Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1601412
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325292. 
1171 
fahig waren; und gerade die in ihnen geschil- 
derte Auifassung, in der weniger das Ethos der 
einzelnen Personen, als die lebendige Aktion 
in sehr ausgeführter Szenerie hervortrat, findet 
nach dem Entwickelungsgange der griechischen 
Malerei kaum vor der Zeit des Antiphilos eine 
passende Stelle, so dass an ihn als möglichen 
Urheber wenigstens erinnert werden darf. Rich- 
tig bemerkt Jahn (Die Entführung der Europa,  
Wien 1870, p. 6), dass die drei zuletzt genann- 
ten Bilder eine merkwürdige Verwandtschaft 
erkennen lassen: nAlle drei sind Seestücke und 
statten eine pathetische Szene mit dem auffal- 
lenden Reiz eines mächtigen Thiers aus, welches 
eine Hauptrolle spielt, mit welchem noch die 
reizenden Frauengestalten der Hesione und Eu- 
ropa einen effektvollen Kontrast bilden". Auf 
lebendige Aktion weist ferner das Bild des Pto- 
lemaeus auf der Jagd hin, während die Verbin- 
dung der Bildnisse Alexander's und Philipps 
mit der Athene ausnahmsweise einmal an die 
Kunstrichtung des Apelles erinnert. Sonst wird 
von Porträts nur noch Alexander als Knabe ge- 
nannt. Diesen Werken treten nun als eine durch- 
aus verschiedene und überhaupt wesentlich neue 
Kategorie die Arbeiten auf dem Gebiete des 
Genre und der Kleinmalerei gegenüber, unter 
deren ersten und vorzüglichsten Vertretern An- 
tiphilos von Plinius ausdrücklich genannt wird. 
An einer Darstellung der Wollenbereitung wird 
hervorgehoben, dass in ihr die verschiedenen 
Aufgaben der Frauen in lebendigster Bewegung 
charakterisirt waren. Ein reines Lichteifektstiick 
war das Bild eines Feuer anblasenden Knaben, in 
dem sich der Glanz des Feuers über das ganze Haus 
und das Antlitz des Knaben verbreitete. End- 
lich erhielt nach einem seiner Bilder eine ganze 
Kategorie von komischen, karikaturartigen Dar- 
stellungen den Gattungsnamen Grylli: er hatte 
nämlich einen gewissen Gryllos in lächerlicher 
Auffassung, wahrscheinlich mit frappanter Be- 
ziehung auf den Namen des Mannes gemalt, 
welcher Ferkel bedeutet. 
So zeigt sich schon in der Wahl der Gegen- 
stände die grösste Mannigfaltigkeit, die eine 
grosse Leichtigkeit der Auffassung und Behand- 
lung fast mit Nothwendigkeit voraussetzt. Es 
wird sich dem Antiphilos sogar das Verdienst 
nicht absprechen lassen, dass er durch die Aus- 
bildung des Genre das bisherige Gebiet male- 
rischer Darstellungen nicht unwesentlich erwei- 
tert habe. Aber gerade das Lob der Leichtigkeit 
deutet darauf hin , dass es sich hierbei weniger 
um eine Vertiefung der poetischen Anschauun- 
gen handelt, als um ein praktisches Geschick 
und einen frischen Blick in der Wahl der M0- 
mente und Situationen, sowie um eine mehr 
wirkungsvolle, als bis in's Einzelnste durchge- 
bildete malerische Darstellung derselben. 
s. Brunn, Gesch. der griech. Künstler. II. 247 ff. 
H. Bmnn. 
Antiphilos. Antiphilos, angeblich Stein- 
schneider. Sein Name , auf der Rückseite einer 
Gemme zwischen einem Bogen und einem Kö- 
cher eingegraben (Corp. inscr. gr. 7153) bezeich- 
net wahrscheinlich den Besitzer derselben. 
s. Brunn, Gesch. der griech. Künstler. II. 601. 
B. 
Autipjew. Zwei russische Kupferstecher aus 
der zweiten Hälfte des 18. Jahrh. Beide waren 
am Marine-Korps in St. Petersburg angestellt. 
P e te r A n ti p j e w wurde durch Verwendung 
des Corps  Direktors Iwan Loginowitsch Go- 
lenischtschew -Kutus0w als Schüler in die mit 
der St. Petersburger Akademie der Wissen- 
schaften (bis in den Anfang unseres Jahrh.) ver- 
bundene Kupferstich-Klasse aufgenommen. Hier 
widmete er sich unter der Leitung des berühm- 
ten Georg Friedrich Schmidt dem Porträtfache, 
in welchem er zwar nicht Bedeutendes, in An- 
betracht des vorgerückten Afters aber, in wel- 
 chem er die Kunst zu erlernen begonnen, immer- 
 hin Anerkennenswerthes leistete. Von ihm sind 
folgende Stiche bekannt: 
l) Uschakow. Fol. 
2] J. L. Golenischtschew-Kutnsow. 
3) Graf Peter Scheremetew. Argunof pinx. An- 
tipjef seulp. 
4) Eine Kopie desselben Bildnisses , aber nur 
Brnstbild mit einigen kleinen Veränderungen. 
5) Feldmarschall B. P. Scheremetew, ebenfalls 
nach Argunof. Fol. 
(i) La. Comtesse Anna Petrowna, äpouse de son 
Excell. le Feldmarechal Oomte Boriss Petro- 
witsch Scheremeteff , nee Soltikoff. A r g u n of 
pinx. Antipjef sculp. Gegenstück. Fol. 
7) Frau Schmidt. Kopie nach einem Stiche von 
G. F. Schmidt. gr. 8. 
8] Kopie nach Wortmanns Stich: Petrus Magnus. 
Tannauer pinx. 1714. (I. A. Wor tmann 
Acad. Sc. scul. F01. 
9] J. O. de la. Mettrie, der bekannte Atheist. 1709 
-1751. Kopie nach G. F. Schmidt. Fol. 
s. SHIHIKJI. CJIOB. (Encykl. Wörtern], St. Petersb. 
1862. IV.  Fiorillo, Kleine Schriften. Göt- 
 tingen 1806. II. S8.  Ponnncniü, Pyccn. 
 rpan. (R0 w i n s k i, Die russischen Graveure), 
St. Petersburg 1870. p. 172.  Xygom. ras. 
 man. liynoalbnnna (Kunstzeitung, her- 
ausgeg. von Kukoln ik), St. Petersh. 1838, 
p. 471. 
Notiz von W. Engelmann. 
Feodor Antipjew, jüngerer Bruder und 
Schüler des Vorigen, hat Seekarten gestochen. 
s. 5a u,. cJl. (Eneykl. Wörterbuch), St. Petersburg 
1862. IV. 
E. Dobbert. 
Antipow. Pe t e r Antip o w , russischer Ar- 
ßhitekt mit dem Titel eines Akademiker-s, war 
um das J. 1860 bei dem Bau des Palastes für 
den Grossfürsten Nikolai Nikolajewitsch und 
dem Umbau der Alten Eremitage in St. Peters- 
burg als Gehülfe des Professors S t a. k e n  
sch neider thätig. 
s, 01' u er's M. an. vyA. (Bericht der Kaiser].
        

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