den Statuetten der Maria 
und der Apostel bestehenden reichen Silber- 
schmnek dieser Kapelle. Dieser Schatz wurde 
1293 von drei Bürgern der Stadt geraubt. Meh- 
rere Unschuldige waren schon angeklagt und 
gefoltert werden, bis endlich Vannes della Monna 
gefangen wurde, die That eingestand und zu- 
gleich seine Genossen, Vannes Fucci della Monna 
und Vannes Mironne verrieth. Vannes oder Vanni 
Fucei ist für die Unthat von Dante in die Hölle 
versetzt, wo ihn Schlangen ziiehtigen (Inferno, 
Canto xx1v.); er muss bereits hingerichtet ge- 
lwesen sein , als Dante die göttliche Komödie 
lschrieb. Man bekam einen Theil des Raubes 
wieder, und übertrug nun die Herstellung des 
lSilberaltars dem Andreas Jacobi Ognabenis (s. 
den folg. Art). 
s. Ciampi, Notizie della Sagristia Pistojese. 
pp. 57. 128. 
Fr. W. Unlger. 
Andreas. Andreas Jaeobi Ognabenis, 
Goldschmied, von Pistoja, in der ersten Hälfte 
des 14. Jahrh., restaurirte den silbernen Altar- 
schmuck der Kapelle S. Jacopo in der dortigen 
Kathedrale, der 1293 geraubt war, mit Benutzung 
der wieder herbeigeschadten Theile des Raubes 
(s. den Art. Andreas Pucci). Anstatt des alten 
Antipendiums aber verfertigte er laut Inschrift 
im J. 1316 ein neues, das berühmte Paliotto, 
welches nicht bloss wegen seines Metallwerthes, 
sondern auch wegen seiner kunstgcschichtliehen 
Bedeutung zu den merkwürdigsten Denkmälern 
des Mittelalters gehört. Dasselbe enthält in drei 
Reihen über einander 15 Tafeln mit Relief-Dar- 
stellungen aus dem Leben J esu. Senkrechte Lei- 
sten mit emaillirten Medaillons trennen die Ta- 
feln und an beiden Seiten schliesst eine Einfas- 
sung ab, die durch drei übereinander gesetzte 
l
        

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