Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1593280
58 Lambert Sigisbert Adam. 18. J ahrh. 
Er hatte zwei Brüder gehabt, von denen der lieh um so unhaltbarer, als sein Gönner, der Kar- 
Eine, Lambert, ebenfalls Bildhauer war. Auch dinal Polignac, Rom verliess und nach Frank- 
seine drei Söhne waren Bildhauer, s. die f. Art. reich zurückkehrte. So machte denn auch er 1733 
Lithographie seines Hauses zu Nancy, gezeichnet sieh auf den Heimweg Y ais ihn der Herzog von 
v. T horelle 1851, mit einer biograph. Notiz. Antin im Namen des Königs eingeladen, seinen 
s. Mariette, Abeoedario dans les Arch. de liart Aufenthalt in Frankreich zu nehmen. Er fand 
fr- 1351 ff-  A- J Hi, Dictionnßire Cfitiqllß de dort reichliche Arbeit. Für den Herzog von Or- 
bißßfßPilie er dihiatnire- Paris 1867-  Bihiio" leans führte er 1734 die Gruppe der Seine und 
ihsilus iuiisiiie iie iioiii usiiiieil iiur iior Marne aus (über der grossen Cascade von St. 
sei 8  23' T igriies a 1a ismie idii ielig? de Cloud) und für den Herzog von Antin einen J 
Canoi Pi" e Pate ussom iräxiiiieiä ii ib' ger (im Park von Grosbois). 1735 fiel ihm danr 
    iiuiiiieii der Auftrag zu, die Fontaine des Neptun in Ver- 
Laniheri Sigi sbert Adani l Biidhauer, sailles auszuführen; es ist die Gruppe des Nep- 
äiiesrer Seim des Jaeei) Sigißheri, geh- zu Nanny tun und Amphitrite, wobei ihm sein Bruder Ni- 
den 10. Fchr. 1700. Mit achtzehn Jahren kam er enlee Sehaerien geholfen zu haben eeheinh 
nach Mein und das feigende Jahr nach Raria, WO Zwei allegorische Bildwerke der Jagd und de: 
er Sehuier der Akademie Wnrde- Nachdem er Fischfangs (oderdcrLuftuxid des Wassers, jedes- 
1723 den großen SkniPtiirPreiS erhairen, ging mal Gruppe von zwei Nymphen, wovon die er- 
er nach Rom, wo damals französische Bildhauer eiere mit gefangenen Vögeln spielt, die nnrleri 
überhaupt viel besehäftigtwurden, undhlieb dort mit Fischen heeehiiftigr ist und die eine dei 
zehn Jahre lang. Er fand im Kardinal Polignac Nyuiuheu uiueu Amor iu ihrem Netze iiiugtl 
einen Gönner, der ihrn mehrere Restsursudnen welche Adam für das Schloss Choisi gear- 
Ven Antiken übertrug, kam haid In grdssem An" beitet hatte, schenkte 1749 Ludwig XV. den 
sehen und gait niii Bdnehardnn für den uesieu Könige von Preussen. Sie fanden ihren Platz 
Bildhauer in Rom , nur dass man den Letzteren in, Gerten von Sunesouui und huhi ee ellgemei. 
Seiner rßißhßren Kenntnisse Wegen Verzdg- An" nen Beifall, dass der Künstler noch weitere Be- 
ders und weit ungünstiger lautet Mariettds (s. Stellungen vom ureuunischen Hefe erhielt Den] 
Oben) Urtheii über ihn- "Diener Kiinsrier, S0 fertigte Lambert Sigisbert nur die Modelle, di: 
schreibt er, behandelt Alles, was er arbeitet, mit dann geh) Bruder Gaspard, der nach Berlin be. 
einem wilden und barbarischen Geschmack und rufen Werdeuv nneiiihrie_ Das Bemerkenswer 
wurde nur beachtet, weil man meinte, dass Kei- rheete von diesen Arbeiten ist W01 der ruhend. 
ner so den Marmor vertiefen und durchwühlen liiers in gerissener übriggng in der Hallptßachi 
könne wie er- Er Seiner, nin dies zu hethiirigen, eine Kopie nach einerAntike in derVilla Ludovisi 
arbeitete derart, daSS Seine Werke, Voiier Schrei" welche wie es scheint Adam schon 1730 zu Ron 
fer Vertiefungen nnd Löcher, eher Feiastiieiren, gemacht hatte. 1750 stellte Adam eine Gruppl 
aiS irgend etwas Anderem gieieh sehen-K im in gebranntem Thon im Louvre aus, die bezeich 
Museum des Lenvre (niod- Piasiiir Nd- 263) ue" nend fiir ihn und die ganze Kunst jener Zeit ist 
iinder sieh von Adam das Biidweriil das iiiu zum Frankreich als weibliche Figur sitzend und au 
Miigiied der Aksduiis iusuiiie i Neiiiuu Vuii Tii" den Erdglobus gestützt, betrachtet mit vcrzück 
innen umgeben und die Wogen beruhigend Mit tem Ausdruck den König zu Pferde, der seiner 
Reuui hat msu bemerkt! dass dieser Neptun das seits zwei wilde Thicrc an einem Bande hält 
Meer eher aufzuwiihlen als zu beruhigen scheine; 0b diese fade Allegorie jemals in Erz oder Mm 
seine siuiiuiig ist gewsitsaiuw der Ausdruck Vuu mor ausgeführt worden, ist unbekannt. Eine de 
übertriebener Heftigkeit, die Arbeit des Meissels iutzteu Arbeiten den Künstlers ist enrllieh rii, 
von eiuui gewissen Häriim Doch zeugen eiuigu kolossale Marmorstatue des hl. Hieronymus, ur 
Partien vuii Keiiuiiiiss uuii gutem Siuuiuuil su spriinglich für den Invalidendom bestimmt um 
insbesondere der Torso des Meergottes und ein jetzt in der Kapelle der Juugfiuu zu Su Rucl 
ansprechender Tritonenkopf. Mitglied der Aka- lin Paris) y mit dein Namen nnri der Jehreezeh 
demie Wurde der Meister den 27- Mai1737 nnd 1752 bezeichnet. Starb unverhcirathet den 13 
Professor derselben den 31. Jan. 1744. Ausser- Mai l759_   
dem gehörte er der Akademie Von S- Lnea in L. S. Adam arbeitete ganz in der entartete" 
E0111 und der Ciamentina Vnn Beiegna an- Ba- Manier der Nachfolger Berninfs, der die Plastil 
Weise genugldass derii-iinstier z" Rnrgekernrnen seines und des nachfolgenden Zeitalters bc 
und geschätzt war. herrscht hat. Er hat das gewaltsam bewegte 
Während seines römischenAufenthaltes wurde zopfisch Malerische, pathetisch Uebertriebene 
auch er zu den sechzehn Künstlern zugezogen, das Anspruchsvolle und Hinaufgeschraubte dc 
die im Auftrage des Papstes Clemens XII. Ent- damaligen Bildhauerei im Uebermass, ohne jen 
würfe für die Fontana Trevi zu fertigen hatten. Anmuth und jenen freien dekorativen Wurf, di 
Der seinige wurde für den besten erklärt; aber bei aller Entartung manche Werke der Zopf 
die Ränke der italienischen Bildhauer wussten zeitauszeichnen.A.wollteimmerkühnundgross 
die Ausführung zu verhindei-IL Ugberhaupt artig sein und wurde nur manierirt. Seine Be 
wurde seine Stellung in Rom schwierig und end- handlung ist trocken und gequält.
        

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