Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1601199
Anselmo  Anselmus de Gampiliono. 89 
1622 in der Kirche S. Jakob am Caiidenberg ge- der auf einem Löwen reitet und diesem in den 
tauft worden. Das Pfarrregister nennt ihn Sohn Rachen greift, die gebändigte Wuth der Feinde 
des Heinrich Anselmi und der Katharina Dcr- anzudeuten scheint. Dieser Pfeiler enthält die 
mondt. Da nun weitere Untersuchungen erge- Aufschrift: Hoc opus Anselmus formavit Deda- 
ben, dass sich der Name Anseluius weder unter lus ale. Dass der Bildhauer trotz seines Unge- 
den Meisternainen von Brüssel, noch in den schicks ein Dädalus genannt wird, kommt 
Sterberegistern findet, die ich bis zum J. 1725 bekanntlich in jener Zeit auch auf anderen In- 
verglichen habe, dass ferner kein ähnlicher schriften vor. Zweifelhaft ist der Sinn des Wor- 
Name in den Registern der Künstlergilden von tes ale, Man hat es für einen Beinamen des 
Antwerpen, Brügge, Tournai etc. vorkommt, so Anseliniis genommen, der dann ein Sohn eines 
bin ich überzeugt, dass Gabriel Ansclmus oder Ala gewesen wäre. Andere wollten darin eine 
Anselmo jener junge zu Neapel so frühzeitig Beziehung auf den Flug des Dädalus finden. 
gestorbene Künstler ist. Diejenigen aber, die Jetzt nimmt man gewöhnlich an, dass die In- 
in der italienischen Form Anselino einen Vor- schritt hier nur verwittert sei, und anstatt ale 
namen zu finden meinen, kann ich versichern, gelesen werden müsse: alter. Von dem ver- 
dass ihn in den ebcngcnaniiten Registern zu mauerten dritten Kapitell gab Rosmini (s. die 
iener Zeit, da unser Künstler lebte, Niemand Literatur) die Zeichnung, aus der hervorgeht, 
getragen hat. dass hier die_Ruckkehr der Burger in die Stadt 
lllan weiss von A. nichts weiter, als dass er in dargestellt, und dass dieses Relief von einem 
Neapel Schüler des Luca Giordano gewesen und anderen Meister, Namens Girardus, ausgefuhrt 
zwar, wie wir annehmen müssen, um 1655-1660. war. Es heisst ausdrucklich : Istud sculpsit opiis 
Die Biographen des Luca Giordano berichten, Girardus pollice docto. Sehnaase (Gesch. der 
dass A. dessen Manier mit vielem Glück nach- blld- Kllnstß- 1V_. II. 561) irrt also, wenn er 
gealimt, er zahlreiche Werke seines Lehrers fui- Girardus de Castianego den Baumeister des Tho- 
verschiedene Private kopirt habe. Einige die- res nennt. Noch ein anderes Reliefbefand sich 
ser Kopien, die Giordano mit eigener Hand übeiw fruher an der Porta Roinana und ist jetzt an 
gangen, haben sogar. fur Werke des Meisters C1613 KanalFiiebeii (äir Briiclke eingemalueilä  
gegolten. A. wurde in der Kraft seiner dahi-e, Ste üelne igu1ln_ äirnißß und Manie 1111 1111 
als er eben in dieser Weise stark besehaftigt dem Bruchstuck eines Szepters in der Rechten 
war und in seine Heimat zurückzukehren ge- dar, wclchediber ein! Ungeheuer wegschreitct. 
dachte, durch den Tod dahingeraift. Unter dc- Wahrscheinlich ist lfflßdflßll Barbarossa ge- 
nen, welche Giordanos Talent sehr schätzten meint, wol aber nicht als Spottbild, wie Perkins 
und ihin zahlreiche Aufträge gaben, sind zwei glaubt, sondern als Darstellung eines siegreichen 
reiche in Neapel ansässige Flauiiinder zu nennen, F ürsttn- Ganz 31111110118 Blldßr 111 derselben 11'11- 
Gaspai- Roiner und Ferdinand Van den Eynden; geschickten Stellung kommen auch anderwarts 
sie werden wahrscheinlich auch Anselino be- äor, Wg lau Spotltbgderdiiichglägraldacht welrdeg 
s häfti thabeIL ann. e rigens a en iese up uren, geic 
es. Bällori, Le Vite de" Pittori etc. moderni: ainderlsfn zu Mßdqla: Vemllßfllnd Lucca, nur als 
p. 389.  B415 Doniiniei, Viie de Pimm Zeugnisse des volligen Mangels an künstleri- 
etc. Napoletam M42. I. 403. 444. schem Geschick und hochstens als fast kindische 
 4161- Pinchfwt- Aeusserungen eines wieder erwachenden Kunst- 
Ansolmus. Anselmus nennt sich der Ver- sinnes Werth.  1   
fertiger der noch sichtbaren Reliefs an zwei Abbildungen beii 581'011! (VAEIIICOHM, 
Pilaster-Kapitellen der Porta Romana zu Mai- Qlätolrf 4611;? P2195 Migiiimens, Sculnture. 
land. Dieses Doppelthor, von dem die eine äaL 26' Nm   I 1cOg."alIa' blond 
 ,     ella Scultiira. faf. r. Rosniini, Storia di 
Halfte vel-niauei-t und zum Fheil in einem spa- Milanov L 192 (die drei Kapiteln).  Gib 
teren Bau versteckt ist, die andere dagegeirnoch li m, Memorie di Mumm Nuova Ei In 707_ 
als Durchgang dient, gehört zu den Bßfeätleim: 718 (daselbst auch die ausführlichste Beschrei- 
gen, welche die Mailander anlegteii, als sie 116! bung),   
nach fünfjähriger Verbannung in ihre Stadt zu- Vci-gl. auch Perkins, Italian Sculptors. p. 104. 
rückgekehrt waren. Das äusserst rohe Bildwerk  Fr. W. Finger. 
 jetzt in die Mauer eines Hauses nahe beim 1311561111115- AUSQIIIIIIS  Cß-mplllüllo, 
Naviglio, in der zur Porta Romana führenden d. h. von Campione in der Diozes Como, schloss 
Strasse, eingelassen  stellt auf dem einen Pfei- am 30- NCV- 1244 111111 Alberttis , dem Maßßäirlllß 
ler dar, wie die Mailänder von Kriegern aus oder Voriiteher des Dombaues zu Modena einen 
Cremona, Brescia und Bergaino unter Anfülirung Vertrag, durch den er sich und seine Erben fur 
eines Mönehs Jacobus zurückgeführt werden, und ewige Zeiten verpflichtete, bei dem Bau des Do- 
auf dem anderen, wie der hl. Ambrosius die mes gegen einen Sold von 6 Imperialen täglich 
Arianer und J udeii aus Mailand vertreibt. Neben in den Monaten Mai bis August, und um 5 in den 
der ersten Darstellung kommt ferner eine schwer übrigen Monaten zu arbeiten. Laut derselben 
zu deutende Gruppe vor, welche die Begnadi- Urkunde wurde nach dem Tode sowol des An- 
gung der Verbanuten und durch einen Mann, selinus, als des Massarius Albertus den Nach- 
Meyer, Künstler-Lexikon. II. 12
        

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