Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1599945
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Ayidrea Andreani. 
stus. Unter dem Einfassungsstrich:  
Alla molto illma. Sigrß. la Sigm. Eleonora Mon- 
talvi delli Augustini. Andrea Andreani Manto- 
vano Intaglrß. in Siena. 1591. Helldunkel von 
3 Platten. Fol. B. XII. 143. N0. 14. 
36] Ein Todtenkopf, 3A rechts. Oben in der Mitte, 
auf einer Tafel, folgende Inschrift: Memorare 
novissima tua et in aeternum non peccabis. 
Eccle. v1j. An der linken Seite, in der Mitte: 
 Helldunkcl von 3 Platten. qu. F0]. 
B. XII. 156. N0. 28. 
37] Ein anderer Todtenkopf, beinahe von vorn ge- 
sehen, mit der dabei liegenden Unterkinnlade. 
Ueber diesem Kinnladenknochen, an der Seite 
rechts:  Helldunkel von 3 Plat-z 
ten. Br. 326 mill.; H. 255 lnill.  
I. Ohne alle Inschrift.  
II. Oben in der Mitte, auf einer 'l'afel diel 
Inschrift: 
 Habbi nella memoria sempre fltto 
L'Ultimo passo, oucciascuif arriva 
("non regnera in te jianiai delitto 
ULalma tua sara morendo viva. 
38) Theaterdekoration, welche im Hintergrunde den 
Platz vor dem Dom in Siena vorstellt, für die 
Komödie POrtensi0 von A. Piccolomini, die 
1560 von der Akademie degli Intronati vor dem 
Grossherzog Cosimo I. in Siena aufgeführt wurde. 
Nach der Zeichnung des sienesischen Malers und 
Baumeisters Bartolommeo Neroni, genannt 
il Riccio. Helldunkel von 3 Platten. qu. F01. 
B. XII. p. 156. N0. 29. 
Ich hatte keine Gelegenheit ein Exemplar von 
diesem Helldunkel zu sehen. Bartsch erwähnt 
zwei Plattenzustände. 
I. Man liest unten links: RICCIVS surren. 
mvu. und rechts: 1mm. BOLS. SBNENSXS. r. 
Von diesen beiden Inschriften ist die letzte 
schwerlich genau angegeben; denn ein 
sienesischer Künstler mit dem ganz unita- 
lienischen Namen Bols tindet sich nir- 
gends citirt. Hätte Hieronymus Bols die 
Platte geschnitten, so wäre dieses Clairob- 
scür in die Klasse der Andrianfschen 
Verlagsartikel zu setzen. Jedenfalls ist 
hier ein Irrthum zu berichtigen. 
II. Ohne die Künstlernamen. Unten, in be- 
weglichen Lettern gedruckt, eine Dedika- 
tion an Gio. Scipione Bargagli, nobile Se- 
nese, von Andrea Andriani, 1589.  Die 
Dedikation lautet nach L. Grunefs Mit- 
theilung: All, I-Ionorato Sig. Scipione Bar- 
gagli Nobile Senese. Jo mi etc. etc. di 
Siena il di 22 dlAgosto 1589. Sie ist auch 
in Gandellini und de Angelis, Notizie isto- 
riche degli iutagliatori (V. 173-174) und 
in ZanTs Enciclopedia (I. rv. 293] mitge- 
theilt, aber mit dem falschen Datum 1579. 
 Mariette erwähnt einen Abdruck, wo 
sich im oberen Theil folgende Inschrift 
befindet: Generoso Intronato Thuscorum 
principi Intronator Hilaritas. Ein solcher 
Abdruck befindet sich in der Dresdener Ku- 
pferstiohsammlung (Notiz von Gruner].  
Die Angaben über das in Rede stehende 
Helldunkel lauten, wie man sieht, ver- 
schieden und widersprechend; um Ge- 
nauigkeit und Bestimmtheit hineinzubrin- 
gen, müsste man die Originaldokumente 
zur Verfügung haben, die mir, wie gesagt, 
nicht zu Gesicht gekommen sind. 
II. Werke aus Audreanfs Verlag. 
i) Die Sündtluth. Angeblich nach Tizian, oder 
nach Pontormo, wie Mariette vermuthet; 
denn dieser feine Kenner bemerkt richtig, dass 
die Vereinzelung und unwirksame Zersplitterung 
der Gruppen mehr an die florentinische als an 
die- venezianische Kompositionsweise erinnert. 
Grosses Stück in 4 Blättern; es wird von Ba- 
seggio (N0.  dem Nicolö Boldrini zugeschrie- 
ben, ist aber mehr in der derberen und gröberen 
Manier des Domenico dalle (äireche ausgeführt. 
Ursprünglich einfacher Formschuitt, zu welchem 
Andreani zwei Platten hinzufiigte, um ein Hell- 
dunkel von 3 Platten daraus zu machen. qu. F01. 
I. Ohne Künstlernamen. ' 
II. Mit Andreanfs Monogramm zwischen den 
Beinen eines Mannes im Wasser. Pass. 
VI. 222. N0. 2. 
2) Moses redet mit dem Volke Israel. Nach Ra- 
fa e l. Eines von den zwölf Soekelbildern, welche 
P e ri n 0 d el V a g a irach den Kompositionen 
dieses Meisters in den Loggien des Vatikan als 
Camaieux ausführte. Die von Bartsch, nach dem 
Vorgange auf der Radirung des Pietro Santi 
Bartoli, angenommene Benennung des Gegen- 
standes dieser Darstellung: UdBI Apostel Petrus 
predigt das Evangeliuma ist jedenfalls irrig und 
hat gar keinen Zusammenhang mit den Kuppel- 
bildern der Loggie, die sämmtlich aus dem 
zweiten Buch Mosis genommen sind. Auch irrt 
sich Bartsch, wenn er die Erlindung dieses Blat- 
tes dem Polidoro da Caravaggio zuschreibt. 
Dieser Künstlername findet sich nur auf den 
Abdrücken des zweiten Plattenzustandes, die 
von Andreani verlegt und ganz eigenmächtiger- 
weise von dem Drucker so bezeichnet wurden. 
Helldunkel von 3 Platten. qu. F01. B. XII. 77. 
N0. 25. 
I. Ohne Namen und Zeichen. 
II. Unten in der Ecke links: POLIDORO 1m 
cnuavaero mvar. . III lgagntova 
3) Die Anbetung der Könige. Nach Parmegia- 
nino. Helldunkel von 3 Platten, von Ugo da 
Carpi. A. Meldolla hat dieselbe Komposition 
radirt. qu. F01. B. XII. 29. N0. 2. Hier wird 
G. N. Vicentini als der wahrscheinlicl e Urhe- 
ber genannt. 
I. Unten am Sitz der Maria: F. r. (Francis- 
cus Parmensis). Der Umriss wird vom 
Schatten selbst gebildet.
        

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