Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1599880
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5952121512945- 
Caracci hat dieselbe Komposition 1581 in Kupfer 
gestochen.  
7) Anbetung der Könige. Nach Tommaso Luini,  
genannt il Garavaggino. Oben in der Luft, 
rechts, fliegen drei Enge]. In der Mitte, unten: 
LVVIN. INV. Helldunkel von 4 Platten. qu. F01. 
B. XII. 30. N0. 4. 
Ich bezweitle nicht, dass dieses Clairobscür 
von A. Andreani ausgeführt ist, obschon er we- 
der seinen Namen noch sein Zeichen darauf ge-  
setzt hat; wahrscheinlich gehört es seiner ersten 
Zeit an. 
8) Anbetung der Könige. Nach Raff. M o t t a. 
Unten, rechts: RAPHAEL. rtna. mvnnr. Hell- 
dunkel von 4 Platten. gr. F01. B. XII. 31. N0. 5, 
wo es einem unbekannten Formschneider zuge- 
schrieben ist. 
9) Maria, in halber Figur, betet das schlafende 
Christuskind an. Nach Francesco Van n i. 
Helldunkel von 2 Platten. F01. B. XII. 56,  
N0. 11. Hier wird das Blatt einem Ungenannten  
beigelegt. Man findet freilich darauf wederl 
Namen noch Zeichen. Doch zweifle ich nicht, 
dass dieses vortreffliche Olairobscür von A. An-Ä 
dreani herrührt; er stand in Verbindung mit; 
Fr. Vanni, der ihm die Historie des Moses, nachi 
Beocafumfs Darstellung im Mosaikfussboden des  
Domes zu Siena, auf die Holzplatte zeichnetel 
Wir besitzen von Fr. Vanni eine sehr schöne; 
kleine Radirung, die nach der obenerwähnteni 
Madonna ausgeführt und von 1591 oder 1594 
(die letzte Zahl hat eine sehr undeutIit-he Form) 
datirt ist. Der ältere Cornelis Galle hat ebenfalls 
einen zierlichen Kupferstich nach dieser Kom- 
position verfertigt. 
10) Maria mit dem Christuskinde und dem kleinen 
Johannes. Nach Alessandro O asolani. Unter 
dem Einfassungsstrich Ä Al Sig. Pantllo 
Beringucci nobile senese. Andrea Andreani In- 
tagliatore in Siena 1591. Helldunkel von 3 
Platten. Fol. B. XII. 57, N0. 13. 
11) Pilatus wäscht sich die Hände. Nach dem Bas- 
relief des Jean Boulogne (aus Douai) in der 
Kapelle deI Succorso, hinter dem Chor der Kirche 
La Nunziata in Florenz. Links, an der vorder- 
sten Stufe des Pratorsitzes, das Datum 1585, 
in gothischen Ziffern seltsamer Form ausgedrückt : 
1115 1441-1- V  
Rechts, auf dem Schilde eines römischen Solda- 
ten, liest man: Gianbologna scolpi  Andrea 
Andriano  ldntagliatore  A. Giovambatista 
Deti gnntiPhuomo üorentino. gr. qu. Fol. B. XII. 
41, No. 19.  
Dies ist eines der besten Helldunkel, die von 
A. Andreani geschnitten sind; doch herrscht 
darin eine gewisse Trockenheit, wie in allen 
seinen Werken. Zanetti versichert, es gebe Ab- 
drücke, wo an der Stelle der Dedikation an Deti 
das Datum vom 3. Sept. 1618, und anstatt des 
Jahres 1585 an der Stufe des Prätorsities die 
Inschrift: ANTONIVS CREMONEsis. F. stehe. Die- 
ser Antonio von Cremona ist Antonio Campi, 
vpn welchem sehr schöne Glairobsciire vorhanden 
sind, der aber an obigem Helldunkel schwerlich 
Antheil hat und darauf nur als Verleger oder 
als Wiederhersteller genannt scheint. 
12) Die Kreuztragung. Nach A. Casolani. Unter 
dem Einfassungsstrich:  AlSig. Fabio 
Buonsignori Nobile Senese Andrea Andreani 
Intagliatore in Siena 1591, Helldunkel von 
3 Platten. Fol. B. XII, 42, N0, 21_ 
13) Die Kreuztragung. Nach Francesco Van ni. 
Komposition von zwei Figuren. Rechts, Maria in 
Thränen und die Arme ausbreitend, begegnet 
dem Ileiland, der unter der Last seines Kreuzes 
zusammensinkt. Hintergrund, Landschaft mit 
Bergen und Gebäuden. Im Vordergrunde, 
gegen rechts, auf dem Terrain, das Zeichen 
A. Andreanfs, in ziemlich kleinen Buchstaben 
und auf folgende Art ausgedrückt:  
Unten, in einem Zwischenrande: Qui non acci- 
pit crucem suam et sequitur rne, non est me 
dignus (in grossen lateinischen Buchstaben). 
qu. Fol. Br. 200 mill., H. 150 mill. 
Einfacher Holzschnitt, allem Anschein nach 
das Original des von J ustus Sadeler nach derselben 
Komposition ausgeführten Kupferstiches. Der 
Holzschnitt ist weit mehr im Geist und Ge- 
schmack des Autors; man findet darauf nicht 
Vanniis Namen, wie auf Sadelefs Kupferstich, 
der nach der andern Seite als der Holzschnitt 
hingewendet ist. Die Inschrift ist gleichlautend 
auf beiden Platten. 
14] Christus wird ans Kreuz geheftet. Nach einem 
unbekannten italienischen Meister, vielleicht 
nach A. Casolani. Komposition von 3 Figu- 
ren. Maria, auf den Knieen, verehrt mit ge- 
falteten Händen den göttlichen Sohn; bei ihr 
ein I-Ienkersknecht, welcher den Heiland ans 
Kreuz nagelt. Im Rande: 0 vos omnes etc. 
F01. H. 230 mill.; Br. 156 mill. 
So beschrieben bei Zani Encicl. II. VIII. 6. 
No. 2. Hier wird nicht gesagt, ob das Blatt ein- 
facher Holzschnitt oder Clairobscür ist. 
15) Eine Pieta. Nach A. Casolani. Christus, vom 
Kreuz herabgenommen und an die Erde gelegt, 
wird von Johannes gehalten, rechts eilen zwei 
heilige Frauen der ohnmächtig zusammensin- 
kenden Maria zu Hiilfe; eine dritte heilige 
Frau, mit gefalteten Händen, steht im Hinter- 
grunde. Unten, rechts, auf einem Kartel liest 
man: Vincentio Gonzagae Mantuae et Monte- 
ferrati duci serenissimo etc. ab Alexandro Ca- 
sulano Senensi lineis coloribusque ductum opus 
douii Octavi Plenatis Oanonici ab Andrea vero 
Andriano Mantuano variis novisque ligneis formis 
 incisum ac intimo cordis aifectu dicatum. Senis 
rmmxcnr. Grosses Helldunkel von 3Platten und 
auf S Blättern. H. 1750 mill.; Br. 1210 mill. 
Das seltenste und grösste von allen Glairobscüren 
des Meisters. 
16) Die Grablegung. Nach Raff. M0 tta. Der Leich- 
nam Christi wird von Joseph von Arimathia ge- 
halten; vorne Maria ohnmächtig hingesunken; 
bei ihr zwei heilige Frauen. Im Hintergrunde, 
links, der trauernde Johannes. Unten links: 
Raff. da Reggio Invent. Andrea Andriani rnant.
        

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