Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1601270
Anthonissen  Anthoniszoon. 97 
im7fifilii 
rerwiesen. Die Bez. steht auf einem Pfahle im Tafel, worauf zwei gebratene Vögel in einer 
Wasser und ist, wie ich vermuthet hatte, jedcn- Schüssel liegen und weiter Teller und Gläser 
alls nicht H. v. Antem, wie der Katalog will, stehen. Alle sind auf gleiche Weise in Roth und 
ROIIÖGIII wahrscheinlich H. v. ANTH. zu lesen. Grün gekleidet und tragen Barette auf dem Kopff 
W. Bade sah ein Bild von ihm bez. H. v. ANTH. Im Hintergrund eine Fensterscheibe, worau. 
652, schwer, monoton und ungeschickt in der ein hl. Georg abgemalt ist. Das Bild ist mit dem 
iewegung des Meeres.  Monogramm des Meisters und anno 1533 bezeich- 
Nagler (Monogr. 111. Nr. 648) bezieht ein Mono- net, jedoch nicht, wie Passavant angibt, mit dem 
;ramin, aus n und zwei ineinander gestellten v Monogin, das sich auf dem falschen Holzschnitte 
incl A bestehend, das sich auf einem Stiche, hl. des Willigis zeigt (s. letzte N0. des Verzeichn.) 
Familie in einer Landschaft mit Ruinen, voriin- und am Rand des Tafcltuchcs mit einem gothi- 
let, auf unsern Anthonissen. Er behauptet, das schcn H. 2) Eine Schiitzendarstellung mit 16 Fig., 
Blatt erinnere an Paul Bril. A. habe auch Land- im Hintergrund eine italienische Landschaft, 
chaften in dessen Weise gemalt und sei vielleicht durch frühere Autoren auch wol dem Jan van 
ein Schüler gewesen. So lange indessen blos See- Schoorl zugeschrieben. 3) Abbildung der Stadt 
tücke in holländischer Manier _und keine Land- Amsterdam, wie sie in ihrer ersten Umwallung, 
chaften in BriPs Art nachgewiesen sind, werden die im J. 1482 begonnen ward, sich zeigte. Die 
rir dieser Behauptung nicht beipiiichten können. Stadt istans der Vogelpersp ektive aufgenommen. 
s. Hoet, Catalogus etc. I. 89.  Catalogue du sehr ausführlich; bei den Kirchen und anderen 
Musee d'Anvers 1857. 296 u. 414.  WVaagen, öffentlichen Gebäuden finden sich auf den Dä- 
Verzeichniss der Gemäldesamrnlllng zu Berlin. chem die Namen angegebeIL Dies Stück trägt 
1841- P- 279-  Musäe (Torläans- ExPlication ebenfalls die mitgetheilte Bezeichnung und ist 
des Tableaux etc. 1851. p. 41.  Lenthe, 1536 datirt 
Verzeichniss der grossh. Gemäldesammlung zu A   W 1   M l  l 
Schwemh 1835i P_ 82' _Waagen7 die Ge_  us diesen  er rcn lernt man den a exua s 
mäldesammlung in der k. Ermitage zu St Pe_ einen guten Zeichner kennen. Offenbar gehorte 
tersburg. 1864. p. 250.  Kramm, de Leveng er zu der rein naturalistischen Schule, die sich 
etc. Aanhangsel p. 3. in Nordniederland so kräftig geltend zu machen 
W- Schmidl u- A- Pinvhari- anfing. Seine Behandlung ist breit und kräftig 
Anthoniszoon. Cornelis Anthoniszoon und namentlich in dem ersten Bild recht aus- 
(auch wol genannt Teu- führlich. Der Farbe fehlt Helligkeit und Glut, 
 nissen), Maler, Radirer obwol in Einzelheiten ihr die Wahrheit nicht 
und Zeichner für den Holz- mangelt. Eigentliche Haltung bemerkt man in 
C T schnitt, um 1500 zu Amster- den Porträtstücken noch nicht. 
 dam geb., hat daselbstnicht Die richtige Würdigung unseres Künstlers, 
allein seine Kunst ausgeübt, aus dem Gesichtspunkte der Konzeption sowol 
 sondern auch in der Regie- als der Ausführung, wird jedoch erst möglich, 
G T rung der Stadt gesessen. wenn man seine Stiche und Holzschnitte in's 
' ' Selbst seine Wohnung wird Auge fasst. Ohne mit Renouvier (Des Types etc. 
durch die Adresse auf eini- II. 150) in den Werken des Künstlers geradezu 
en seiner Werke kund gegeben: hinter der den Einfluss, den die Reformation auf die Geister 
ieuen Kirche, in der schreibenden Hand. Nach ausgeübt, zu erkennen, finden wir doch die Rich- 
[oubraken war er 1536 Mitglied des Bogen- tung und Denkweise jener Zeit darin abgespie- 
zhützenvereins und wurde 1547 zum Stadtrath gelt. Seine zahlreichen Allegorien haben zuver- 
rwählt. In den Protokollen von Amsterdam lässig etwas mehr, als eine bloss moralisirende 
ndet man ihn im J. 1544 als Schüifen erwähnt, Tendenz, und sind ihm warhscheinlieh durch die 
iit dem Namen: Cornelis Anthonisz, Maler. Zeitereignisse, die guten und schlechten Eigen- 
onderbar ist, dass van Mander ihn gar nicht schaften seiner Zeitgenossen eingegeben. Sehr 
ennt. Aus der Unterschrift auf einem seiner deutlich sind sie nicht, selbst da nicht, wo er die 
Iolzsehnitte muss gefolgert werden, dass er Bedeutung der allegorischen Figuren durch die 
eisen gemacht und u. A. an dem Zuge Karls V. Namen über ihnen angibt. In einer dieser Alle- 
agen Algier Theil genommen hat. Für die Ver- gorien (s. Verzeichniss N0. 16) liegt die Wahrheit 
.uthungSotzmann's,dass er ein Sohn von Anton mit einem Schloss vor dem Munde im Bette; 
an Worms gewesen sei, haben wir keinen trif- vielleicht in einem Wochenbett, denn davor in 
gen Grund entdecken können; dieser hatte einer Wiege liegt ein Kind, Kenntniss genannt, 
10h Merlds Nachweisung blos zwei Töchter. rechts bei einem Fenster sitzt ein alter Mann, 
iel eher mag man ihn für denAbkömniling eines die Furcht; links ist ein Anderer im Begriffe 
aht Amsterdamer Geschlechtes halten. anzustürmen, mit einer Pike bewaifnet und von 
Von seinen Malereien hat sich die eine und einem Hunde gefolgt, der Hass. Sollten wir 
idere auf dem Ra thha us e zu Amsterdam hier wirklich eine sinnbildliche Vorstellung des 
halten. 1)EineSchützenmalzeit mit17 Figuren, Religionshasses vor uns haben? Ein anderes 
akannt unter dem Namen der Braspennings- Mal (s. Vcrzeichniss N0. 15) wird die Geduld 
aaltijd. Die Schützen sitzen rund um eine verherrlicht; Patientia stchtin Mitten derWogen 
Meyer, Künstler-Lexikon. I]. 13
        

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