Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1599689
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Zoan Andpeafi 
den zarten Formen eines noch kindlichen Alters. 
Allein ältere Gewährsmänner und Lokalschrift- 
steller bezeichnen das Monument als ein Werk 
des Salvestro dall'Aquila, und esistfrag- 
lich, ob der von Perkins angeführte Grund  
dass nämlich (las Grabmal eine andere dem Sal- 
vestro sicher angehürende Arbeit in Zeichnung 
und Ausführung übertrede  ausreicht, es die- 
sem Meister abzusprechen. s. auch Salvestro 
dalPAquila. 
Ein anderer Andrea dalVAquila wurdel 
in der zweiten Hälfte des 16. Jahrh. von denn 
Bildhauer Aless. Vittoria zu Venedig als Schüler  
angenommen, war dessen Mitarbeiter und wurde  
durch Testament Erbe seiner Kunstsachen. 
s. Milane si, Documenti Senesi. II. 300--302.  
Perkins, Italian Sculptors. pp. 4G. 47. 65.  
Tirolisches Künstlerlexikon. ä 
Andrea. Andrea di Niceolo, Maler zu 
Siena in der zweiten Hälfte des 15. Jahrh. Erj 
gehört zu den schwachen Nachfolgern der siene-l 
sischen Schule des vorangegangenen Zeitraums,  
welche neben dieser verschiedeneEinHiisse derl 
bedeutenden Meister ihrer Epoche zeigen; An- 
drea insbesondere steht in einem Werk unterge- 
ordneter Art, einer Kreuzigung in der Aka- 
demie zu Siena, unter der Einwirkung der 
nmbrischen Schule. Archivalische Notizen über, 
seine Existenz zwischen 147 7 und 1512 hat Mi-l 
lanesi veröifentlicht. Daraus erhalten wir Kennt- 
niss von verschiedenen Werken, die nun sämmt- 
lich verschollen scheinen; darunter die Aus-3 
malung einer Kapelle des Doms zu Massa (Massa 
bei Perugia?) in Gemeinschaft mit Paolo di Ur- 
bano in J. 1499-1500. Ausserdem erfahren wir, 
dass A. zweimal verheiratet gewesen und in 
seiner Vermögensangabe als armen Mann sich 
darstellt, der Schulden habe und wenig gewinne. 
s. Milanesi, Documenti Senesi. II. 425. III. 5. 
40. 296.  Orowe und Cavalcasell e, 
History of Paintirxg in Italy. III. 376.  
 g  
Andrea. Andrea di Vannuccio, gen. 
O i nquino , Baumeister zu Siena in der zweiten 
Hälfte des 15. Jahrh. Von ihm nur bekannt, 
dass ihm durch Vertrag vom 15. Juli 1460 die 
Wiederherstellung der Kirche S. Pellegrino 
(auch der Fassade) um die Summe von 110 Du- 
katen übergeben wurde. Die Kirche wurde 
1815 abgetragen. 
s. Milanesi, Documenti etc. II. 311-314. 
i? 
Andrea. Andrea da Fus ina (auch Andrea 
Fusina), so genannt von seinem Geburtsorte 
im Veltlin, Bildhauer, insbesondere zu Mailand 
vor und um 1500 thätig.  Er war Schüler des 
Cristoforo Solari, gen. il Gobbo, und dann auch 
sein Genosse, wie aus ihrer gemeinsamen Ein-( 
sprache gegen den Kuppelbau des Amadeo da, 
Milano (s. diesen) am liIailänder Dom erhellt.  
Von ihm rührt das Grabmal des Francesco Bi-l 
rago in der Kirche della Passione zu Mailand 
her, bei welcher Arbeit ihm der Mailänder Bild- 
hauer Biagio Vairone behülliich war; das Pla- 
stische daran ist plump und gewöhnlich, wenn 
auch die Ausführung eine geschickte Hand zeigt. 
WDaher ist nicht wol begreiflich, dass Canova  
'wie erzählt wird  von diesem Werke gesagt 
haben soll; stände es in Rom, so würde es die 
neueren Bildhauer auf einen edleren Stil hinge- 
wiesen haben. Doch müssen die anderen Arbei- 
ten des Meisters (von denen keine mehr bekannt) 
bedeutender gewesen sein, da ihn Lomazzo un- 
ter die guten Meister des Cinqilecento zählt. 
.Auch an der Certosa zu Pavia sowie in Si ena 
ist A. thätig gewesen. An letzterem Orte hatte 
er 1485 die Kapelle (mit dem Altar) des Kar- 
dinals Franc. Piccolomini im Dom für 2000 Gold- 
gulden vollendet. Dass der Künstler in gutem 
Rufe stand, geht aus einem Empfehlungsschrei- 
,ben des Platina an Lorenzo de' Medici vom 
J. 1481 hervor; er wird in demselben als vor- 
trefdicher Bildhauer bezeichnet. 
s. Lomaz zo, Trattato della Pittura etc. Roma 
1844. III. 181.  Franchetti, Storia del 
 Duomo di Milano. p. 143.  Torre, Ritratto 
 di Milano. p. 159.  Milanesi, Docnmenti 
 Senesi. II. 376.  Pungileoni, Elogio Sto- 
 rico di Raffaello Santi. p. 59.  Perkins, 
 Italian Sculptors. pp. 137. 141. 
i? 
Andrea. Z 0 a. n A n d r e a wird zuerst von 
Zani ein oberitalienischer Kupferstecher genannt, 
der seine Blätter mit den Anfangsbuchstaben 
Z und A auf folgende Art zu bezeichnen pflegte: 
( 
Nach Zanfs Meinung nämlich ist dieser Kupfer- 
stecher eine Person mit dem Formschneider, 
der sich auf dem zehnten B1. des 1516 bei Ales- 
sandro Paganini in Venedig verlegten Nach- 
drucks der Diirefschen Holzschnittapokalypse 
S 3 o YFX SADREH. 
(Zouan Andrea) unterzeichnet. Weil im vene- 
zianischen Volksdialekt der Vorname Giovanni 
oft Zoan oder Zouan ausgesprochen und auch 
geschrieben wird, so hält Zani jenen Kupferste- 
cher für einen Venezianer, der mit seinem Fa- 
miliennamen vermuthlich Andrea geheissen, und 
behauptet sogar, dass die Menge niedlicher Holz- 
schnitte, womit die berühmten Folioausgaben 
von Ovid's Metamorphosen (Parma 1505) und des 
Livius römische Geschichten (Venedig 1520) wie 
ande1'e um dieselbe Zeit in Oberitalien veröüent- 
lichte Prachtwerkc geschmückt sind und auf wel-
        

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