Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1599290
 Bartolommeo Ammanati.  659 
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dem von A. erbauten J esuitenkollegiuin, aufge- sitz der erheblichen Erbschaft. A. starb 81 Jahre 
funden hat. nES geht in unserem Jahrh., sagt er alt den 22. April 1592, nachdem ihm seine Gat- 
hier unter Anderem, in der Skulptur und Malerei tin um Wenige Jahre vorangegangen war; ihre 
der Missbrauch um, nackte Figuren zu malen und Güter fielen der Kirche S. Giovannino zu, welche 
zu nieisseln und dadurch unter der Farbe und A. erbaut und sich zur Ruhestätte ersehen hatte. 
dem Aushängeschilde der Kunst das Andenken Beide wurden in der auf eigene Kosten von ihm 
schmutziger Dinge lebendig zu erhaltene. Indem errichteten Kapelle S. Bartoloinmeo beigesetzt. 
er sich dann auf sein früheres Sendselireiben an Das Altarbild derselben hatte er von Alessandro 
die Akademlielberuft, trägt er ililSglfärSOlildelgä nogh Alloiä mrgcn llalssen, unäl diäsxleä in där Fßifur 
eine persön ic e, seine eigenen er re etre  des l. art io oinaus as i niss es ei- 
fende Bitte vor: es möchten doch die nackten sters, in der bejahrten Frau mit weissem Kopf- 
Statuen, welche er selber gefertigt, entweder schleier und einem Buche in der Handdasjenige 
ganz entfernt oder mit Gewändern verhüllt seiner Frau wiedergegeben. Die Jesuiten aber, 
werden, namentlich diejenigen, die er vor dreis- welche allen Grund zur Dankbarkeit hatten, 
sig Jahren in Pratolino gemacht habe und die setzten ihm folgende Inschrift: Bartolomeo Am- 
nun in den Garten Pitti gebracht worden seien; manati ejusque uxori Laurae Battiferrae Colle- 
er wolle sie vsittsain und kunstreieli unter dem gium Societatis Jesii magnis eoruin beneiiciis 
Namen von Tugenden bekleidena. Zugleich ein auctum suae erga religiosissiinos conjuges vo- 
merkwürdiges Beispiel, wie äusserlich damals luntatis et grati animi monumentuin pos. Obie- 
die Kunst geworden. Aiuinanati, dessen Fröm- gunt alter A. s. MDLXXXXII. aet. LXXXII. altera 
inigkeit doch eine ernstlich gemeinte war, glaubte a1. MDLXXXIX. aet. LXVI. 
einfach durch ein Stück Gewand seine heidni" Das Bildiiiss des Meisters. Halbfig. Aless. Al- 
sehen vGrÖt-Zßllu in Ghfißlßllßilß. Tugenden verwan- 10H am G_ B, Ceeehi se. 4. in: Serie degli 
deln zu können, als ob dabei Ausdruck und Hal- Uomini i piu illustri ilella Pittura etc. VI. 
tung der Figuren ganz gleichgültig wären.   
Er hatte übrigens, woraus auch seine älteren Seine Schrlft: 
Biographen kein Hehl machen, wie die Klarheit Lettcra agli Acadeniici del Disegno. Firenze 1582. 
seines Au enlichtes, so auch dieenige seines 4. Neuer Abdruck1587- 
Geistes eifgebüsst. Um so heftigerlwurde er von Auch i" de" Werke? V0" Baldimlßßi "m1 i" 
der kirchlichen Riiekströmung jener Jahre er- del Ramma des Botta" abgedruckt 
grinnn  Dnnn knm nonnt dann Die Schriften seiner Gattin, der Laura Battifcrri: 
er den Jesuiten in die Hande fiel und unter ihrem 1, n  n) d n T F  
Einfluss sich religiösen Uebungen und derSorge J15 öämäo 1 m e e "Pere Oscane- "eme 
nin Seinääelenheä.galßtäüfgfiä" Dali? wollänlgn 2) l sette Balmi peiiitenziali, tradolti in lingua 
dle Erzd ungi w lu_ el 4' gemen geg  toscana, cou gli argumenti sopra ciascuiio di essi 
Wmde, dass er dPn Jesulten schon bel LebZGIFGII c con alciini suoi soiietti spirituali. Firenze 1564. 
sein ganzes Besitzthum vermacht und nur rgne _1_ spätem Ausgaben 1555 und 15911 
Summe zurückbehalten habe, die ihm seiner e- 
rechnung nach für den Rest seiner Tage ausrei- Nach ihm gestochen etc.: 
011611 Winde? (1335 er aber, über Sam Verlfluthen l) Die Kolossalstatue des Herkiiles in Padua. Mit 
älileY werdend, m arge Noth gerathefl S91: Ohne der Inschrift: HBRCULES BUPHILOFONIIS BBSTIA- 
dass ihrerseits die Jesuiten sich um ihn gckiim- RIUS QUI TRISTITIABI ORBIS nnrumr OMNEM, rsn 
inert hatten. Allein diese Erzählung hat sich nach AiIPIß HOC SIGNn iMNruAs CURA iisrronsscir. 
den Testamenten des Aininanati und seiner Gat-  COLOSSUS- P- XL- ERFCTUS PATAVII AMMANATO 
   ,    A      1_ 
 weiche  r den emhivßn  Meer  
imlfgefunde" ""dfer?ffnnthch,ä,hatt' nnn tnnne Fn- Florenz. Photogr. von Braun in Dornach. qu. 
ie erwiesen. au eines es amen es vom FOL 
16. Febr. 1581 setzte er zu Erben seine Kinder 3) Der Hcrknies zu Padua, der Neptun zu Florenz 
ein, falls deren nicht vorhanden, seine Gattin und noch zwei Statuen von seinen Skulpturen 
Laura und erst an deren Stelle, falls sie vor ihm zu Padua abgebildet in Cicogiiara, Storia della 
gestorben, die Jesuiten von S. Giovannino. Ein Sßllltllra- n- Taf- 59- 
ähnliches Testament machte seine Gattin im   
    l  : 
J. 1688. Darnaeh sollte ihr Verinogen ihren Soli- Anbl dnngnn Seine) Bannen 
neu Zufauen; da Sie aber keine bisher gehabt 4] Hof des Falazzo Fitti: Grundriss, "Aufriss, 
hatte und noch weniger hoffen konnte jetzt noch Duiohschnlttv Deiaüsv Fenster? Thumn etc- 
Nachkoinmen zu erhalten, so war wdl sonst die Auch (n? F611"? (ins WgeSPPOSSeS im der Fan" 
  sade. In. Ruggieri, Scclta di Arcliitetture an- 
Bestlmmung getrOneIL dann den Nachlass m den tiche e moderne della Citta di Firenze etc. Fi- 
Besitz der Jesuiten iiberginge. In beiden Fällen Tanze 175g FOL Geb und gest von Farm 
war aber nur von einem solchen, einem Naeh- Ruggieri 111 Tat; g_22_ (qrrotte; Tag 23.. 
lass, die Rede; an eine Schenkung unter Le- 25_ Brunngn; Tag 25_2g_ 
henden kann auf keine Weise gedacht werden. 5) Derselbe Hof. In: Architeetiire Toscaiie. Taf. 5. 
Doch die Jesuiten kamen wirklich in den Be- qu. F01. 
 83"
        

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