Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1601395
Antinori  Antiochos. 109 
Antinori. Giovanni Antinori, Architekt, Eine gewisse architektonische Gruppirung wurde 
geb. zu Camerino 1724, 1- zu Rom den 24. Juni zwar dadurch erreicht, allein für die Wirkung 
1792 (aufseinem Grabsteine in S.Venanzio steht: der plastischen Figuren ist diese Anordnung, 
VIII. Kal. Jul. an. 1792). Er begab sich jung welche übrigens mehr dem Papste als dem Bau- 
nach Rom, studirte dort Mathematik und dann meister zur Last fällt, keineswegs günstig. 
Architektur unter Anleitung des Marchese Giro- A. hatte dann auch noch 1789 den sogenannten 
lamo Teodoli. Als Lissabon durch das Erdbe- Obelisk des Sallust auf dem Monte Pincio und 
ben von 1755 grösstentheils zerstört war, be- den Obelisk des Marsfeldes (1792) auf dem Platze 
schloss er, unternehmungslustig wie er war, Monte Oitorio zu errichten. Bald nach der letz- 
dorthin zu gehen, um ein grösseres Feld der teren Arbeit starb er. Sein bekanntester Schii- 
Thiitigkeit zu finden. Er wandte sich zu dem ler war Pasquale Belli. 
Ende an den Nuntius Mcnsignore Conti, der da- s. Ricci, Mernorie storiche etc. di Ancona. II. 
mals in Lissabon sein Amt antreten sollte. Conti 386-390. 399.  Oyr. Volkmar Maehado, 
nahm ihn denn auch mit sich und empfahl ihn C01]- de Memolias- PP- 166- 191-  Kunst" 
dem König Joseph I. von Portugal. Dieser ge- bin": Stuttgart 1324- P- 357- i, 
wann nach Einsicht seiner Entwürfe und Pläne    
Vertrauen zu ihm, ernannte ihn zu seinem Hof- _fnntlonnns' Man kennt mehrere grlennlscne 
architekten und übertrug ihm grosse Aufgaben. Knnstler nleses Namens: 
Nach seinen Zeichnungen wurde unter Mitwir- Antiochos Bildhauer Sohn des Demetrios 
 7 I J 
lliääiggldäaägfägtagfs Siüäiosajfhcäreväälsägää nachleiner in Eleusis gefundenen Inschrift Av- 
am Platze del Commercio. Das erregte natürlich 335525116216 gitgßäelrcggälä: äggosläin sonder? 
den Neid seiner spanischen Kollegen, deren Ent- bürüg l e amens ge 
Würfe den seinigen nachgesctzt wurden; sie    
gussten ihn bei dem Minister Pombal in _den 5' Iigsecäoäilüäilt; 31316513232?  geiäläiäsgäf 
erdacht zu bringen, dass er an den damaligen P_ 22g 
gegen die Krone gerichteten politischen U1ntrie- V .h h     
ben betheiligt sei. Daraufhin wurde A. einge- G, an]; m sä am;  des Palaoäralinische" 
sperrt und zwei Jahre gefangen gehalten, ohne Kimdgl ers er PS0 n ten als 81.1.1 Jüngerer 
dass er wusste weshalb; dann in Freiheit ge- uns er untelscnleden werden zu mnssen 
setzt musste er sofort das Reich verlassen. Ueber Antiocho s aus Athen , sofern in der frag- 
Rom nach der Heimat zurückgekehrt, um sich mentirten Inschrift(.   rioxoq l   wenn; Lnroiei) 
dort von den erlittenen Mühsalen auszuruhen, der Name richtig ergänzt worden ist. Er findet 
beschäftigte er sich bald mit dem Entwurf zu sich in Schriftzügen etwa aus dein Anfange der 
einer fürstlichen Villa vom reichsten Charakter, Kaiserzeit auf dem Gewandsaume einer Athene- 
in der üppig verzierten Bauweise jener Zeit. Der statue der Villa Ludovisi in Rom (Mon. dell' In- 
Grossherzog Leopold von Toskana, dem er den stit. archeol. III. 27), die durch hässliche Restau- 
Plan verlegte, dachte wol daran, ihn auszufüh- ration der Arme, des Helmbusches, der Nase, 
ren, aber es fehlten die Mittelydazu.  und durch das Abstossen der Gewandränder am 
 ging nun wieder nach Rom); der neue Papst Ueberschlag des Chiton wesentlich entstellt ist. 
Pius VI. War erwählt (1775) , und unser Meister So weit sie erhalten ist, stimmt sie in der An- 
hielt nun die günstige Gelegenheit zu neuen lage durchaus mit der kleinen Marmorstatuette, 
817588611911 Arbeiten. für gekommen. Zunächst welche allgemein als das vollständigste Nachbild 
indes?! Verwendete iilil die Familie Dßria, um der Parthenos des Phidias anerkannt ist (Ann. 
den Hof ihres Palastes zum Empfang des Kai- dell' Inst. 1861., tav. dagg. OP; Overbeck, 
sers Joseph II. zu einem reich ornamentirten Gesch. der PlastikJ. Fig. 46). Selbst die hßheu 
Festsaale herzurichten; was denn A. so gut aus- tyrrhenischen Sandalen (Pollux vu. 92) linden 
führte, dass ihm die Doria die Ausstattung und sich an ihr wieder. Das Fehlen der Attribute zu 
Verzierung ihrer Villa Pamfili übertrugen.  ihrer Linken lässt sich dagegen aus der Beschä- 
Inzwischen hatte sich auch von Seiten des Pap- digung der Basis erklären. Die Statue des An- 
stes eine Arbeit für ihn gefunden. Bei Ansgra- tiochos ist demnach wahrscheinlich eine genaue 
bangen in der Nähe der Kirche S. Rocco war Kopie nach Phidias, und die Eigenthiimlichkeit 
vor dem Mausoleum des Augustus ein ägypti- in der formellen Behandlung der Gewandung, 
scher Obelisk zu Tage gekommen; A. erhielt an derbei sehr sorgfältiger Ausführung die Kan- 
den Auftrag, ihn vollends auszugraben und ihn ten und Brüche zu scharf angegeben und die 
auf dem Quirinal zwischen den bekannten bei- Falten zu tief eingeschnitten erscheinen, erklärt 
den Kolossen des Monte Oavallo aufzustellen. sich vielleicht daraus, dass der Künstler die auf 
Bei dieser Gelegenheit stellte er die Kolosse eine Ausführung in getriebenem Goldblech be- 
sammt ihren Pferden, welche schon öfters, das rechneten Formen ohne Rücksicht auf die durch 
letzte mal unter Sixtus V., ihren Platz verän- das Material bedingten Modiiikationen genau in 
dßrt hatten, in der Artum, dass sie diagonal Marmor übertrug. Der Künstler gehört somit 
zu dem III der Mitte befindlichen Obelisk stehen. der Schule attischer Renaissance an, über welche
        

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