Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1599243
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Bartolommeo 4911081128131. 
Arbeiten bei, indem wir der Zeit etwas vorgrei- Ausdehnung, die räumliche Vergrösseruiig der 
fen und seine architektonische Thätigkeit noch Verhältnisse. A. folgte hierin dem nicht unbe- 
bei Seite lassen. Um 1558 hatte der Grossherzog denkliehen Vorgang des Michelangelo; nur dass 
Oosimo auf den Vorschlag des Bandinelli einen diesem, bei der inneren Gewalt seiner Auffas- 
rossen Marmorblock zu Carrara gekauft, aus sung, für die Heldenhaftigkeit der Gestalten bis- 
dem ein Koloss gemeisselt werden sollte. Ban- weilen das menschliche Maß nicht genügte, wäh- 
dinelli hatte sich Hoffnung auf die Bestellung rend umgekehrt A. zunächst an riesige Formen 
emacht schon im Steinbrüche den Block be- denkt, in der Meinung, dass damit schon ein 
hauen ihn dann heimlicher Weise nach Florenz mächtiges Leben zur Erscheinung komme. Da- 
, 1 , 'h seinem Modell weiter her bringt er auch zu den Füssen seines Neptuns 
äiiäiiägiäseässää egärliä der Loggia dei) Lanzi die kleinen Tritonen an, um die Körpergrösse 
die Werkstatt errichtet, wo er das Werk aus- desselben durch den Kontrast erst recht hervor- 
  llt  Dem Fürsten sollte nichts An- zuheben; allein es entsteht dadurch nur ein Miss- 
fiiäignüäig lfleiben, als ihm das Werk zu über- verhältniss, indem jene kleinen Wesen, wie Ci- 
tragen. Allein Ammannati und Benvenuto Cel- eognara nicht unrichtig bemerkt, unzeitigen 
lini wussten den Herzog zur Anordnung einer Frühgeburten gleichen und jedenfalls neben der 
Konkurrenz zu veranlassen; zudem starb Ban- ungeheuren Wucht des Neptun nur eine undeut- 
 11'  J. 1559 und konnte nicht einmal an liehe Kreuzung von Linien ergeben. Ucbrigens 
gäägeli fiinäei] hehrherr Unter den eingelieferteii ist diese Zusammenstellung schon zu Lebzeiten 
Modellen fanden diejenigen von Ammanati, Animanatis, wie uns Borghini berichtet, geta- 
Benvenuto Cellini und Giovanni Bologna den delt worden. Die räumliche Grüsse des Kolosses 
meisten Beifall (auehVineenzio Danti und Franc, aber macht keine Wirkung; nichts bekundet in 
Cioli gen. Il Mosehino waren vertreten); und ihm eine innere Gewalt des Lebens, und die Ein- 
 if h  d Bolo na, dessen Modell faohlieit seinerHaltungmit (lengleiehinässigher- 
filiäeäaslächhviiisiiti eiiilärt wuädc, die Aufgabe zu- abtallendenArinenist bloss nüchtern und schwer- 
gefallen wenn er nicht dem Grossherzoge zur fällig. Freilich könnte ihn in der Anordnung der 
Aiiefiihrhng eines so grossen Werkes zu jung Figur der schon durch Bandinelli behauene Stein 
 h- e Wäre A. hatte den guten Einfall, gehindert haben; der Meister schrieb am 5. April 
gidc klledings Wachsinodell seines Entwurfs an i55i_ßn Mißilninnäeioi (1395 '31" nnn an nein Binnk 
Michelangelo nach Rom zuschicken, zur Begut- arbeite, aber (ladllilrch, (isss er nur so wenigwlllar- 
aehtung und mit der Bitte ihn, falls er Gfefhilen m05 änehi Ivlvigzne ailiäenvelflixnncßr,nigväiivnsähivi llhn 
(1 - f" d , dem Grossherzo e zu emp ei en. un orge a ,   Will- 
Dihlisaigesidxliah denn auch, und sogkain der Auftrag nehmen hätte; lhhein nnhh Sinn Hnljhnin: h" 
in die Hände unseres Meisters. Auch wurde das PaduaDzeiggi; die InainheheHLeire undläiiifääniig- 
 M d 11, das ei- u in einem ei eng, für keit. er ünst er war o en ar nie im ance 
igliiisiiiierggrighteten Raunmg in der Logggia dei gielFiilile dieäees lelibyiiehen Daseins mit einem 
Lanzi fertigte, für besser gehalten als dasjenige Tei an en Zn See 9  
Cßiiiniis, und ihin in Fnige (iessen nicht 791055 Aehnlich verhält es sich mit der Behandlung 
Yiiß Ausführung der Khihssnishnhie übergehen, der Form an sich. Zwar zeugt diese noch im 
sondern überhaupt der ganze Brunnen, den diese Allgemeinen von Verständniss des Körpers; 
als Hhnpihgnh Ziehen Sohhe- D91" Ghnndsiein Zn allein es fehlt das feinere Leben in Bau und Be- 
demselben, der noch heute auf dem Platze neben wegiing, die Anmuth im Fluss der Linien und 
dem Palazzo Vecchio die Hauptstelle einnimmt, hingehen, kurz jene Empüudimg für die in den 
wurde 1571 gelegt, und das _fe1'iiä_'ß Werk iln Formen wirkende Kraft, welche die gute Plastik 
Juni 1575 enthullt. In der Mitte einer großnßn der Renaissance auszeichnet. S0 wird aus der 
Schaale erhebt sich zwischen Wasserstrahlender Leichtigkeit, weiche A_ in der Heihihg- seiner 
inarmorne KOIOSS des Neptun, Stehend auf ein? Kolosse anstrebt, vielmehr Schwäche, und diese 
VOI1 Vier Meerpferden gehogelnelä hilhsfihei, m?" anspruchsvollen Riesen erscheinen nahezu kraft- 
sehell Seinen Fiisnen dini Sinn eh e in Onnn- 1h los. Natürlich zeigen die kleineren Figuren des 
weiteren Umkreise vier kleinere Gfllllpßn Von Meisters ähnliche Mängel, wenn es ihm auch in 
Kinderfignren, Menrgesnilöpfeni Fhäiilninnrn n- inanehen derselben eher gelingt, eine gewisse 
nergi- ä dann nnf Pnshnnlenhen Viel" ininßn Von Anmuth und Leichtigkeit zum Ausdruck zu brin- 
MeeTnYmPhen und Mhehgöhhnrn, jede nelnnihßn gen. Man fühlt deutlich in ihnen den überwie- 
zwischen Zwei Satyrn; diese Gruppen Sälnlniiilßh genden Einiiuss des Michelangelo, insbesondere 
von Erz. im Studium der dekorativen Figuren an der 
Was A. vermocht und geleistet hat, das zeigt Sistinadecke, das nicht selten bis zur Nachah- 
am deutlichsten der Neptunsbrunnen, sein gröss- mung geh'n Dnßil hat dnnnmh A- in den Initii- 
tes Werk. Schon oben ist bemerkt, wie diese neii und Panen des Neptunbrunnens die Wirkung 
Epoche, und insbesondere auch Aininanati, das eines gewissen Schwebens und spielender Be- 
Grosse und Monumentale im Kolossalen fand; wegung zu erreichen gewusst.  Moriviegend 
an die Stelle des Ausdrucks innerer Grösse in inichelangeleske Züge zeigen auch die Grabma- 
mächtig aufgefassten Formen trat die äussere ler des Künstlers, und neben der Manier, welche
        

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