Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1598866
616  Miehel Angela Amerigi. 
T- 
ihnenzuverfeinden;wieBaglionehinzufügt, weil wollte er diese Auszeichnung sich erwerben, 
ermeinte, er habemit seinenWerken alle anderen um mit dem Cavaliere d'Arpino, gegen den er 
übertroffen. Auch war er, bemerkt derselbe immer noch den alten tödtlichen Hass hegte iuid 
Biograph, raus allzugrosscrWagniss des Geistes, der ihm wol bislang Genugthuung verweigerte, 
ziemlich streitsüchtig, und manchmal suchte er im Zweikampf sich messen zu können"? Wie dem 
Gelegenheit sich den Hals zu brechen oder das auch sein mag, er erreichte seinen Zweck. Ei- 
Leben Anderer in Gefahr zu bringenn. S0 ent- malte das Bildniss des Grossmeisters Alof de 
ging Guido Reni_ mit knapper Mühe seinen An- Vignacourt zweimal, das eine Mal stehend in 
griffen, weil dieser, eine Zeitlang in seiner Waffen mit einem Edelknaben, der den Helm 
Weise malend, seinen Verdacht erregte, mit ihm trägt (jetzt im Louvre) , das andere Mal sitzend 
wetteifern zu wollen. Es war Caravaggids Sache im Grossmeisterkleid; ausserdem in dessen 
nicht, ruhig seiner _Kunst nachzugehen; hatte Auftrag für die J ohanniskirche die Enthauptung 
er des Morgens einige Stunden gearbeitet, so des Täufers idaselbst noch vorhanden), und er- 
trieb er sich Nachmittags in der Stadt umher, hielt zum Lohn für diese Arbeiten ausser einer 
mit dem Degen an der Seite, immer bereit Hän- goldenen Kette und zwei muselmännischan 
del anzufangen und nicht selten in der Gesell- Sklaven auch das Malteser Ritterkreuz. Aber 
sehaft wilder und zweideutiger Gesellen. S0 hier wie überall machte sein unruhvolles Wesen 
kam er einstiuit einemRanuccio Tommasinibeim den guten Tagen bald ein Ende. Er biisste die 
Ballspiel aneinander. Erst gab es eine Rauferei Gunst des Grossmeisters plötzlich ein und musste 
mit den Ballhölzßrn, dann griff man Zn den gar, nachdem er mit einem vornehmen Ritter in 
Waffen; Ranllccio 591 zu Boden, Caravaggio Zwist gerathen war und diesen verwundet hatte, 
Stach zu, traf ihn in den Oberschenkel und in's Gefängniss wandern. Nur mit grosser Ge- 
machte ihm so den Garaus. Ranuccio war ein fein- gelang es ihn], bei Nacht zu entkommen 
Spiel- und Zechgeuosse des Malers, keineswegs, und nach Sieiiien an entfliehen, 
Wle man SPälel erzählte, elll Nebellblllllel iumlt Da sich sein Ruf durch ganz Italien verbreiset 
dem el'_ elll regelrechte? Dllell gehabt llfllllfh hatte, war es ihm nicht schwer, auch hier Ar- 
tuiurszidszreinstellt;Ezrelsiiazi  zu  In   er c 
hätte C. in einem Zornanfall gegen seinen alten äieLääälugfdlelriggeggsdäieäggädtlghhägä?läii  
Lehrer, den CaVaheTe dAYPIYIW blank gezogen Kirche dei Cruciferi die Erweckung des Lam- 
fllälll d? elll Sfllllllel des Letzteren  Schutze rus, für S. Giovanni Decollato die Enthauptuig 
1' dlesell elllllllati (lellselllen getolllel- Wol des hl. Johannes, für S. Andrea. Avellino ein 
lebte 0' llllt dem gefelerlläll Cdvallele illlf dem EcceHomoUsämmtlich daselbstnoch erhalten); in 
gespanntesten Fusse, allein dieser Streit sollte Palermo für die Brüderschaft von S_ Lorenz, 
selllelll Vorhaben, nach erst Später ausgetragen gleichfalls eine Geburt Christi und eine hl. Fa- 
melden" Nach Äellem Todrlsclllag blleb dem milie. In beständiger Furcht vor der Verfolgung 
elstel Nlcllli ubrllg als slcll Hfllgs aus dem war er so von Ort zu Ort gezogen. Von Palermo 
Staube zu mac en. r wurde ver olgt, fand   
doch in Zagarolo (nahe bei Palestrina) eine Zlu- lgfägtsneldggäälhäleafhbä iääeäiäugifägkäz 12g: 
llllcllt belm HellzoglMallzlo Colollllai dfl fllell Rom durch die Gnade des Papstes gestattet 
seiner annahm und ihn dann auch beschaftigte. würde Allein auch hier geriet], er Wieder in 
Für ihn malte er unter Anderem Christus bei den eine Raufen), und diesmal in eine solche die 
gültig läfämiläjl 1d ggßgeläiädiiägizslgm anderes ihiirverhängnissvoll werden sollte._ Er selbst 
desselben Gegenstandes als e llng freilich scheint diesmal den Streit nicht begon- 
    nen zu haben: an der Thure eines Wirthshauses 
Allein auch bei diesem neuen Gonner war sei- wurde er von einigen Bewaffneten oder Soldaten 
nes Bleibens nicht lälnge- ET 51118" nach Neapel überfallen, misshandelt und im Gesiehte ver- 
imd fand dort reiclliliche ärbätx Fiär Scläomf- ävundtet. Ob däasl eine Rache oder Strafe war, 
nico maggiore ma te er ie eisse ung ris i, ie i m von a ta aus zugedacht und durch 
fiir S. Anna. de' Lombardi eine Auferstehung gedungene Leute in's Werk gesetzt wurde, wie 
Christi, für die Kirche della Misericordia die er zu glauben geneigt war, muss dahingestellt 
sieben Werke der Barmherzigkeit und auch bleiben. Er entkam zwar, doch sollte es für ihn 
sonst noch Kirchenbilder. Es wird berichtet, ein trauriges Ende nehmen. Unter den heftig- 
dass ihn auch von Neapel ein blutiger Handel sten Schmerzen schiifte er sich so rasch als 
fortgetrieben habe, und da dort Streitigkeiten möglich auf einem Ruderboote nach Rom ein, 
unter den Künstlern, oft sehr handgreiiiieher da ihm mittlerweile durch Verwendung des Kar- 
Art, an der Tagesordnung waren, wäre das nicht dinals Gonzaga die Begnadigung von Seiten des 
unmöglich. Doch trieb ihn noch ein besonderer Papstes zugesichertworden. Als er einmal unter- 
Wunsch von Neapel fort, und zwar nach Mal ta; wegs an der Küste aussteigt, wird er von der 
er wollte sich das Malteserkreuz erringen, das spanischen Strandwache, die ihn für einen An- 
verdienten Männern als Ehrenzeichen verliehen deren hält, nach dem sie fahndet, festgenommen 
wurde. Sein Stolz machte ihn ehrgeizig; oder und zweiwTage gefangen gehalten. Endlich frei- 
Michel Angelo Amerigi.
        

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