Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1601588
128 Antonello de Saliba  Andrea dlntoni.  
weise die Verbindung von Tempera und Oel 
annahm , welcher Jener nach Italien brachte. 
Von seinem Leben wissen wir Nichts. Das frü- 
heste erhaltene Werk von ihm, bez. ANTONSLLUS 
MISSENIUS D'SALIBA HOC P. nnerr OPUS 1497 di 
20 J uly, ist eine Jungfrau mit Kind in der Kirche 
S. Maria del Gesü bei Catan ia. Die Madonna, 
eine schlanke hohe Gestalt, auf einem Marmor-l 
thron sitzend, reicht dem nackten auf ihrem" 
Schooße stehenden Kinde eine Blume; beide 
Köpfe sind plump und regelmässig , aber von! 
lieblichem Ausdruck, die Anordnung zwar nicht? 
ohne Anmuth, doch gestört durch die steife Hal- 
tung des Kindes und die straifen eckigen Linien 
der Gewandung. Der Einfluss Antonellds zeigt 
sich in der sorgsamen Zeichnung, dann auch im 
landschaftlichen Detail, insbesondere aber in 
der technischen Behandlung. Durch den Mangel 
eines entschiedenen Kontrastes von Licht und 
Schatten hat die Erscheinung eine gewisse Flach- 
heit. Das Bild wurde von Grosso Cacopardo, 
der die Inschrift falsch gelesen, für ein Werk 
des Antonello von Messina gehalten.  
Dieselben Eigenschaften, welche dieses Bild 
charakterisiren, zeigen sich in folgenden Gemäl- 
den, welche daher dem Meister zuzuschreiben sind, 
auch ohne dass sie seine Bezeichnung tragen:  
1) Jungfrau mit dem Kinde, ähnlich wie das, 
vorhcrgenannte Bild, aber mit der Zugabe von) 
vier Engeln in der Kirche von C astro Reale 
bei B ar ce l l ona in Sizilien ; 2) Christus aufdem  
Grabe sitzend zwischen zwei Engeln, dabei die 
drei Marien in der Sakristei von S. Domcnico 
zu Palermo; 3) Thronende Jungfrau mit dem 
Brustbild des Donators in S. Lucia zu Me s- 
sina, mit der Jahrzahl 1516, ein schwächeres 
Bild des Meisters ; 4-) Thronende Jungfrau mit dem 
Kinde, über deren Haupte zwei Engel eine Krone 
halten, genannt die Madonna del Cardellino, in 
dem Museo Peloritano zu Messina, wie 
das Vorige ; 5) Anbetung der Könige zwischen den 
hh. Paulus und Biagio in S. Maria de Can- 
celliere zu Palermo; 6) der hl. Thomas von 
Aquino, thronend zwischen Heiligen, im Streite 
den von ihm niedergeworfenen Averrhoes über- 
windend, in S. Domenico zu Palermo. 
Das letztere Bild ist verschiedentlich anderen 
Meistern zugeschrieben worden : von Puccini 
dem Antonello da Messina, von Anderen dem 
Salvatorc d'Antonio oder dem Jacobello d'An- 
tonio, ist aber unzweifelhaft von Saliba. Diese 
Gemälde scheinen alle früher zu fallen,  indem 
sie den Uebergang bilden  als eine Darstellung 
der beiden hh. Petrus und Paulus, welche 
1531 datirt ist und die zunehmende Schwäche 
des Malers bekundet. Das Bild belindet sich in 
der Chiesa Madre zu Milazzo und ist be- 
zeichnet in sizilianischem Dialekt: Lu Mastru 
Antonellus de Saliba pinxit. Hier haben die 
Figuren eine kurze gedrungene Form , harte 
Umrisse und eckige Gewänder, während die 
Färbung undurchsichtig und trübe ist. 
s. G. di Marzo, Delle Belle Arti in Sieilia. III. 
69. 72; Grosso Cacopardo , Memorie de' 
pittori Messinesi; Galle, Annali Messinesi; 
P u c c i n i, Memorie 'd'Ant0nello da Messina, 
schreiben die Bilder unsers Malers anderen 
Meistern zu.  Crowe und Cavalcaselle, 
History of Painting in North Italy. II. 111-112, 
Crowe und Ca-valcaselle. 
Antonello. Antonello da. Palermo, sizi- 
lianischer Maler vom Beginn des 16. Jahrlr, 
Sohn des Malers Antonio Crescenzio. Er ist der 
Zeitgenosse seiner Landsmänner Antoneilo von 
Messina und Antonello von Saliba, allein in 
seiner Kunstrichtung verschieden von Beiden; 
denn statt ein Nachfolger der flandrischen und 
venezianischen Kunstweise zu sein, ist er viel- 
mehr aus einer unbekannten lombardisehen 
Werkstätte hervorgegangen." Der Künstler ist 
 ziemlich vergessen, doch ist er einer der wenigen 
sizilianischen Meister, über welche uns urkund- 
liche Berichte erhalten sind. Er war 1527 Ge- 
hilfe des Bildhauers Ant. Gagino und hatte in 
den J. 1530 und 1532 Gemälde abzuschätzen, 
Zweimal, in den J  1537 und 1538, verfertigte er 
Kopien von RafaeYs Spasimo, welche noch er- 
halten sind, die eine in dem Kloster Fazello 
bei S ciacca, die andere in der Karmeliter- 
kirche zu Palermo. Das einzige Gemälde, das 
als Zeugniss seiner eigenen Kunst auf uns ge- 
kommen ist, ist eine Madonna mit dem Kinde 
zwischen den hh. Katharina und Agatha in 
S. Maria degli Angeli (La Gangia) zu Pa- 
ilermo. Unten am Bilde finden sich die Brust- 
ibilder der Donatoren (Mann und Frau) mit zwei 
Engeln zwischen ihnen, welche ein Täfelehen 
mit der Inschrift tragen: ANTONI-ILL PA. PISIT 
n) 28 (das Bild ist also vom J. 1528). Die Land- 
schaft, auf welcher die Figuren stehen , ist auf 
Goldgrund. Es sind kurze stämmige Gestalten mit 
grobem Umriss , fehlerhaft in der Zeichnung des 
Körpers, plump in den Extremitäten ; die Gewan- 
dung ist armselig, die Färbung ist matt und ganz 
ohne I-Ielldunkel, das Fleisch von einem kraft;- 
losen Roth mit braunem Schatten. Andere Werke 
des Meisters sind bis jetzt niehtbekannt geworden 
s. G. di Marzo, Delle Belle Arti in Sicilia. III_ 
157 ff.  Crowe und Cavalcaselle, Hi- 
story of Painting in North Italy. II. 116. 
 Notizen von Crowe und Cavalcaselle. 
i? 
 Antoni. Antoni von Rein (vom Rheintr), 
iGlasmaler, welcher in Wien bei Maria Stiegen 
 und Maria Otto-Haims Stiftung (Salvatorkapelle) 
arbeitete. Wird genannt 1490-1498. 
 s. T schis chka, GeschiehtederStadtWiemp. 251 
 Albert Ilg. 
 Antoni. Andrea d'Antoni,Maler von Pa- 
lermo, 1- daselbst 23. Dez. 1868. Er gehörte in 
seiner Vaterstadt zu den besseren Malern der Neu- 
zeit, war ausserdem angesehener Bürger als Stadt. 
rath und mit der Leitung des Theaters betraut. 
 C. Pardi, Delle Vita e delle Opere di Andrea 
d'Antoni, pittore. Palermo 1869.  A rte in 
Italia. I. 36. i
        

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