Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1599025
632 Jacopo Amigoni. 
 
kus von Salcs die Madonna anbetend und eine seinen Fresken ihre Wirkung sichert, ist die 
Heimsuchung der Maria in S. Maria della Oon- Lichtheit, Heiterkeit und Durchsichtigkeit des 
solazione (oder alla Fava, nicht, wie sich öfters Kolorits; er hat, wie schon Zanetti gemerkt, die 
angegeben findet, in S. Filippo), wovon letztere Kunst gelernt, mit den dunklen Massen bis zum 
zu seinen besseren Werken zählt. Schwarz fortzuschreiten und dabei volle Leucht- 
Der europäische Ruf, zu dem er gelangt war, kraft zu erreichen, ohne je die Anmuth zu ver- 
brachte ihn im J_ 1747 nach Spanien; König lieren. D. h. er versteht sich sehr wol auf den 
Ferdinand VI. ernannte ihn zu seinem Hofmaler. Reiz des Helldunkels. Zanetti und nach ihm 
Dort wurde er zunächst bei der Ausstattung der Andere haben behauptet 7 e!" hebe diese Kunst 
Paläste Aranjuez und Bnen Retiro beschäftigt. des Kolorits in nFlandernn gelernt; doch ist uns 
Doch machte der Tod seiner Thätigkeit, die er in über 6111011 Aufenthalt, den er daselbst gemacht 
Madrid fortsetzte, bald ein Ende ; er starb nicht hätte und der Jedenfalls vor seine Thätigkeit in 
ganz fünf Jahre nach seiner Ankunft. Von den München fallen müsste, nichts überliefert. Er 
Oelgemälden , welche er in dieser Zeit in Spa- hat allerdings auch nach Art der Flamländer und 
nien noch ausführte, befinden sich drei im Mu- Holländer kleinere Sittenbilder gemalt; doch 
seum zu Madrid , zwei grössere mit Episoden zeigen sie dieselbe dekorative Art der Behand- 
aus der Geschichte des Joseph und ein kleineres lllüg Wie Seine großen Gemälde, Sie sind mit 
Geschichtsbild: König Ferdinand der Heilige schnellfertiger Hand rasch hingeworfen und 
die Schlüssel der Stadt Sevilla empfangeml  haben nichts gemein mit der feinen Beobachtung 
Zwei Töchter Amigonfs, beide verheiratet, leb- und zarten Ausführung, welche jene Kleinmei- 
ten noch zu Madrid im J. 1773; die eine davon, ster kennzeichnen. Früher kamen solche kleine 
eine Signora Castellini, malte Bildnisse in Bilder von seiner Hand nicht selten vor: Sie 
Pastell. scheinen allmälig verschollen zu sein.  In sei- 
Man hat den Meister, der seinerzeit in so ilen Bildnissen erscheint die Persönlichkeit von 
grosscm Ansehen stand, späterhin scharf geta- Ihre? Prmlkenden Seltei als elegenlfer Verifrelier 
dem; indess zu sehr aus dem einseitigen Ge- der guten Gesellschaft, ohne dass die Individua- 
sichtspunkte einer Epoche, welche die klassische lltät sehärfel" oder tiefeY erfasst Ware- 
Emeuerung der Kunst anstrebte- Allerdings, s. Longhi, Compendio etc. (s. die Bildnisse des 
ernste Ansprüche kann man an Amigoni nicht Meisters). -Zanetti, Della Pittura vellellallü. 
machen. Er ist ganz in der Manier seiner Zeit Ed. See. II. 588.  Lanzi, Storia Pittoi-ica 
befangen und erweist sich nur als einen schwä- eßß- 111- 223-  WelPelei Aneedetes ef Pein- 
cheren Nachfolger der damals berühmten Mode- WIE l" E"51?"d' W312i);  Gambai Geiler? 
maler, der Sebastiano Ricci und Solimena; seine Q? Litifäigläzcäätäääguääinääälä Signale 
historischen und religiösen _Figuren sind ohne Mßnseäaini, Guida Per Vgneziat L 216:  
Ausdruck und Charakter, Zeichnung und Model- n_ 145  C ean Bermu de z 7 mm  Vep 
11111113 Oberflächlich, 391119 Farbe klar, aber zeichniss seiner Werke in deutschen Galerien in 
kraftlos und ohne Relief. Doch ist ihm bei allc- Panne y, Deutscher BildersaaL i, 
dem eine grosse Leichtigkeit und selbst Virtuo- Notizen von E Dobbmund p_ Leforn 
sität der Darstellung nicht abzusprechen, und J. Meyer. 
wo seine Kunst sich auf einen rein dekorativen 
Charakter beschränkt, macht sie  in der fröh- Blldniäße (leS Künstlers I 
lichen undfreilieh auch gczierten Weise des Ro- 1) Hüftbild, auf die rechte Hand gestützt, vom 
koko__ eme, recht almlnthlge Wlrkunflr)? Un" Künstler selbst gemalt; 1780 befand sich das 
etwitlg hat dlese Kunst m der Ausstattung der Gemälde in der Sammlung von Malerbildnissen 
Räume zu geselligem Lebensgenuss ihr volles anf dem gnninsse Leopn1dski-on_ 
Recht, und die an den Plafonds zwischen lichten 2) Hüftbild in Ovai Gast von L onghi im C0m_ 
Wolken herumilatterndcn halbnackten Gestal- Peniiio iieiie vite der Pittoi-i Veneziani 
ten, die ja keine Realität ansprechen und das istorichi piu rinomati del presente se- 
festliche Dasein eines vornehmen und verwöhn- 0010. f Venezia 1763- Fol. Nicht nach 
ten Geschlechtes nur wie ein Geschmeide delfeänlmee Ne- Äi de de? Stleh elellntef- 
schmücken wollen, erfüllen durchaus den kiinst- ä"? t Zelgt" exim- Longhl Pmx- et 
lerischen Zweck, der hier gewollt ist. Ami-  D P'I U     
goui verstand sich auf diese Schönheit des Ro- "Ülgalääi äangfäsägfslfjtzoadllislteläa 8- 
koko, wenn er auch seinem Zeitgenossen Tie- ratl")  ' 1 am l e 6' (s' 1 e" 
polo lange nicht gleich kommt. Dabei weiss    
er seine Figuren im Allgemeinen richtig und Ägägrfglßäuigsglllfjth liQAmlt de? Untärschfllft: 
sicher z? bewegen in den Formen das yvegent- paulo enge obitumadllineziilzigäznd hTraiilcisfd) 15:: 
liche mit Geschmack hervorzuheben; in dieser verio Jungwmh Ohaicographo monacensi am 
Hinsicht hat er mehr Geschick, als viele moderne innisn 3_ (Da A_ 77_ Jahre alt geworden ist, 
Meister. Er hat eine eigentliümliche Art, die und das von Jungwirth gest. Bildniss einen 
Konture aufzulösen, alle Linien weich und un- jungen Mann von höchstens 30 J. darstellt, so 
bestimmt zu lassen. Was aber insbesondere beruht Obige Inschrift aufeinem Irrthilme).
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.