Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1599013
Ottavio Amigoni   Jaeopo Amigoni. 631 
schickter Nachfolger Paolo Veronesds. Von hLAnastasia zirBenediktbeuern. Für dasKloster 
ihm sind, gemeinsam mit Bernardino Gatti und daselbst war er überhaupt mehrfach beschäftigt; 
Dom. Bruni, welch letzterer die Architektur er malte auch das Bildniss des Abtes Magnus 
malte, die Fresken im Chor von Del Carmine Pochinger, das sich jetzt mit zwei anderen Bil- 
(1639) ausgeführt, Ereignisse aus dem Leben dern (Christus neben Pilatus und Madonna mit 
des hl. Albert darstellend; ausserdem hat .er dem Kinde) in der Galerie zu Augsburg be- 
Fresken im Broletto (Praefekturpalast oder findet. Auch andere deutsche Galerien besitzen 
Rathhaus) und Oelbilder insbesondere in den Gemälde von ihm: insbesondere die Museen zu 
Kirchen S. Maria dei Miracoli (Empfangniss und Leipzig, Frankfurt, Braunschweigund 
Darstellung Maria im Tempel mit der Jahrzahl Darmstadt, sowie das Gymnasium zum 
1647), S. Agata und S. Orsola hinterlassen. grauen Kloster in Berlin, welch letzteres 
s. Averoldo, Le seelte Pitture di Brescia additate 59m6 Bildfar Wahrscheinhch Vqm Kaufmann 
al Forestiere. Brescia 1700. Passizn.  Chiz- Slgm- Strelt V03 Venedig (5- Stlche b) No- 19) 
zola, Le Pitture e Sculture di Brescia. Passim, Zum GeSßllenk erhielt. 
insbes. p. 62.  Cristiani. Memorie di Lat- Nach seinem mehrjährigen Aufenthalt in Miin- 
tßlllio Gafllbßr? etß-di- 123-  Brognoli, chen begab sich A. 1729 nach London, wo 
Nllovß Gulda (11 BTGSM- PP- 143- 156- a, seine Kunst unter den Vornehmen viele Gönner 
fand. Als er zunächst für den Palast Lord 
Amigoni. J acopo Amigoni (auch Ami- Tankervillcs (jetzt nicht mehr vorhanden) das 
coni), Maler, geb. zu Venedig 1675, l- zu Ma- Treppenhaus zu malen hatte, verlangte er für 
drid 1752. Der Meister, ein bczeichnendcr Ty- die Arbeit nur Erstattung seiner Auslagen, da 
pus für die Kunst des 18. Jahrh., hatte seiner es ihm darum zu thun war, zu zeigen was er 
Zeit einen grossen und ausgebreiteten Ruf; er leisten konnte; aber sein Werk war so gut aus- 
war sowol als Bildniss- wie als Frcsko-lllaler an gefallen, dass ihm der Lord 200 13. mehr gab. 
verschiedenen Höfen gefeiert. Seine erste Thä- Er fand nun reichlich zu thun. Neben Fresko- 
tigkeit fällt in die Heimat; als er hier schon zu malereien (Geschichte der J udith in Powi Haus, 
einem gewissen Ansehen gelangt war, kam er Jupiter und Jo in More Park in Hertfordshire, 
nach München  wahrscheinlich dorthin be- dann auch in dem damals neuen Theater zu 
rufen  in die Dienste des Kurfürsten von Covent Garden) hatte er insbesondere Bildnisse 
Bayern. In dieser Stellung malte er zunächst auszuführen (s. Verz. der Stiche) und damit 
im Schlosse zu S e hle i s sh e i m , das damals mit solchen Erfolg, dass er für lebensgrosse Porträts 
vieler Pracht ausgestattet wurde, eine Anzahl den damals sehr ansehnlichen Preis von 60 Gui- 
Deckengemälde in Fresko: in dem grossen Vor- neen erhielt. Er wurde der bevorzugte Maler 
saale den Zweikampf zwischen Aeneas und Tur- der vornehmen Gesellschaft; so sassen ihm der 
nus, im Viktoriensaale Dido den Aencas em- Herzog von Lothringen (späterer deutscher 
pfangend, in einem anderen Saale die im J. 1688 Kaiser), die Gemalin Georgs II. und drei der 
von Max Emanuel den Türken ertheilte Prinzessinnen (s. Stiche b) No. 3-10). Auch 
Audienz; dann in acht Zimmern (N0. 16-19 hatte er von London aus durch Vermittlung des 
und N0. 25-28) die Göttin des Friedens, die russischen Gesandten für den Petersburger Hof 
drei Grazien, den Sommer, den Triumph der zu thun; er malte das Porträt des Kaisers Peter, 
Tugend, Zweikampf von Hektor und Achilles, der Kaiserin Elisabeth (s. Stiche b) N0. 2-4) 
Achilles als Mädchen entdeckt, den schlafenden und eine Allegorie: Pallas Peter den Grosseu 
Mars, Apollo und die Musen (ausserdem einen in den Tempel der Unsterblichkeit einführend. 
Plafond in der Badenburg zu Nymphenburg bei 1736 war er dann mit dem berühmten Sänger 
München). Man muss gestehen, dass diese Fres- Farinelli auf kurze Zeit in Paris. Er hat für 
ken ganz den Charakter festlicher Heiterkeit, denselben, den er später in Spanien in höchst 
des spielenden, anmuthigen Lebensgenusses ha- einilussreicher Stellung wiederfand, eine ganze 
bcn, den die vornehme Gesellschaft des 18. J ahrh. Anzahl Bilder gemalt, worin der Sänger und die 
so vortrefflich in ihrer Umgebung auszuprä- Ehren, welche ihm Fürsten erwiesen, verherr- 
gen wusste; wie überhaupt Amigoni ein guter licht waren (dieselben befanden sich im Hause 
Vertreter der dekorativen Kunst des Rokoko des Sängers zu Bologna). 
in ihrer ersten Periode ist. A. war in London ein reicher Mann geworden; 
Auch mancherlei Oelbilder, unter Anderem Al- als er 1739 nach Venedig zurückkehrte, nahm er 
tartafeln in verschiedene Kirchen, hatte A. für 5000 .2. mit sich. Sein Aufenthalt dasclbst 
den bayrischen Hof zu malen. In der Galerie scheint nicht lange gedauert zu haben, wenn 
zu Schleissheim sind noch drei Gemälde von wir auch keine Kunde davon haben, wo er die 
ihm; Madonna mit dem Kinde und dem kleinen Zeit bis 1747 ZubrH-Chtß, in Welchem Jahre er 
Johannes, Ohristuskind auf dem Kreuze ruhend die Heimat auf's Neue und für immer verliess. 
und Venus mit Adonis. Für die Metropolitan- Denn es sind wenig Werke von seiner Hand in 
kirche (Frauenkirche) zu München malte er drei Vene dig erhalten : ein Gemälde (zwei Heilige) 
Altarblätter (Madonna mit dem Kinde, hl. Bla- im Oratorio S. Eustachio, die in seine erste Zeit 
sius und Kindermord), ebenso für die Kirche der und vor seine Reisen fällt, dann der hl. Franzis-
        

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