Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1601656
Antonio Vincenzi  Antonio da Padova,  135 
 
setzen sollte, war sehr grossartig angelegt. Die pp: 610. 611.  Schnaase, Gcsch. der bild. 
Kirche sollte ein Kreuz bilden von 60S' Länge Künste Vll- 202-  T1 Bolognese istruite- 
und 4351 Breite, mit einer achteekigen Kuppel Bol. 1850. p. 35.  Nohl, Tagebuch. p. 329. 
in der Mitte von 110' Durchmesser; den drei  F" W- Unwi- 
Eingängen an der Frente und den Enden der Antonio. Antonio dal Santo malte wahr- 
Kreuzschiffe sollten weitläufige Vorhöfe cnt- Selleinlieh gegen Ende des 1-1. Jahrh. in Padua. 
sprechen. Um den Raum für diese Anlage zu gc- AuSSen an einem kleinen Tllurlne der Umfas- 
winnen, mussten ausser vielen anderen Gebäu- sungsmauer der Stadt war ein Muttergottesbihl 
den acht Kirchen niedergerissen werden, von von seiner Hand. Im J. 1450 bemerkten dieGläu- 
denen einige Pfarrkirchen waren. Man begann bigen 111m ersten Male, dass dasselbe Wunder 
daher mit dem Ben dei- Seitenkepeiien, auf die that. Darum wurde die Kirche Torresino der 
man die Titel jener Kii-ehen übertrug, und 3611011 S. Maria del Pianta errichtet, und jenes Bild der 
1393 waren viel- dereeiben vollendet, so dass Schmerzensmutter sorgfältig von der Mauer los- 
man in ihnen am Feste des h1_ Peti-eniue mit gelöst und am Hauptaltar in der Mitte des neuen 
grosscr Feierlichkeit die erste Messe lesen konnte Tempels aufgestellt. 
(Muzzi, Ann. di Bol. 111. 569). Um diese Zeit s. Brandolese, Pitture di Padova. p. T8.  
begann man auch mit der Verzierung der Fas- Meeellini, Guiiie di Pedeve- P- 155- 
sade (s. den Art. Bonafuti).  Dann aber scheint 711'186"- 
eine Stockung im Bau dadurch eingetreten zu Antenie- Antonio da Padova, Maler am 
nein, dass der Kardinal Leg-aß C9353, (ngghmaig Ende (165 14. llnd im Anfang (iGS 15. Jahrh. Nßßh 
Papst Johann XXIII.) den Vorrath von Marmcr- dem Anonymus des Morelli verfertigte er in Ge- 
blöcken abhanden brachte und wahrscheinlich zu lneinselleft mit Giovanni von Padua die Male- 
dem 1404 begonnenen Bau (19,3 Kastens; Galigrg, reien dGS Baptisterium am DOIIIG Zll Padua. 
verwandte. Erst Papst Martin V, (1417-1431) Der genannte Gewahrsmann will auf einemSteinc 
ertheilte die Erlaubniss zum Abreissen der Kir- innerhalb derKirche und zwar über derThiire, 
chen, von denen bislang bloss drei dem neuen die in's Kloster führt, folgende Inschrift gelesen 
Bau Platz gemacht hatten. Drei andere stehen haben: vOpus Joannis et Antonii de Padovaui 
aber noch heute, da nur der Bau des Schiffes Hieraus hat man geschlossen, dass nur die Wcrkc 
ausgeführt und mit (einer halbkrgisförmigen innerhalb dGS Baptisteriums VOII der Hand dßf 
Chornische geschlossen ist. Das Mittclschiif er- beiden Meister gemacht sind, während die jetzt 
hielt sogar erst 1588 sein Gewölbe (s. den Art. längst zerstörten Ausseumalereien dem Giusto 
Terribilia), und erst nach 1647 soll es durch eine von Padova zugewiesen werden, dessen Vasari 
neue Wölbung auf die jetzige Höhe von 118' gc- allein gedenkt. Die Arbeiten Antonids und Gic- 
bracht sein. vanufs haben durch Restaurationen sehr gelit- 
Dieser gothische Bau folgte in manchen Bc- ten- Oben in der KIiPPei erscheint Geil? Vater 
Ziehungen dem System des Fiei-entinei- Dome, inmitten zahlloser Engel und Heiligen; es ist das 
mit quadratischen Gewölben des Mittelschids Päfniließ- An den Wänden dagegen Sielli inen 
und entsprechenden länglichen Gewölben der Geeeiliehten des Alten und Neuen Tießtnlnentes 
Seitenschiifc, und kreisrunden Obcrlichtern. Dic und nnfnentlieil Szenen aus der Üiienbnfllng JO- 
letzteren wiederholen sich in den Seitenschiiten. llnnnis- Im Charakter diesen Malereien durch- 
Neu waren aber die quadraten Kapellen, deren nun entsprechend fand der Anonymus diejeni- 
zwei jedem Gewölbfelde der Seitenschiffe ent- gen, welche die Kapelle der Alieeiei FiiiPPe und 
sprechen. Jede Kapelle ist durch zwei zweithei- Gineeinü in der Kifehe S- Antenie erfüllen. Es 
lige Maßwerkfenster und eine kleine Rose sind Geschichten dieser Apostel, Geschichten 
erleuchtet. Die Verbindung der Pfeiler, und na- Christi und des Beato Luca Belludi. Nach Va- 
mentlich auch die Eingänge der Kapellen sind sari aber sollen auch sie vonGiusto aus Padua 
sämmtlich spitzbogig. Das Ganze bildet eins der gemalt werden Sein- 
iuteressantesten gothischcn Bauwerke Italiens, Crowe und Cavalcaselle stimmen beide Male 
im Innern durch die Höhe, den erweiterten Blick Vasari zu und wollen Antonio und Giovanui 
in die Kapellen, die schlankeren Bögen und die höchstens unter die Zahl derjenigen Künstler 
geringere Mauermasse luftiger und mächtiger rechnen, welche im Salone des Palazzo della Ra- 
wirkend, für die Aussenansicht belebter, als der gione gearbeitet haben. s. auch J oannes de 
Florentiner Dom. Das Detail ist jedoch weniger Padua. 
schön. als in diesem, nalnentlich sind die Kapi- Moeeiiini erwähnt eines Antonio da, 11a- 
tcllc der Pfeiler auffallend hoch. Dennoch er- dova, mit Beinamen Zucconi, der zusammen mit 
scheint der Bau mit seinen nur gemalten Gewölb- J acopo 1423 eine Einrahmung um jenes Madon- 
rippen und seinen dürftigen zwischen den Ka- nenbiid im Dome maite, das von der Hand des 
peilen aufsteigenden Strcbcpfcilern schwerfeillig Evangelisten Lucas scin soll. Vielleicht ist dies 
und nüchtern gegen deutsche und französische derselbe Antonio da Padova, der 1434 ge- 
Ballten- meinsam mit Filippo Lippi in der Kapelle des 
s. Ricci, Storia den" Archit. d'Italia, II. 285.  Palazzo delPodesta malte und dessen unter An- 
 Lübke, Gesch. der Architektur. 5. Aufl. tonio da Forli zu gedenken ist. In Dokumenten
        

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